Das Wichtigste auf einen Blick:
- IT Sicherheitskoordinatoren übernehmen vielfältige Aufgaben wie Risikoanalysen, Sicherheitskonzepte und die Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
- Die Nachfrage nach diesen Skills bleibt hoch, unter anderem wegen steigender Cybergefahren und mehr Investitionen in Cyberschutz und Landesverteidigung.
- Der typische Zugang erfolgt über ein Studium. Dazu gibt es mehrere Optionen in Rheinland-Pfalz.
Auch wenn der Fachkräftemangel in den Ingenieurberufen konjunkturbedingt nachgelassen hat: Untern anderem im Bereich Informatik gibt es immer noch einen Engpass. Wie der Verband deutscher Ingenieure meldet, dürfte dies mittelfristig auch so bleiben oder sich verschärfen, denn:
- Die Studienanfängerzahlen sinken.
- Zugleich scheiden mehr IT-Profis aus dem Berufsleben aus als nachrücken.
- Investitionen in die Landesverteidigung und in die IT-Sicherheit der Unternehmen erhöhen den Bedarf an Profis für IT-Sicherheit.
Die Allrounder für IT-Sicherheit
IT-Sicherheitskoordinatoren und IT-Sicherheitskoordinatorinnen bringen in aller Regel ein abgeschlossenes Studium im Bereich IT-Sicherheit mit. Wer führen will, sollte den Master machen, rät die Bundesagentur für Arbeit.
Die Tätigkeit der IT-Sicherheitskoordinatoren und IT-Sicherheitskoordinatorinnen im Unternehmen ist sehr vielfältig und verantwortungsvoll: Sie
- beraten in Sicherheitsfragen,
- analysieren Risiken und Schwachstellen,
- setzen Sicherheitskonzepte und Richtlinien auf,
- kennen die technischen Standards und die Gesetzeslage,
- können Aufwand und Nutzen kalkulieren und
- führen Sicherheitsmaßnahmen durch, bis hin zur Anwenderschulung und Dokumentation.
Ein bisschen nerdig sein schadet nicht, aber man braucht auch Sozialkompetenzen
Schutzsysteme auswählen, testen, Updates durchführen, Systeme und Schwachstellen untersuchen – all das erfordert viel IT-Wissen in Theorie und Praxis sowie einen analytischen Blick und Beharrlichkeit.
Um Implementierungen durchzuführen, braucht man zudem Skills in Projektmanagement und Organisation.
Da IT-Sicherheitskoordinatoren und IT-Sicherheitskoordinatorinnen mit vielen Stakeholdern zu tun haben, sind Zielgruppenorientierung, Überzeugungskraft und kommunikative Stärken wichtig.
IT-Sicherheit – ein digitales Berufsfeld, das noch digitaler wird
KI perfektioniert die Cyberkriminalität. Aber sie hilft auch IT-Sicherheitsprofis. Beispielsweise gibt es Fraud-Detection-Systeme, die in Echtzeit Daten auswerten und Betrugsversuche per Mustererkennung identifizieren. KI-Programmierassistenten dienen Fachkräften im IT-Bereich als Unterstützung. So erzeugen sie durch maschinelles Lernen neue Codeabschnitte und helfen bei der Fehlersuche.
Auch so genannte Compliance-Management-Systeme haben inzwischen KI-Funktionen. Sie schützen Unternehmen zum Beispiel vor Regelverstößen und entsprechenden Bußgeldern.
Ein wichtiger Punkt sind Zugriffsrechte in den unternehmensinternen Systemen. Sie können ein Einfallstor für Manipulationen sein. Identity- und Access-Management-Systeme (IAMS) verbessern die IT-Sicherheit, indem sie die Zugriffsrechte, Zugänge und erforderlichen Zertifikate der Mitarbeitenden überwachen.
Dies sind nur einige Beispiele für die fortschreitende Digitalisierung des Berufs IT-Sicherheitskoordination. Dem Job-Futuromaten zufolge sind 40 Prozent der Tätigkeiten automatisierbar. Da aber auch die Herausforderungen steigen und die Arbeitsmarktperspektiven positiv sind, ist dies keine negative Aussage über die Jobaussichten.
Zum Vergleich: Der Mechatronikerberuf ist zu 88 Prozent automatisierbar. Er bleibt aber ein Engpassberuf. Der Schauspielerberuf ist nach derzeitigem Stand nicht automatisierbar. Er ist jedoch durch wenige offene Stellen und viele Arbeitslose gekennzeichnet.
IT-Sicherheit studieren, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz
IT-Sicherheit kann man Vollzeit an einer Hochschule, als Fernstudium oder als duales Studium studieren. Die duale Variante – Studium und Berufsausbildung in einem – wird dabei beispielsweise mit dem Beruf Fachinformatiker/in der Fachrichtung Digitale Vernetzung kombiniert.
Die Studiengänge heißen dabei nicht unbedingt IT-Sicherheit. Sie können etwa Cyber Security and Privacy, Informatik oder IT-Forensik heißen. In Rheinland-Pfalz gibt es unter anderem diese Möglichkeiten:
Die Hochschule Mainz bietet den Studiengang Cyber Security Management als Vollzeitstudium und als duales Studium an. Die entsprechenden Ausbildungsberufe sind: Fachinformatik in den Richtungen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten-/Prozessanalyse und digitale Vernetzung. Auch eine kaufmännische Ausbildung ist möglich, und zwar Digitalisierungsmanagement und IT-Systemmanagement. Gut zu wissen: Die Chemiebranche bildet in diesen Berufen aus.
Die RPTU in Kaiserslautern bietet im Rahmen ihres Informatikstudiums neuerdings das Modul „Sichere Systeme“ an.
Die Hochschule Trier bietet mehrere Studiengänge mit KI-Bezug an. Im dualen und im Vollzeit-Studiengang Informatik am Hauptcampus in Trier stellen die Themen KI und IT-Sicherheit Pflichtmodule dar. Dies gilt auch für die Studiengänge „Künstliche Intelligenz und Data Science“ sowie „Wirtschaftsinformatik“. Letzterer wird in Vollzeit und dual angeboten.