Ausbildung in der Chemie

Digitalisierung: Auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten

Die Chemiebranche setzt immer mehr auf eine digitale Ausbildung.

· Lesezeit 4 Minuten.

Was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction wirkte, ist heute Alltag: Lässig setzen sich Azubis VR-Brillen auf, schauen sich in chemischen Betrieben um, schweißen oder reparieren Pumpen virtuell. Sie lernen in der Schule und im Homeoffice, quatschen mit Ausbildern im Chat und haben alle Infos auf dem Tablet. Was konkret geht? Wir haben uns umgesehen. 

 

VR-Brillen, 3-D-Druck-Technologie, Hololens – für BASF-Azubis schon Realität

Zum BASF-Ausbildungsstart stellen sich - zu sehen in unserem Titelbild - 900 Azubis akkurat als Tablet auf: „Für den Chemiekonzern ist die Digitalisierung eines der großen Zukunftsthemen in der Ausbildung“, sagt Ausbildungsleiter Markus Hermann. Neue digitale Lernmodule und -methoden wurden eingeführt, um auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten: Wie unterstützen Tablets und QR-Codes die Wartung von Anlagen? Zum Einsatz kommen zudem VR-Brillen, die 3-D-Druck-Technologie und Hololens – diese Mixed-Reality-Brillen blenden dreidimensionale Projektionen in die natürliche Umgebung ein.

 

Umsehen, quatschen, schweißen – virtuell bei Freudenberg

Gefahrlos ausprobieren: Auszubildende bei Freudenberg schweißen erst einmal virtuell. Foto: FreudenbergMit einem digitalen Online-Nachmittag begrüßt der Technologiekonzern Freudenberg in Corona-Zeiten seine Neuen. Auf dem virtuellen Rundgang und im Chat mit dabei: Chefs, Ausbildungsleiter, Ausbilder. „Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten“, freut sich Wilhelm Schüttler, Leiter der technischen Ausbildung. Digital ist auch die Ausbildung: „Beim virtuellen Schweißen haben wir – wie beim richtigen Schweißen – einen Schweißhelm auf“, erklärt Teresa Schütz (21), Mechatronikerin im zweiten Lehrjahr. „Aber vorne ist ein Display drin mit digitaler Anzeige. Man schweißt erst einmal ohne Hitze, mit dem Schweißstab in der Hand. Ein Programm zeichnet auf, in welchem Winkel man das Gerät hält oder wie die Schweißnaht aussieht.“

 

Matchen oder Quizzen? Digitale Berufsorientierung in der Chemie

Matchen oder Quizzen? Digitale Berufsorientierung in der Chemie. Foto: ElViWelche Ausbildung passt zu mir? In drei Minuten lässt sich das klären – mit dem ElVi-Ausbildungsfinder. Das Berufsorientierungsspiel gehört zur Ausbildungskampagne Elementare Vielfalt (ElVi). Einfach 23 Fragen beantworten und yepp! Einer der über 30 Ausbildungsberufe passt. Noch Fragen? Dann können Freunde mithilfe der „Peer-Rating-Funktion“ direkt via Whatsapp, Facebook oder E-Mail helfen. Wie das geht, erklärt Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim. Darüber hinaus gibt’s noch das ElVi-360-Grad-Ausbildungsquiz: Erkunde per Smartphone Ausbildungsumgebungen in 360 Grad. Wer löst die Quizfragen im virtuellen Raum? Die Besten messen sich im Highscore-Ranking. Top auch die ElVi-Ausbildungsbörse: Über 400 Chemiebetriebe bieten bundesweit rund 4.000 freie Ausbildungsplätze und duale Studienangebote an.

Chemie-Azubi

Ob Zahnpasta am Morgen, extraflache Handy-Displays oder energiesparende Autoreifen: Chemie begleitet uns überall im Alltag. Wer hier mitmachen möchte, nur zu! Die chemische Industrie bietet über 50 Ausbildungsberufe vom Chemikanten bis hin zum kaufmännischen Angestellten an. Infos von Insidern stehen im Chemie Azubi-Blog: authentische Einblicke in die Arbeitswelt mit Azubis, Ausbildern und Fachleuten. Dazu gibt’s Bewerbungs- und Prüfungstipps.

 

Nachwuchs an Zukunftsthemen beteiligen

Beim Primasenser Fenstersystemgeber Profine lernt der Nachwuchs immer öfter virtuell am Laptop. Foto: Nicolas Veith, Profine.Beim Pirmasenser Fenster-Systemgeber Profine wartet ein Interaktiv-Schulungsraum auf die Azubis. Eine am Ausbildungsrahmenplan orientierte Software sorgt für maßgeschneiderte Inhalte. Nachwuchs wird übrigens bevorzugt über die firmeneigene Karriere-Website gesucht: Hier gibt es neben den klassischen Infos auch einen „Karriere-Blog“. Das Azubi-Marketing läuft übrigens seit Jahresbeginn über Instagram: „In Zukunftsthemen dieser Art sind auch unsere dual Studierenden eingebunden“, erklärt Nicolas Veith vom Personalmarketing.

 

Tolle Prüfung trotz Corona – dank Lernplattform

Glückwunsch: Bianca Marman hat bei Jansen Farben und Lacke dank digitaler Technologien trotz der Corona-Einschränkungen einen tollen Abschluss gemacht. Foto: Jansen„Lernstoff online“ gibt’s wegen der Corona-Verordnungen beim Hersteller von Maler- und Spezialprodukten Jansen in Ahrweiler. Die Schüler werden durch ihre Lehrer mit Online-Aufgaben versorgt, der Austausch klappt via E-Mail, der Online-Plattform der Berufsschule und Telefonkonferenzen. Bianca Marmann (22), frischgebackene Industriekauffrau, hat ihre Prüfung trotz der erschwerten Bedingungen gerade exzellent absolviert: „Ich stand mit meinen Lehrern wochenlang in einem digitalen Austausch“, sagt sie.

Sofastart – Deutschlands digitale Azubimesse von zu Hause aus

Eine Ausbildung finden – ohne aus dem Haus zu gehen? Gibt’s tatsächlich mit der digitalen Ausbildungsmesse www.sofastart.de. Die Chemiebranche ist schon da, allen voran BASF, Freudenberg und Evonik. Die Firmen helfen bei der Berufsorientierung und informieren interessierte Jugendliche über Bewerbung, Ausbildungschancen, duale Studienangebote und Startprogramme. Cool: Im Live-Chat trifft man die Ausbilder. Wer möchte, kann ein ganz persönliches Gespräch führen und seine Fragen direkt stellen. Schon das Richtige gefunden? Dann im Anschluss mit wenigen Klicks direkt beim Unternehmen bewerben.

Noch nicht genug? Hier gibt es noch mehr Einblicke in die Ausbildung in der Chemie in Rheinland-Pfalz.

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Über den Autor

Sabine Latorre

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