Tatortkomissarinnen Ulrike Folkerts und Lisa Bitter. Foto: ARD, Hackenberg

Freizeit in Rheinland-Pfalz

Filme, Serien, TV: Drehorte in Rheinland-Pfalz

Kamera-Teams lieben Schlösser, Städte und Weingüter der Region

· Lesezeit 4 Minuten.

„Ruhe Bitte! Ton ab! Kamera ab!“: Promis, Kameras und Scheinwerfer sind in Rheinland-Pfalz keine Seltenheit. Ob Kino oder TV-Serie, viele Stars und Sternchen sind im Hunsrück, in der Eifel oder in einem der Schlösser „zu Hause“. Wer möchte, kann die Orte der Filmgeschichte besuchen und spürt dort vielleicht einen Hauch von Hollywood und Studiorealität. Legendär ist das „Festival des deutschen Films“, das jährlich in Ludwigshafen stattfindet – dieses Jahr allerdings nur im Internet 

„Tatort“ aus Ludwigshafen

Sonntagabend ist „Tatort“-Zeit in der ARD: Wenn Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, rechts) und Hauptkommissarin Johanna Stern (Lisa Bitter) in Ludwigshafen ermitteln, geht eine der beliebtesten Krimiserien auf Sendung. 1989 stieg Odenthal als „Die Neue“ in die Serie ein, heute ist sie die dienstälteste Kommissarin. Zahlreiche Außenaufnahmen kommen aus der herben Arbeiterstadt: So befindet sich beispielsweise Odenthals Filmwohnung in der Prinzregentenstraße. Als Kulisse dienten auch die „Hemshofschachtel“ („Babbeldasch“), Oggersheim, die Pfingstweide und die Innenstadt („Leonessa“) oder die markante Brücke. Gedreht wird aber nicht nur in Ludwigshafen: Die Aufbauten für das Kommissariat stehen im baden-württembergischen Baden-Baden. In einem ehemaligen Kinderheim sind die Büros der Kommissare, Verhörräume, Staatsanwaltschaft und die Gerichtsmedizin untergebracht. www.ludwigshafen.de

Drehort Ludwigshafen: Die Tatortkomissarinnen Ulrike Folkerts und Lisa Bitter. Foto: ARD, Hackenberg

„Weingut Wader“ lässt grüßen

„Weingut Wader“ heißt die beliebte Weingut-Saga, die in der ARD ausgestrahlt wurde. Zu sehen sind die letzten Teile noch in der ARD-Mediathek bis Anfang Juni 2020. Munter wechseln sich in der Serie die filmischen Schauplätze des Familiendramas an der Pfälzer Weinstraße ab. Herzstück ist natürlich das „Weingut Wader“, das in Wirklichkeit Weingut Schäffer heißt und in der idyllischen Schloßstraße 100 in Neustadt-Hambach liegt, unterhalb des Hambacher Schlosses. Man darf es bei einer gemütlichen Einkehr gerne besuchen. Weitere Drehorte in Neustadt an der Weinstraße waren bislang das Kaffeehaus Fridericus, die Heim’sche Sektkellerei sowie der Marktplatz an der Stiftskirche. Gedreht wurde aber auch in der Tanzstraße in St. Martin oder am Deidesheimer Marktplatz.

www.schaefferwein.de

Drehort Hambach: Winzer Schäffer öffnete sein Weingut für die Serie „Weingut Wader“. Foto: Tobias Kauf

Klappe und Action für „Indiana Jones“

Dieses Märchenschloss ist der Traumdrehort für viele Filmemacher: Beinahe unbeschadet überdauerte Schloss Bürresheim die Zeit. In der mittelalterlichen Burg aus dem 12. Jahrhundert erwartet die Besucher eine prächtige Innenausstattung mit authentischem Mobiliar sowie zahlreichen Bildern und sonstigen Einrichtungsgegenständen. Dazu kommt die weitläufige barocke Gartenanlage – eine perfekte Kulisse! Zu sehen zum Beispiel in dem berühmten Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. In dem Kinderfilm „Der Prinz und der Prügelknabe“ wird es zum Schloss des Königs, und auch für den WDR-Märchenfilm „Rumpelstilzchen“ fanden Dreharbeiten auf dem Schloss statt. Der prächtige Garten schmückt übrigens als Hingucker den Werbespot für „4711 Echt Kölnisch Wasser“.

www.eifel.info/a-schloss-buerresheim

Drehort Schloss Bürresheim:  Hier wurden Teile von Indiana Jones inszeniert. Foto: Kruft

Die perfekte Filmkulisse

Die engen Gassen und Winkel von Beilstein an der Mosel dienten schon zahlreichen Spielfilmen als Kulisse. Die 140-Seelen-Gemeinde gab zum Beispiel den richtigen Hintergrund für den einst sehr bekannten Heimatfilm „Wenn wir alle Engel wären“ mit Heinz Rühmann (1936). Ältere Semester erinnern sich vielleicht auch noch daran, wie das Kölner Urgestein Willi Millowitsch als „Der wahre Jakob“ (1960) die 108 Stufen der Klostertreppe hinabstieg. Auch Schauspieler Curd Jürgens war einst hier: Der „Schinderhannes“ (1958) wurde im romantischen „Dornröschen der Mosel“ gedreht.

www.beilstein-mosel.de

Drehort Beilstein: Filmlegenden wie Heinz Rühmann, Curt Jürgens oder Willi Millowitsch drehten in diesem idyllischen Ort. Foto: C. Arnoldi

„Der Bulle und das Landei“

Vom Standesamt zur Polizeiwache? Das hätte man sich im malerischen Fachwerkort Monreal lange nicht träumen lassen! Doch Filmproduzenten wählten genau diesen Schauplatz: In der Krimiserie „Der Bulle und das Landei“ (Start Mai 2010) wurde im „Viergiebelhaus“ kräftig ermittelt. Der Plot: Der Großstadtbulle Robert Killmer (Uwe Ochsenknecht) hat eine Liaison mit der Frau seines Chefs. Deshalb wird er von Frankfurt versetzt – aufs Land, in die Eifel. In der rund 800 Einwohner zählenden Ortsgemeinde Monreal arbeitet er mit Ortspolizistin Kati Biver (Diana Amft) zusammen. In der letzten Folge heiraten die beiden Protagonisten übrigens – vielleicht lag’s ja am romantischen Hintergrund des Polizeireviers?

www.monrealeifel.de

Drehort Monreal:  In der Idylle des Dörfchens wurde die TV-Serie „Der Bulle und das Landei“ gedreht. Foto: Ingo Becker

Heimat: Kino-Feeling mit Edgar Reitz

In Morbach im Hunsrück öffnete Anfang 2019 das „kleinste Kino in Rheinland-Pfalz“ seine Pforten: Gerade mal 30 Plätze auf 40 Quadratmetern bietet das „Kino Heimat“. Es ist eine Hommage an Filmemacher Edgar Reitz, dessen Filmtrilogie „Heimat“ als ein Meilenstein der deutschen und internationalen Filmgeschichte gilt. Die Hunsrück-Saga rückt die Heimat des Autors und Regisseurs ins Zentrum weltpolitischen Geschehens. In Morbach ist Reitz geboren und aufgewachsen. Im ehemaligen Uhrmacherladen seines Vaters, in der Biergasse 5, lädt das „Café Heimat“ nun zum Besuch ein. Im Obergeschoss kann man in zwei Ausstellungsräumen Original-Filmrequisiten und Drehbücher bestaunen. Das benachbarte Programmkino – früher die Garage des Filmemachers – zeigt regelmäßig seine Filme.

www.cafe-heimat-morbach.de

Drehort Morbach: Hier öffnete 2019 das „kleinste Kino der Welt“, eine Hommage an Filmemacher Edgar Reitz. Foto: Iris Müller

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