Reportagen

Feuerwehr-Übung auf dem Rhein

In Action: So trainieren Feuerwehrleute für Einsätze auf Schiffen.

von Redaktion

· Lesezeit 4 Minuten.

Feuerwehr-Übung unter extremen Bedingungen

Retten, löschen, bergen, schützen: Die Mobile Übungsanlage Binnengewässer (MÜB) bietet für die Aufgaben der Feuerwehr eine besondere Umgebung. Auf dem umgebauten Rheinschiff können Feuerwehren aus ganz Europa Einsätze unter den schwierigen Bedingungen der Binnenschifffahrt üben. Was passiert, wenn auf einem Schiff ein Container kippt? Was, wenn Chemikalien beim Transport austreten oder Passagiere gerettet werden müssen? Und was muss die Feuerwehr beachten, wenn es unter Deck brennt?

Feuerwehrmänner gehen an ihre Grenzen

Auf der MÜB kommen die Teilnehmer aus Werkfeuerwehren, Freiwilligen und Berufsfeuerwehren an ihre Grenzen - und nehmen wertvolles Wissen für ihre nächsten Einsätze mit. Schließlich ist der Rhein die wichtigste deutsche Verkehrsader nicht nur für Flusskreuzfahrer, sondern auch für die chemische Industrie. „Wir. Hier.“ waren mit der Kamera an Bord und haben Feuerwehrleute begleitet, die alles geben.

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Ein kühler Oktobermorgen, hier am Mannheimer Hafen. Im Schatten der BASF-Anlage bereitet sich eine Feuerwehrmannschaft auf eine entscheidende Übung vor – Schiffsbrandbekämpfung. Es sind harte Bedingungen, denen die Feuerwehrleute heute auf der Regina Rheni ausgesetzt sind.        

Man hat wenig Platz, das ist einfach was ganz anderes. Das Feuer kann sich viel schneller ausbreiten als in einem normalen Gebäude.

Es sind ja sauerstoffunterversorgte Brände, dann kann die Hitze so schnell nicht weg, das Metall heizt sich extrem stark auf und dadurch wird das Löschwasser natürlich auch sehr schnell verdampft und dann sind Schiffe grundsätzlich so aufgebaut, dass die Verkehrswege sehr schmal sind und sehr schlecht sind.

Die Übung für den Ernstfall beginnt. In der kurzen Ansprache wird klar: Feuer ist auf dem Schiff ausgebrochen. Flammen breiten sich schnell aus, das Metall beginnt unter der Hitze zu arbeiten. Ein Löscheinsatz unter Zeitdruck – Männer und Ausrüstung müssen an Bord!     

Die Feuerwehrleute lernen bei solchen Übungen auch in hektischen Situationen Ruhe zu bewahren. Die eigene Sicherheit steht an erster Stelle. Der Truppenführer studiert die Pläne des speziell umgebauten Tankers zur besseren Übersicht: Jetzt ist alles bereit ist für den Einstieg in den eisernen Rumpf des Schiffs.  

Es geht hinab in die Tiefe. Ein echter Abstieg ins Ungewisse. Es ist enorm dunkel, warm und durch die bereits laufenden Löscharbeiten herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Die engen Gänge sind für die Mannschaft nur schwer passierbar. Dabei sollen sich nicht nur die Feuerwehrleute einen Weg durch das fast 100 Meter lange Schiff bahnen, sondern es müssen auch Schläuche verlegt und schwere Ausrüstung zum Brandherd getragen werden.    

Vorbereitet wurden die Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz durch die vielen verschiedenen Trainings der letzten vier Tage. Ladungssicherung, Schiffskühlung und Orientierungsprüfungen in Theorie und Praxis sind nur einige Punkte, die hier unter realistischen Bedingungen im Lehrgang zu Wasser von Werk-, Berufs- oder freiwilligen Feuerwehren geübt werden können.

Das dadurch gewonnene Wissen wird nun im großen Finale – der Schiffsbrandbekämpfung auf der Regina Rheni – authentisch auf die Probe gestellt. Den dort oben, wo die Flammen toben, entscheiden die bereits erlangten Erfahrungen schließlich über Erfolg und Misserfolg des Einsatzes.

Wenig später dann aber Erleichterung, die ersten Männer steigen wieder aus der Tiefe empor mit der wichtigen Botschaft – Brand gelöscht, Übung erfolgreich abgeschlossen.     

Damit enden die Anstrengungen der letzten Tage und die Teilnehmer sind erschöpft, aber stolz auf ihre vollbrachten Leistungen. Denn gerade das Üben solcher Szenarien ist aus vielerlei Hinsicht ein Muss.    

Auf jeden Fall sehr wichtig, damit man das mal gesehen hat. In der eigenen Einheit vor Ort, bei uns zuhause, kann man das ja nicht so üben.

In Rheinland-Pfalz haben wir ja den Streckenabschnitt in Europas dichtest befahrener Wasserstraße, wo maximaler Güter- und Personenverkehr stattfindet – im Mittelrheintal. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit schon relativ hoch, dass es zu solch einem Szenario kommt und bisher gab es und gibt es nichts Vergleichbares, was praktisch die Ausbildung ermöglicht.

Damit diese Absicherung auch flächendeckend greift, fährt die Mobile Übungsanlage Binnengewässer – kurz MÜB – in wenigen Tagen weiter den Rhein hinauf nach Straßburg, damit das einzigartige deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt auch grenzüberschreitend Feuerwehren in Europa erreicht und die Schifffahrt auf der belebten Route somit für alle sicher bleibt.

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