Arbeiten in der Chemie

Berufsorientierung 4.0: Praxisnah und digital

· Lesezeit 3 Minuten.
Ein junges Mädchen sitzt auf der Fensterbank und schaut in seinen Laptop.
Das könnte mir gefallen: Bei der Berufswahl spielt Social Media eine immer größere Rolle. Foto: evgeny atamanenko – stock.adobe.com

Die Eltern zur Berufswahl befragen? Ist immer gut, aber nicht immer ausreichend. Kenntnisse aus der Praxis? Wären ideal, sind aber meist nicht vorhanden. Zur Orientierung checkt ein Viertel der Jugendlichen deshalb die sozialen Medien, besonders audio-visuelle Portale. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Befragt wurden dabei mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler. Hier die wichtigsten Ergebnisse.

 

Wie funktioniert Berufsorientierung heute?

 

Digitale Ausbildungsmessen, digitales Azubi-Speeddating, Online-Praktika oder Social Media sind wichtige digitale Wege, über die sich Jugendliche zu Berufen informieren können. Schon heute nennen 66 Prozent der Befragten das Internet als häufigste Recherchequelle zur Berufsorientierung – gefolgt vom betrieblichen Praktikum (44,6 Prozent) und Informationen aus der Schule (36,4 Prozent). Seit der Corona-Pandemie haben Angebote wie digitale Unternehmer-Talks, Online-Berufsberatungen oder virtuelle Ausbildungsmessen stark zugenommen. Bei der Nutzung ist hier aber noch Luft nach oben: Lediglich 27,6 Prozent der Jugendlichen gaben an, bereits selbst an so einem Angebot teilgenommen zu haben. Weitere 41,1 Prozent hatten zwar bereits von derartigen Maßnahmen gehört, sie jedoch nicht genutzt. 31,3 Prozent haben damit noch keinerlei Erfahrung gemacht.

 

Jungs und Mädchen – Unterschiede bei der Nutzung von Social Media?

 

Mehr als jeder vierte Befragte surft auf der Suche nach Informationen über einen passenden Beruf durchs Netz. Auffällig dabei ist aber: Mädchen recherchieren vor allem über das Internet und Social-Media-Kanäle und nutzen häufiger das Informationsmaterial der Schulen und der Berufsberatung der Arbeitsagentur. Jungs greifen dagegen eher auf das Informationsmaterial von den Unternehmen zurück und nutzen Betriebsbesuche vor Ort, um sich zu informieren.

 

Welche Kanäle sind besonders beliebt?

 

Die (audio-)visuellen Plattformen Instagram und Youtube liegen laut Umfrage bei der Berufsorientierung vorn. Auf diesen Plattformen können Unternehmen in kurzen Videos ihr Unternehmen, das Team und den Ausbildungsalltag zeigen. Besonders gut kommen Filme von Mitarbeitenden an. 83,4 Prozent der Jugendlichen, die Youtube für die Berufswahl nutzen, finden die Videoplattform besonders hilfreich; bei Instagram sind es 60,2 Prozent.

 

Relevant wird auch Tiktok: Die Plattform, bekannt für lustige Kurzvideos, ist vor allem bei den jüngeren Befragten sehr beliebt. Große Unternehmen wie die Supermarktkette Lidl ober auch das Klinikum Dortmund betreiben über Tiktok bereits erfolgreich ihr Ausbildungs- und Personalmarketing. Auffallend ist, dass sich die 16-Jährigen nicht nur auf einer Plattform informieren, sondern durchschnittlich 2,4 Plattformen besuchen. Kaum genutzt mit Blick auf den späteren Job werden Social-Media-Plattformen wie Snapchat (2,3 Prozent), Twitter (2,1 Prozent), Facebook (1,9 Prozent), Linkedin (1,9 Prozent) oder Xing (1,3 Prozent).

 

Was wünscht sich der Nachwuchs von den Unternehmen?

 

Vor allem eins: praxisnahe Informationsangebote. Am häufigsten wünschen sich die Jugendlichen Unterrichtsbesuche, bei denen Unternehmensvertreter in die Schule kommen. Etwa vier von zehn Befragten wünschen sich Unternehmenspraktika. Auch digitale Angebote und Besuche vor Ort sind für etwa ein Drittel der Befragten interessant: Sie kontaktieren Informationsplattformen wie berufenet.de, beroobi.de oder azubyo.de sowie interaktive Online-Portale. Aus Sicht der Jugendlichen ist es weniger angebracht, wenn Unternehmen Informationen direkt für Lehrkräfte und Eltern bereitstellen. Eltern sind zwar faktisch die wichtigsten Ansprechpartner, allerdings möchten Jugendliche Berufsinformationen direkt erhalten und finden es weniger hilfreich, wenn dies über die Eltern läuft. Denn die Information aus erster Hand ist ungefiltert und ermöglicht konkrete Rückfragen. Dies drückt auch den Wunsch der Jugendlichen nach Unabhängigkeit aus.

 

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