Das Wichtigste auf einen Blick
- 186 Jugendliche lernten bei einem zweitägigen Berufsorientierungsformat in Wissen verschiedene Berufe direkt in den Unternehmen kennen und arbeiteten praktisch mit.
- Solche Einblicke helfen Jugendlichen, Berufsvorstellungen zu konkretisieren, ihre Talente zu entdecken und Hemmschwellen gegenüber der Arbeitswelt abzubauen.
- Für Unternehmen sind Formate wie diese ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung, weil sie früh Kontakte zu potenziellen Auszubildenden schaffen.
Was passt zu mir? Und wie sieht Ausbildung im Betrieb wirklich aus? Vor diesen Fragen stehen viele Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf. Ein zweitägiges Berufsorientierungsformat in Wissen hat Antworten nicht nur im Klassenraum gesucht, sondern vor allem in der Praxis: 186 Schülerinnen und Schüler konnten im Sommer 2026 Arbeitsplätze kennenlernen, Unternehmen besuchen und verschiedene Arbeitsschritte selbst ausprobieren. Begleitet wurde das Format vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. Organisiert hat es Jobfux Katharina Aulmann.
Was ist ein Jobfux?
Ein Jobfux unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf. Er oder sie verfügt über ein Büro an einer Schule und ist Ansprechperson für Lehrkräfte, die Teens und ihre Eltern, aber auch für Ausbildungsbetriebe. Das Projekt Jobfux unterstützt Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz beim Übergang von der Schule in den Beruf. Gefördert wird es von der Europäischen Union und dem Ministerium für Arbeit, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Bisher gibt es Jobfüxe unter anderem in Mainz, Ludwigshafen sowie im Landkreis Alzey-Worms.
An dem zweitägigen Angebot in Wissen beteiligten sich 14 Unternehmen verschiedener Branchen.
Einblick in echte Arbeitsplätze: Die Vorteile für die Jugendlichen
Schülerinnen und Schüler konnten sich bei diesen Gelegenheiten ausprobieren und ihre Berufsvorstellungen präzisieren.
- Sie erstellten technische Zeichnungen und Werkstücke, machten sich Materialien, Arbeitsmethoden wie Löten sowie mit Werkzeugen vertraut.
- Sie erfuhren Neues, zum Beispiel über den hohen Anteil an Bildschirmarbeit bei bestimmten technischen Berufen.
- Sie lernten unter anderem die rechtlichen Rahmenbedingungen bestimmter Arbeitsfelder, etwa in der Pflege, kennen.
- Praktisch begabte Jugendliche können ihr Talent direkt zeigen – und damit einen guten persönlichen Eindruck hinterlassen, ganz unabhängig von den Schulnoten.
Hands-on-Experience: So können Betriebe die Jugendlichen besser erreichen
Nora Johanna Schüth, Arbeitspsychologin am ifaa, erläutert, für Unternehmen seien Formate wie die zweitägige, sehr praxisorientierte Berufsorientierung ein „Baustein der Fachkräftesicherung. Sie machen Ausbildung sichtbar, ermöglichen persönliche Begegnungen, schaffen eine erste Bindung an ein Unternehmen und helfen, junge Menschen frühzeitig für betriebliche Perspektiven zu gewinnen.“ Das gelingt so:
- Sich kleinen Gruppen zu widmen und sie im Betrieb zu ersten Tätigkeiten anzuleiten, das kann besser funktionieren als der Kontaktaufbau auf großen Jobmessen.
- Betriebe haben die Möglichkeit, Jugendlichen spektakuläre Technik, etwa Schweißroboter, zu erklären und sie daran arbeiten zu lassen.
- Sie zeigen den jungen Menschen die spannenden Seiten der Arbeitswelt, nehmen ihnen die Scheu davor und bauen erstes Vertrauen auf.
Nora Johanna Schüth, die die Umsetzung vor Ort begleitete, betont, es sei „wichtig, Jugendliche nicht erst am Ende der Schulzeit mit Betrieben in Kontakt zu bringen, sondern frühzeitig realistische Einblicke zu ermöglichen. So können Hemmschwellen abgebaut, Berufsbilder greifbar gemacht und gegenseitige Erwartungen besser verstanden werden.“
Download-Tipp: Praxisimpulse für Unternehmen liefert die ca. 50-seitige Broschüre von Nora Johanna Schüth: „Jugendliche in den Beruf begleiten – Zukunft sichern“, die das ifaa zum kostenfreien Download anbietet.