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Pause machen

Gärtnern für die Artenvielfalt

Wie einheimische Arten sich bei uns wohlfühlen

· Lesezeit 3 Minuten.

Summten vor 20 Jahren noch viele bunte Insektenvölkchen durch die Luft, sind es heute laut Naturschutzbund 80 Prozent weniger. Wissenschaftler warnen, dass wir uns im sechsten großen Artensterben der Erdgeschichte befinden. Doch wir können auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon etwas tun.

Gärtnern für Bienen und Schmetterlinge

Bieten Sie eine große Vielfalt an heimischen Pflanzen wie Kornblume, Wiesensalbei oder Nickendes Leimkraut. Von März bis Oktober sollte für Insekten immer etwas blühen. Als Bestäuber oder Futterquelle tragen sie selbst zur Artenvielfalt bei. Wildbienen zum Beispiel: Rund 28 Pflanzengattungen in Deutschland werden nur von ihnen bestäubt. Doch ein Drittel der Wildbienen ist bedroht. Einige freuen sich über Nisthilfen aus rissfreiem Hartholz mit glatten Bohrungen. Auch Schmetterlinge brauchen Hilfe, etwa mit Raupen-Futterpflanzen wie Brennnesseln oder Brombeeren: 70 Prozent gelten als ausgestorben oder bestandsgefährdet.

Samen, Früchte und Insekten für Vögel

Weniger Exoten, mehr Gezwitscher: Einheimische Blumen, Stauden und Sträucher bieten Vögeln Samen und Früchte. Außerdem leben auf ihnen viele Insekten, ebenfalls beliebte Vogelnahrung. Wie vogelfreundlich heimische Pflanzen sind, zeigen Eberesche und Weißdorn: Rund 63 Vogelarten fressen Vogelbeeren, am Weißdorn wurden 163 Insektenarten beobachtet. Wer wenig Platz hat, kann Unkraut wachsen oder Laub liegen lassen: Auch darin lebt Kleingetier. Schutz und Nistplätze bieten Hecken, Sträucher, Bäume oder Reisighaufen. Halb offene Nistkästen (Halbhöhlen) helfen selteneren Arten wie Gartenrotschwanz, Grauschnäpper oder Bachstelze.

Ein Platz für Säugetiere

Kleine Säugetiere sind durch menschliche Besiedlung in Not. Fledermäuse zum Beispiel leiden unter Wohnungs- und Nahrungsmangel, viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Mit nachtblühenden, nektarreichen Pflanzen wie Leimkraut locken Sie Nachtfalter – eine Fledermaus-Lieblingsspeise. Höhlen in alten Bäumen oder Fledermauskästen an einer ruhigen Ecke der Hauswand helfen bei der Wohnungssuche. Auch Gartenschläfer sind vom Aussterben bedroht. Wie Igel freuen sie sich über naturnahe Gärten mit einheimischen Sträuchern, Obstbäumen, Baumhöhlen und dichten Hecken, die Unterschlupf und Nahrung bieten.

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Wasserstellen zum Trinken und Baden

Besonders im Sommer sind Wasserstellen für Garten- und Balkongäste wichtig. Zum Beispiel eine flache Schüssel mit Wasser oder eine Vogeltränke. Ein paar Steine oder Murmeln darin helfen Insekten wieder heraus. Bei mehr Platz kann ein ökologisch angelegter Gartenteich ab etwa drei Quadratmetern zum wertvollen Biotop werden. Am besten klappt das an sonnigen Plätzen mit flachen Ufern, damit Kleinsäuger wieder herausfinden. Abdichten können Sie ihn mit Lehm oder umweltfreundlichen Teichfolien und Sand. Vorsicht: Seerosen können den Teich abdecken und so Sauerstoffmangel auslösen, größere Fische gefährden Larven und überdüngen das Wasser schnell.

Ökomittel nutzen

Immer noch verteilen die Deutschen rund 500 Tonnen Pestizide in ihren Gärten. Aber die können neben ihren eigentlichen „Zielen“ auch anderen Insekten, Samen und Früchten schaden – und wiederum deren Konsumenten. Die Stoffe sickern zudem in den Boden. Verzichten Sie also so weit es geht auf solche Mittel. Gegen unliebsame Pflanzen hilft eine große Werkzeugauswahl. Und starke Pflanzen können sich gegen Fressfeinde meist selbst schützen. Stärken Sie sie mit gesunden Böden: Nach zehrenden Pflanzen wie Kürbis, Gurke oder Kartoffel bauen Sie im nächsten Jahr anspruchslosere wie Karotten oder Radieschen an. Den Boden zwischendurch gut lockern und mit natürlichen Mitteln düngen (siehe auch Seite 15).

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