Das Wichtigste auf einen Blick:
- BASF steigert das bereinigte Ergebnis im zweiten Quartal 2026 und hebt die Jahresprognose an.
- Der Standort Ludwigshafen wird wettbewerbsfähiger: 88 Prozent der Produktionseinheiten gelten inzwischen als hoch wettbewerbsfähig.
- Der Konzernumbau schreitet voran, und die Kostensenkungsmaßnahmen greifen.
Gleich zwei Faktoren haben die Entwicklung beflügelt: BASF konnte mehr verkaufen und dabei auch höhere Preise erzielen. Die Preise stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konzernweit um 11,5 Prozent, die Mengen um 7,3 Prozent – der Umsatz kletterte damit auf 17,2 Milliarden Euro im zweiten Quartal.
Grund für den Preisanstieg war unter anderem der Konflikt im Nahen Osten: Die Blockade der Straße von Hormus ließ die Rohstoffpreise steigen, von denen BASF profitiert. Gleichzeitig deckten sich viele Kunden wegen unsicherer Lieferketten frühzeitig ein. Besonders stark liefen die Bereiche Materialien, Chemikalien und Industrielösungen.
Ludwigshafen: Der Umbau zeigt Wirkung
Der Weg zu mehr Profitabilität war nicht einfach. Konzernweit hat BASF von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. In Ludwigshafen sank die Zahl der Vollzeitstellen erstmals seit dem Jahr 1954 auf unter 30.000 – ein einschneidender Schritt, der für viele Beschäftigte spürbar war und ist.
Doch der Umbau zeigt Wirkung: Der Standort wird wettbewerbsfähiger, und das schafft eine stabilere Grundlage für die Zukunft. „Auch bei der notwendigen Restrukturierung unserer Anlagen haben wir viel erreicht", sagte Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth bei der Vorstellung der Quartalszahlen. „Seit 2024 ist der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort von 78 Prozent auf 88 Prozent gestiegen."
Ludwigshafen ist der mit Abstand größte BASF-Standort weltweit – und ein echtes Chemie-Universum: Hier wird alles hergestellt von Grundstoffen bis zu fertigen Spezialchemikalien. „In den vergangenen Jahren haben wir den Standort zunehmend darauf ausgerichtet, den europäischen Markt zu versorgen“, erklärte Kamieth. „Dies folgt unserer weltweiten Strategie, in der Region für die regionalen Märkte zu produzieren." Ein klares Bekenntnis zum Standort – und zu den Menschen, die ihn täglich am Laufen halten.
Sparprogramm fast am Ziel
Bis Ende 2026 will BASF insgesamt jährliche Kosteneinsparungen von rund 2,3 Milliarden Euro erreichen. Ende Juni waren bereits Maßnahmen umgesetzt, die Einsparungen von 2,0 Milliarden Euro entsprechen. Der Konzern ist damit voll im Plan.
Für die Kerngeschäfte hat BASF außerdem das Programm „CoreShift“ gestartet: Bis 2029 sollen die Fixkosten um bis zu 20 Prozent sinken – verglichen mit 2024. Dafür setzt BASF unter anderem auf den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, harmonisierte Prozesse und einheitliche Systeme. Auch das ist eine Entwicklung, die Beschäftigte direkt betrifft – und auf die sich die Branche gemeinsam vorbereitet.
Jahresprognose angehoben
Wegen der besseren Geschäftsentwicklung hat BASF seine Ergebnisprognose für 2026 nach oben korrigiert. Das Ergebnis vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen – zuvor hatte BASF 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro erwartet.
Die Zahlen zeigen: Der Umbau greift. Für die Beschäftigten am Standort Ludwigshafen bedeutet das eine stabilere Perspektive – auch wenn der Wandel noch nicht abgeschlossen ist.
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