Made in Rheinland-Pfalz

7 Innovationen aus RLP

So innovativ sind die Chemieunternehmen in Rheinland-Pfalz

von Matilda Jordanova-Duda

· Lesezeit 3 Minuten.
Innovationen aus Rheinland Pfalz, Foto: AdobeStock
Foto: AdobeStock

Innovative Produkte entstehen in Rheinland-Pfalz nicht nur beim Platzhirschen BASF. Wir haben sieben spektakuläre Innovationen gesammelt, welche die Kreativität von Hochschulen, Startups und des Mittelstands mehr als deutlich zeigen.

Deckel drauf

Ein abnehmbarer Plastikdeckel auf der Schwenkschurre der Betonmischer verhindert künftig, dass Beton auf die Straße tropft. Den säure- und witterungsresistenten Kunststoff hat der Spezialist für technische Kunststoffe, Philippine, aus Lahnstein entwickelt. Zusammen mit Partner StreeProtec löst das Unternehmen dadurch ein altes Problem: Das auslaufende Beton hat in der Vergangenheit immer wieder Motorradfahrer gefährdet und musste aufwändig von der Straße entfernt werden.

Nerven wachsen lassen

Nervenbahnen, die bei einer Operation oder einem Unfall getrennt wurden, wachsen wieder zusammen – in Leitschienen aus Chitosan. Das Mainzer Unternehmen Medovent hat die Röhrchen aus dem Biopolymer entwickelt. Das Material ist verträglich, wirkt antibakteriell und verhindert die Narbenbildung. So sollen die operierten Körperteile keine Empfindungen einbüßen. Chitosan wird aus Chitin gemacht, einem sehr verbreiteten Naturstoff. Medovent nutzt dafür die Panzer von Krabben und Garnelen, die ein Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie sind.

Bio-Carbon

Kohlenstofffasern sind leicht, robust und deshalb als Baumaterial für Autos und Flugzeuge sehr begehrt. Bisher wird Erdöl als Rohstoff genutzt. Das Institut für Verbundwerkstoffe an der TU Kaiserslautern forscht an einem Öl-Ersatz aus Lignin. Der pflanzliche Rohstoff fällt in großen Mengen bei der Papierherstellung ab. Lignin hat einen hohen Gehalt an Kohlenstoffatomen. Um daraus Fasern zu spinnen, muss er allerdings mit anderen (Bio)Polymeren gemischt werden.

Darmkrebs erkennen

PharmGenomics aus Mainz hat den europaweit ersten genbasierten Darmkrebs-Früherkennungstest (ColoAlert) entwickelt. Hintergrund: Nicht einmal jeder fünfte Anspruchsberechtigte geht zur Darmspiegelung, weil er die invasive Untersuchung fürchtet. Die alternative Untersuchung der Stuhlprobe auf Blut gilt als weniger zuverlässig. ColoAlert analysiert das Genmaterial im Stuhl und identifiziert die spezifischen DNA-Spuren von Tumorzellen. Der nicht-invasive Test soll Krebs immerhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent erkennen können.

Kalt verschweißen

Membranspeicher speichern Energie oder dämpfen Pulsationen in Fahrzeugen und Industrieanlagen. Sie bestehen aus zwei Kammern, die durch eine Membran getrennt sind. Die Kammern sind jeweils mit Gas und Hydraulik-Öl gefüllt. Das Unternehmen Freudenberg Filtration Technologies aus Weinheim hat in einem innovativen Verfahren die Herstellung der Speicher wie auch die Modelle selbst verbessert. Freudenberg verschweißt die beiden Kammern durch elektromagnetische Wellen kalt miteinander. Das geht im Sekundenbruchteil und ohne Kontaminationen. Das Verfahren senkt Kosten, erlaubt es, Stahl durch Alu zu ersetzen und reduziert so das Gewicht der Bauteile. Fahrzeughersteller wissen das besonders zu schätzen.

Schlucken statt spritzen

Novo Nordisk will Diabetes-Patienten die Insulin-Einnahme erleichtern. Viele Kranke empfinden das tägliche Spritzen als sehr belastend. Das Pharmaunternehmen aus Mainz hat eine Insulin-Tablette entwickelt und an Patienten getestet. Die Ergebnisse waren genauso gut wie bei der Injektion. Bevor die Tablette auf den Markt kommt, muss Novo Nordisk allerdings noch die Wirkstoffherstellung optimieren.

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Weg mit dem Gestank

Reinigungsmittel der Firma Neutec aus Bodenheim bereiten auch hartnäckigen Gerüchen ein Ende. Die Firma macht Reinigungs- und Pflegeprodukte für den Profi-Bereich aus nachwachsenden Rohstoffen und entwickelt nach Kundenwunsch. Einer der Neutec-Kunden importiert Fisch: Die Container stanken trotz häufiger Reinigung. Die patentierte Substanz von Neutec zersetzt die Geruchsmoleküle ein für alle Mal.

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