Politik & Wirtschaft

Deutsche Chemie wächst langsamer

· Lesezeit 2 Minuten.

Die Produktion steigt im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent, Chemikalienpreise legen 0,6 Prozent zu, der Branchenumsatz bleibt auf hohem Niveau stabil (-0,1 Prozent)

Die Bilanz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland für das zweite Quartal 2018 fällt zufriedenstellend aus. Die Wachstumsdynamik vom Jahresanfang hat aber deutlich nachgelassen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche stagnierte demnach von April bis Juni auf hohem Niveau. Während im Inland die Erlöse leicht sanken, verbuchte die Branche im Ausland das achte Umsatzplus in Folge. Die Produktion legte im zweiten Quartal nur verhalten zu. Steigende Rohstoffkosten führten zu Preiserhöhungen bei chemischen Grundstoffen. Insgesamt sind die Chemieunternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage noch zufrieden. Die Erwartungen für die Zukunft sind dagegen getrübt, da die konjunkturellen Risiken durch den nahenden Brexit und den schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China zunehmen.

VCI-Präsident Kurt Bock sagt zur Chemiekonjunktur: „Umsatz und Auslastung der Branche lagen im zweiten Quartal noch auf hohem Niveau. Aber vieles deutet darauf hin, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr im Vergleich zur ersten Jahreshälfte nachlassen wird. Insbesondere die Exporterwartungen sind nicht mehr so positiv wie zu Jahresbeginn.“

Prognose

Der VCI rechnet für 2018 weiterhin mit einem Zuwachs der deutschen Chemieproduktion um 3,5 Prozent. Chemikalien verteuern sich voraussichtlich um 1,5 Prozent. Der Branchenumsatz wächst um 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro.

Produktion

Im zweiten Quartal 2018 stieg die Chemieproduktion im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr produzierten die Chemieunternehmen 5,4 Prozent mehr. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen war weiterhin gut und betrug von April bis Juni 84,5 Prozent.

Erzeugerpreise

Steigende Rohstoffkosten sorgten im zweiten Quartal 2018 für weiter anziehende Chemikalienpreise. Chemieprodukte kosteten daher von April bis Juni 0,6 Prozent mehr als im Vorquartal und 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Umsatz

Der Branchenumsatz blieb im zweiten Quartal 2018 auf hohem Niveau stabil. Gegenüber dem Vorquartal sanken die Erlöse nur minimal um 0,1 Prozent. Das Vorjahr konnte gleichzeitig um 5,8 Prozent übertroffen werden. Die Nachfrage kam vor allem von den Auslandsmärkten.

Beschäftigung

Zur Fachkräftesicherung haben die Chemieunternehmen auch im zweiten Quartal 2018 wieder mehr Stellen geschaffen. Die Branche hat aktuell 459.700 3Mitarbeiter. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Den vollständigen VCI-Quartalsbericht 2/2018 gibt es auf https://www.vci.de/ im Pressebereich zum Download.

  • Like
  • PDF

Das könnte Sie auch interessieren

Chemie: Tarifverhandlungen vertagt

Die Tarifrunde für die Chemie- und Pharma-Industrie ist nach zweitägigen Verhandlungen vertagt worden. Die Verhandlungen für 1.700 Betriebe mit 585.000 Beschäftigten werden am 23. und 24. Februar in Wiesbaden fortgesetzt. Strittig ist vor allem, wie die Lasten durch den andauernden Wohlstandsverlust fair verteilt werden.

Warum Wandel so schwer ist

Schon seit Jahren sind die Begriffe Transformation und Strukturwandel allgegenwärtig. Doch was bedeuten sie genau? Und was ist an der Veränderung eigentlich so schwierig? Wir.Hier. hat Antworten.

Wechseln zur Seite International Articles Wechseln zur Seite Wir.Hier.news.