Thermometer vor sonnigem Himmel. Quelle: stock adobe - Corri Seizinger

Chemie einfach erklärt

8 Tipps zum Abkühlen bei Hitze

Wir erklären, wie Sie Temperaturen von 30 Grad und mehr besser aushalten - zuhause, im Büro und unterwegs.

· Lesezeit 4 Minuten.

Einen kühlen Kopf bewahren ist nicht leicht, wenn die Temperaturen auf 30 Grad Celsius und mehr steigen. Wie kommt man am besten mit Hitze und Sonne klar? Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, um cool zu bleiben - daheim, bei der Arbeit oder unterwegs. 

1. Morgens lüften 

Mit dem richtigen Timing bleiben Wohnung und Büro bei der größten Hitze kühl: morgens zuerst alle Fenster öffnen und richtig gut durchlüften, danach die Fenster für den Rest des Tages geschlossen halten. So hat man die frische Brise in der Früh optimal genutzt und die heiße Luft am Nachmittag bleibt draußen. Auch Klimaanlagen funktionieren am besten bei geschlossenen Fenstern. 

2. Wärmflasche mal anders 

Wärmflaschen im Hochsommer? Keine Sorge, es geht nicht darum, die Hitze noch unerträglicher zu machen. Stattdessen kann man Wärmflaschen umfunktionieren. Einfach kaltes Wasser rein, ab in den Kühlschrank und nach einer Weile wieder herausholen. Angenehm zum Kühlen von Füßen oder Nacken. Wenn das nicht reicht, helfen Kühlpacks weiter. In den blauen Gelkompressen steckt Propylenglykol, ein Alkohol. Der Gefrierpunkt liegt bei –68 Grad Celsius, daher bleibt das Gel auch bei Minustemperaturen flüssig und passt sich nur sehr langsam der äußeren Temperatur an. Ideal zum Abkühlen also! 

3. Klimaanlage selbst basteln 

In den USA besitzt fast jede Wohnung ihre eigene Klimaanlage, in Deutschland ist das eher die Ausnahme. Aber gerade nachts nervt die Hitze im Sommer, alle Fenster öffnen reicht meistens nicht aus. Die warm hereinströmende Luft lässt sich jedoch mit einem Trick abkühlen: Einfach ein nasses Handtuch oder Bettlaken vors Fenster hängen. Nachteil: Das erhöht auch die Luftfeuchtigkeit im Zimmer. 

4. Haut abkühlen 

Das geht gut im Büro: Zwischendurch immer mal wieder für 30 Sekunden kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen. Das erfrischt, unterstützt das Herz-Kreislauf-System und hilft gegen zu viel Körperhitze. Auch erfrischend: Die Fingerspitzen in eiskaltes Wasser tauchen und dann auf die Schläfe drücken.  

5. Warme statt kalte Getränke 

Selbst wenn es auf den ersten Blick besonders erfrischend wirkt: Kalte Softdrinks sorgen dafür, dass es einem noch wärmer wird. Denn der Körper muss arbeiten, um die eiskalte Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen. Dabei entsteht zusätzliche Energie, die uns zum Schwitzen bringt. Viel besser ist es daher, bei Hitze Getränke zu wählen, die annähernd Zimmertemperatur haben. Gut zu wissen: Kohlensäurehaltige Getränke bleiben bei Hitze länger frisch. Hohe Temperaturen begünstigen die Ausbreitung der quelleigenen Mikroflora im Wasser, wogegen Kohlensäure einen natürlichen Schutz bietet. Wie Kohlensäure ins Wasser kommt, erfahren Sie übrigens hier.  

6. (Lau-)Warm duschen

So verlockend es klingt: Nach einem langen heißen Tag unter eine kalte Dusche zu hüpfen, um sich zu erfrischen und den verschwitzten Körper zu waschen, ist kontraproduktiv. Zwar fühlt man sich erst einmal erfrischt. Doch der Körper bekommt ein Kältesignal und zieht die Blutgefäße zusammen, um Wärme im Inneren zu behalten. Er wärmt sich also wieder auf, nachdem man aus der Dusche gestiegen ist – das genaue Gegenteil vom gewünschten Effekt. Besser ist eine lauwarme Dusche: Diese kühlt den Körper sanft und schraubt die Temperaturen nicht wieder hoch. Zusätzlich hilft ein Duschgel mit Mentholkristallen. Menthol, ein Stoff aus den ätherischen Ölen von Minzpflanzen, löst beim Kontakt mit der Haut das Kälteempfinden des Körpers aus und erzeugt so einen kühlenden Effekt, ohne die Körpertemperatur tatsächlich zu senken. 

7. Die richtige Kleidung 

Klar, bei Temperaturen jenseits der 25 Grad sollte man zu luftiger und leichter Bekleidung greifen. Doch auch das Material kann einiges ausmachen. Besonders Naturmaterialien wie Leinen, Baumwolle oder Seide sind atmungsaktiv und nehmen Feuchtigkeit sehr gut auf. Dies gilt natürlich auch beim Sport, weshalb viele zu Kleidung aus Merinowolle greifen. Der Grund: Strengen wir uns bei Hitze körperlich an, produzieren wir mehr als einen Liter Schweiß pro Stunde. Der verdunstet und kühlt den Körper ab. Mittlerweile kann dieser kühlende Effekt jedoch auch künstlich nachgeahmt werden, etwa durch Luquafleece, einen Werkstoff der BASF in Ludwigshafen. Zur Aktivierung der Verdunstungskühlung wird das Material mit Wasser aufgeladen. Da die Fasern durch eine spezielle Technologie mit Superabsorber-Molekülen beschichtet sind, nehmen sie das Wasser in wenigen Sekunden auf und halten es fest – doch außen bleiben die Funktionstextilien trocken. Bei Hitze nehmen die im Inneren der Kleidung fest gebundenen Wassermoleküle nun die Wärmeenergie auf, verdunsten sie aus der großen Oberfläche der dreidimensionalen Vliesstruktur und kühlen so den Menschen für bis zu 20 Stunden. 

8. Gut vor der Sonne schützen 

Im Sommer sollte man die pralle Sonne meiden und sich lieber einen Platz im Schatten suchen. Wichtig ist zudem ein ausreichender Sonnenschutz: So beugt man Sonnenbrand und damit Hautkrebs vor. Die Mittel enthalten UV-Filter, die vor der schädlichen Strahlung schützen. Wie das genau funktioniert, ist hier zu lesen.  

Ach ja: Falls es mit dem Abkühlen trotzdem nicht richtig klappt: Hier gibt’s Tipps zum richtigen Schwitzen

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