Das Wichtigste auf einen Blick:
- Zecken sind fast ganzjährig aktiv (ab ca. 8 Grad Celsius) und können Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen.
- Schutz ist entscheidend: Repellents, geeignete Kleidung und gegebenenfalls die FSME‑Impfung reduzieren das Risiko.
- Zecken entdecken: Nach Aufenthalten draußen den Zeckencheck machen und die Tiere schnell entfernen, um Infektionen zu verhindern. Die Outdoor-Kleidung wechseln bzw. waschen.
Zecken sind ab 8 Grad Celsius aktiv und somit fast das ganze Jahr. Im Frühjahr und Herbst sind sie besonders umtriebig. Im Sommer wiederum halten sich Menschen und ihre Haustiere öfter im Freien auf, sodass es zu mehr Begegnungen mit den nicht ungefährlichen Plagegeistern kommen kann.
Darum hat niemand Lust auf einen Zeckenbiss
Es gibt verschiedene Zeckenarten, die eine Reihe von Krankheiten übertragen können. Die häufigste Zeckenart in Deutschland ist der gemeine Holzbock. Durch seinen Biss kann er uns mit diesen Erregern infizieren:
FSME-Viren
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Auch hier führt nicht jeder Zeckenbiss zu einer Infektion. Die meisten Infizierten bleiben beschwerdefrei. Im ungünstigen Fall treten nach dem Biss erkältungsähnliche Symptome auf. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach etwa einer Woche zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoenzephalitis). Schwere Verläufe mit Folgeschäden sind möglich. Bestimmte Regionen in Rheinland-Pfalz zählen zu den FSME-Risikogebieten. Gegen FSME kann man sich impfen lassen.
Borrelien
Borrelien sind Bakterien, die die Borreliose verursachen. Bis zu einem Drittel der Zecken sind Borrelien-Wirte. Die gute Nachricht: Nur einer von 100 Bissen führt dazu, dass die betroffene Person an einer Borreliose erkrankt. Passiert dies, sind Symptome und Verlauf vielgestaltig. Am häufigsten tritt die Wanderröte auf, eine kreisförmige Hautrötung, meist um den Einstich herum. Auch Fieber, Schwellungen, Haut- oder Gelenkentzündungen, Hirnhautentzündung und neurologische Symptome sind möglich. Ist die Borreliose diagnostiziert (das ist nicht so einfach), lässt sie sich mit Antibiotika behandeln. Bislang gibt es keine Impfung gegen Borreliose.
Anaplasmen
Die Bakteriengattung der Anaplasmen befällt die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen (Zellfragmente, die für die Blutgerinnung wichtig sind). Diese Erkrankung, die Anaplasmose, zeigt sich in Symptomen wie Fieber, Blutungen, Lahmheit und neurologischen Störungen. Sie wird antibiotisch behandelt. Einen Impfstoff gegen Anaplasmose gibt es nicht.
Schutz vor Zecken: Die Abwehr ist der erste Schritt
Das Robert Koch Institut empfiehlt zum vorbeugenden Schutz Repellents. Diese wehren die Blutsauger ab, indem sie deren Wirte – hier: uns Menschen – mit einem Geruchsschild versehen. Die Ausdünstungen, die Plagegeistern das Signal zum Angriff geben, sind auf diese Weise für sie nicht mehr wahrnehmbar. Sie bleiben fern, ohne durch das Repellent Schaden zu erleiden.
DEET
DEET (Diethyltoluamid) ist seit den Sechzigerjahren auf dem Markt. Manchmal wird es in Kombination mit Saltidin/Icaridin angeboten. Es gibt mehrere Darreichungsformen. Für sensible Gruppen wird DEET nicht empfohlen. Beispielsweise das bekannte Repellent AntiBrumm der Hermes Arzneimittel GmbH enthält DEET.
Saltidin/Icaridin
Saltidin/Icaridin wird seit den Achtzigerjahren von der LANXESS-Tochter Saltigo hergestellt. Es kommt in vielerlei Darreichungsformen auf den Markt, von Spray bis Stift. Es ist auch für sensible Gruppen wie Menschen mit Allergien, Kinder und Schwangere geeignet. Beispielsweise das bekannte Repellent Autan von Johnson & Sons enthält Saltidin/Icaridin.
IR3535
Vor mehr als 40 Jahren entwickelte Merck das Repellent IR3535 (Ethylbutylacetylaminopropionat). Es wird von vielen Markenherstellern in verschiedenen Produktarten wie Lotionen, Tüchern oder Stiften eingesetzt. In der EU ist keine Altersbeschränkung für diesen Wirkstoff vorgeschrieben.
Repellents richtig auftragen
- Unbedeckte Körperstellen einsprühen.
- Auch die Kleidung behandeln.
- Bei starkem Schwitzen und nach dem Schwimmen das Repellent erneut auftragen.
- Herstellerhinweise beachten.
Wissen, wo die Zecken lauern
Zecken sitzen auf Gräsern und im Unterholz. Darum:
- auf den Wegen bleiben,
- feste Schuhe und bedeckende Kleidung tragen.
Zecken in Stadtparks
Wie das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim meldet, hat eine aktuelle Studie aus Deutschland in 73 Prozent der innerstädtischen Parks Zecken nachgewiesen. Besonders häufig traten die Zecken in Bereichen mit Büschen und Laubstreu auf.
„Der Anteil an Parks mit Zecken sowie die Zahl der positiven Beprobungen übertraf unsere Erwartungen“, sagte Tierärztin Verena Große Liesner. Dies ist für Menschen und für deren Haustiere von Belang. „Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass Hunde und Katzen auch in der Stadt zuverlässig gegen Zecken geschützt werden“, betonte die Expertin.
Nach der Wanderung: an den Zeckencheck denken
Nach dem Aufenthalt im Freien heißt es:
- den eigenen Körper und den des Haustieres nach Zecken absuchen und diese entfernen,
- Duschen hilft zusätzlich,
- die Kleidung wechseln bzw. erst nach dem Waschen wieder anziehen.
Zecken lassen sich Zeit, um die optimale Einstichstelle zu finden, an der sie lange ungestört Blut saugen können. Sie bewegen sich eine Weile auf der Haut, ehe sie beißen. Oder sie warten in der Kleidung auf den geeigneten Moment – wenn es sein muss, die ganze Nacht.
Den festgebissenen Blutsauger entfernen
Hat die Zecke zugebissen, ist sie so schnell wie möglich zu entfernen. Dafür gibt es geeignete Instrumente wie Zangen, Pinzetten oder Karten.
Zecken entfernen: So geht´s
- Die Zecke mit einem geeigneten Instrument nah am Mundwerkzeug packen.
- Langsam und gerade herausziehen.
- Die Einstichstelle desinfizieren und gegebenenfalls fotografieren.
Auch Laien dürfen, zum Beispiel bei einem Kita-Ausflug, Zecken entfernen. Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hin.
Zecken entfernen: So bitte nicht
- Bitte das Tier nicht mit Substanzen beträufeln.
- Niemals am vollgesogenen Körper ziehen.
- Die Zecke nicht drehen.
Geht beim Zeckenentfernen etwas schief, zum Beispiel dass der Kopf des Tieres steckenbleibt: ab zum Arzt.
Die FSME-Impfung
Gegen die FSME gibt es keine ursächliche Behandlung. Das bedeutet, dass die Therapie lediglich die Symptome lindern und die Lebensfunktionen aufrechterhalten kann. Die FSME-Impfung ist daher ein effektiver Schutz. Sie erfolgt mit einem Totimpfstoff. Die ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung für Erwachsene und Kinder in FSME-Risikogebieten. Auch Menschen, die durch ihren Job viel draußen sind – etwa in der Forstwirtschaft – sowie Reisenden in FSME-Risikogebiete und ggf. Schwangeren wird die Impfung empfohlen. Die aktuelle FSME-Risikokarte des RKI zeigt die Landkreise in Deutschland mit erhöhter Infektionsgefahr. Dazu gehört der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz.