Gesund werden mit der Chemie. Grafik: Wolff

Zahlen & Fakten RLP

Gesundheit in Rheinland-Pfalz und der Chemie

Zahlen und Fakten zu Krankheiten und Präventionsangeboten.

· Lesezeit 4 Minuten.

Wie krank sind rheinland-pfälzische Arbeitnehmer im Schnitt? Wie sieht es in der Chemieindustrie aus? Und was tun Firmen und Verbände, um die Mitarbeiter fit zu halten? Antworten in unseren Zahlen und Fakten:

 

Medikamente (Symbolbild)Medikamente

In Rheinland-Pfalz werden überdurchschnittlich viele Medikamente verschrieben – das belegen Zahlen verschiedener Krankenkassen. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) kommt für 2018 auf einen Bundesschnitt von 247 Tagesdosen je Versichertem und auf 262 für Rheinland-Pfalz. Enorm ist der Unterschied bei den Versicherten der BKKs: Deren Gesundheitsreport nennt einen Deutschland-Schnitt von 478 Dosen – und sogar 560 in Rheinland-Pfalz. Traditionell übertreffen nur die östlichen Bundesländer und das Saarland diesen Wert.

 

Chemie (Symbolbild)Wenige Unfälle in der Chemie

Die Unfallstatistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigt, dass die Chemie im Branchenvergleich zu den sichersten Arbeitsumfeldern gehört. Pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden in der chemischen Industrie wurden im Jahr 2018 nur 9,5 Arbeitsunfälle gemeldet – deutlich weniger als der branchenübergreifende Durchschnitt von 14,8.

 

Sicherheit geht vor

Damit die Angestellten im Unternehmen sicher und ohne Gefahr für ihre Gesundheit arbeiten können, halten sich die Firmen der chemischen Industrie an strenge Vorschriften. Die Betriebssicherheitsverordnung beispielsweise regelt, dass alle Maschinen und Anlagen sicher steuerbar sind. Bei der Prüfung der Einhaltung der Vorschriften beziehen Unternehmen auch die ergonomische und altersgerechte Bedienung ein. Zusätzlich befolgen Firmen die Gefahrstoffverordnung. Diese regelt, mit welchen Substanzen Mitarbeiter im Betrieb hantieren dürfen, welche Sicherheitsvorkehrungen bei bestimmten Stoffen eingehalten werden müssen und welche Substanzen eine zu hohe Gefahr für ihre Gesundheit darstellen.

 

Responsible Care (Symbolbild)„Responsible Care“-Initiative

Die Chemieindustrie will sich nicht nur an bestehende Vorschriften für Gesundheitsschutz im Betrieb halten, sondern darüber hinausgehen. Deshalb hat die Branche schon vor 29 Jahren die Initiative „Responsible Care“ gestartet. Sie setzt Leitlinien für Gesundheit und Nachhaltigkeit in Unternehmen, die über gesetzliche Regelungen hinaus die Gesundheit der Mitarbeiter schützen. Und diese wirken: So war 2017 etwa die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden in Unternehmen, die die Initiative umsetzen, noch einmal deutlich niedriger (5,6) als im Chemie-Durchschnitt (9,5).

 

Geld (Symbolbild)Tarifleistungen für die Gesundheit

Auch der neue Tarifvertrag der Chemiebranche berücksichtigt das Thema Gesundheit. Der Abschluss sieht einen „Zukunftsbetrag“ für Mitarbeiter von zunächst 9,2, später dann bis zu 23 Prozent eines Monatsentgelts vor. Über dessen Verwendung einigen sich die Betriebsparteien. Möglich wäre, dass Mitarbeiter den Betrag für Gesundheitsangebote nutzen, die über die Leistung der Krankenversicherungen hinausgehen. Etwa Krankenzusatzversicherungen, Sport- und Fitnessangebote, Beratungen, Schulungen und Vorsorgeuntersuchungen.

 

Unterstützung der Verbände

Die Chemieverbände unterstützen Betriebe beim Engagement für die Mitarbeitergesundheit. Sie treffen sich regelmäßig mit Gesundheitsexperten und erstellen Konzepte, Umsetzungstipps und Seminare für Firmen, damit diese ihre betriebliche Gesundheitsförderung stetig verbessern können. Im Fokus unter anderem: die Digitalisierung und deren Einfluss auf die Gesundheit. In einer „Toolbox Arbeiten 4.0“ haben die Verbände Leitfäden und Merkblätter entwickelt, die Mitgliedsunternehmen helfen, digitale Technologien mit besonderer Rücksicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter einzuführen und zu nutzen.

 

Krankheitsdaten (Grafik)

 

Krankheitstage

An den Krankheitstagen lässt sich ablesen, wie unterschiedlich die Mitgliedschaften verschiedener Krankenkassen sind: Laut AOK-Fehlzeitenreport hat der durchschnittliche AOK-Versicherte 2018 19,4 Tage wegen Krankheit gefehlt. Die häufigste Ursache: Rückenschmerzen. Auch bei den Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) dominierten Rückenleiden, sie waren aber im Schnitt nur 15,5 Tage krank. Versicherte der Betriebskrankenkassen (BKKs) fielen im Schnitt 18,5 Tage aus.

Rheinland-pfälzische Versicherte waren jeweils länger krank als der Bundesschnitt: 16,2 Tage bei den TK-Versicherten, 21,5 bei den BKKs. Die BKK zählte im Land zudem eine große Anzahl besonders „kranker“ Landkreise, die weit über dem Bundesschnitt für Krankheitstage lagen.

Die Chemiebranche liegt sowohl in Deutschland insgesamt als auch in Rheinland-Pfalz jeweils rund zwei Tage über dem Krankheitsschnitt aller Wirtschaftsbereiche. Unsere Branchenmitarbeiter im Land lagen 2018 sogar an der Spitze der Krankheitstabelle.

Krankheitstrends

Am Beispiel des BKK-Gesundheitsreports zeigt sich ein allgemeiner Trend: Die Zahl der Krankheitsfehltage ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen – bei den BKKs von 11,9 Tagen pro Mitarbeiter im Jahr 2007 auf 18,5 im Jahr 2018. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist das häufigere Auftreten – oder zumindest die häufigere Diagnose – von psychischen Krankheiten.

Krankheitsbilder

BKK-Versicherte aus Rheinland-Pfalz fielen 2018 am häufigsten mit Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems aus, also etwa Rückenschmerzen: 930.943 Tage waren es insgesamt. Platz zwei ging wegen der Grippewelle an Atemwegserkrankungen (762.110), Rang drei belegten psychische Erkrankungen mit 586.736 Tagen. Bei anderen Kassen war das Bild ganz ähnlich.

Das vorbildliche Gesundheitsmanagement beim Pharmaunternehmen AbbVie Deutschland. 

  • Like
  • PDF
Newsletter