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„Sandwichposition“? Sie hat auch Vorteile!

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„Sandwichposition“? Sie hat auch Vorteile!
Trainiert Führungskräfte der Chemie- und Pharmaindustrie in Rheinland-Pfalz: Coachin Bianca Blatz. Foto: privat

Das Wichtigste auf einen Blick: 

•  Auch wenn viele Leute in dieser Rolle es nicht auf Anhieb so empfinden: Die mittlere Führungsebene hat einen großen indirekten Einfluss und kann aktiv Lösungen anstoßen.
•  Die Rolle fördert gezielt Selbstreflexion als Schlüsselkompetenz: Sie ist wichtig, um klar zu kommunizieren, Stress zu bewältigen und wirksam zu führen.  
•  Die tägliche Arbeit im Spannungsfeld hilft enorm bei der beruflichen Weiterentwicklung: Führungskräfte lernen zum Beispiel, besser zu kommunizieren und mit komplexen Problemen umzugehen.

 

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Viele Führungskräfte der Chemie- und Pharmaindustrie in Rheinland-Pfalz kennen das Gefühl, zwischen zwei Fronten zu stehen. Sie setzen Ziele des Managements um – und müssen sie nach unten an ihre Teams kommunizieren und mit ihnen umsetzen.  

Der Begriff Sandwichposition klingt nach Zerrissenheit – dabei hat ein solcher Job durchaus auch große Vorteile! Wir.Hier. beleuchtet zusammen mit Führungskräfte-Coachin Bianca Blatz aus Wachenheim an der Weinstraße die drei größten Pluspunkte der mittleren Führungsebene. 

Vorteil 1: Warum Führungskräfte in der Sandwichposition großen Einfluss haben

„Viele Führungskräfte in der Sandwichposition glauben, dass sie selbst nichts verändern können“, erklärt Bianca Blatz, die für den Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz Führungskräfte trainiert. „Dabei haben sie einen großen indirekten Einflussbereich!“ Konkret sieht das so aus: Beschäftigte in einer Sandwichposition sind üblicherweise besonders gut vernetzt. Denn sie haben viel mit der Geschäftsführung zu tun, aber auch mit anderen Ebenen. „Das ist eine Riesenchance“, sagt Blatz. 

Wie man diese Vernetzung nutzen kann? „An den richtigen Stellen Informationen teilen, unterstützen und strategisch netzwerken“, rät die Coachin. Dazu gehört auch der Smalltalk  an der Kaffeemaschine. Sie rät: „Trauen Sie sich, auch Informationen noch oben weiter zu kommunizieren!“ Möglichst mit Fingerspitzengefühl und ohne Kollegen namentlich in eine Bredouille zu bringen. Also nicht „Herr Mayer hat kritisiert, dass …“, sondern „Im Team gibt es die Sorge, dass …“.

Gerade weil Führungskräfte mit Brückenfunktion Spannungen und Stimmungen oft früher wahrnehmen als das Top-Management, sind ihre Hinweise wertvoll. „Deshalb sind Sie auch in einer guten Position, um aktiv Lösungen vorzuschlagen“, sagt Blatz. Zumal sie wissen, wie das Management tickt. „Also gehen Sie strategisch vor und überlegen Sie sich, wie Sie für Ihr Anliegen bei der Geschäftsführung am besten argumentieren können.“

Vorteil 2: Die Sandwichposition fördert Selbstreflexion 

Wer in einer Sandwichposition ist, hat die besten Voraussetzungen, eine der wichtigsten Soft Skills zu perfektionieren: Selbstreflexion! Wer sich selbst gut kennt, versteht eigene Denkmuster, emotionale Reaktionen und typische Entscheidungsfehler. Die Sandwichposition zwingt fast zur Selbstreflexion, denn, so Blatz: „Nur, wenn ich selbst eine innere Klarheit habe, kann ich nach außen klar kommunizieren.“ In ihren Trainings arbeitet die Coachin deshalb mit Führungskräften daran, genau diese Klarheit zu entwickeln. 

Hilfreich seien Fragen wie: „Was sind meine Bedürfnisse und Schwächen? Wie ticke ich, was sind meine Trigger, was lässt mich emotional reagieren?“ Das Ziel ist eine gute „Selbstführung“, wie Blatz es nennt. „Man sollte seine Glaubenssätze überprüfen und seine Verhaltensmuster beobachten und hinterfragen.“ Ein kritischer Glaubenssatz kann zum Beispiel lauten: „Ich will es allen recht machen.“ Im Alltag sorgt er für Probleme – denn Führungskräfte setzen sich damit selbst unter Druck und erreichen dieses Ziel trotzdem oft nicht. 

„Sein Harmoniebedürfnis muss man als Führungskraft ein Stückweit beiseite legen“, rät Blatz. „Zumindest sollte es einen nicht daran hindern, auch mal kritische Gespräche zu führen oder Konflikte anzugehen.“ Falls man ein freundschaftliches Verhältnis zu Teammitgliedern hat, hilft es, Rollenklarheit zu schaffen. Zum Beispiel so: „Hör zu, ich führe das Gespräch jetzt als Vorgesetzte, das hat nichts mit unserer Freundschaft zu tun.“

Warum aber ist Selbstreflexion überhaupt so ein großer Vorteil? Selbstreflexion hilft nicht nur, klarer zu kommunizieren. Sie kann Missverständnissen vorbeugen, den Umgang mit Stress erleichtern, belastende Situationen entschärfen, Fehler in Lernchancen verwandeln – und Führung glaubwürdiger machen.

Vorteil 3: Die Sandwichposition als Chance für berufliche Weiterentwicklung

Und daraus folgt auch schon der dritte Vorteil der Sandwichposition: Sie ist ein perfekter Ausgangspunkt, um sich noch weiter zu entwickeln. Wer Führungskraft der mittleren Ebene ist, lernt durch Spannungsfelder. Übt täglich, mit komplexen Aufgaben umzugehen. Wird Meister in Kommunikation und hebt seine soziale Kompetenz auf ein neues Level. 

Und lernt im besten Fall auch, bei alldem gelassen zu bleiben. Blatz macht deutlich: „Viele der vermeintlichen Nachteile der Sandwichposition sind in Wirklichkeit große Chancen.“

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