Chemie-Faktencheck

So gelingt der Grillabend

Grillen ist bei den Deutschen im Sommer äußerst beliebt. Ein paar Tipps helfen, das Grillen noch schöner zu machen. Worauf Sie achten sollten.

von Christine Haas

· Lesezeit 3 Minuten.
Fisch und Gemüse auf dem Grill.
Leckere Abwechslung: Fisch und Gemüse sind gute Alternativen zu Grillfleisch. Foto: Chris - stock.adobe.com

Auf der eigenen Terrasse, im Park oder am Badesee: Grillen ist bei den Deutschen im Sommer äußerst beliebt. Gut zwei Drittel der Menschen machen es alle zwei Wochen oder häufiger. Ein paar Tipps helfen, um die Zeit am Grill noch besser zu machen. Worauf Sie achten sollten – und wie Rheinland-Pfälzer den Grill-Genuss nachhaltiger machen wollen.

Geeignete Kohle und andere Alternativen

In fast jeder zweiten Grillkohle steckt laut Umweltbundesamt Holz aus ökologisch wertvollen Tropenwäldern. Es empfiehlt sich, auf vertrauenswürdige Siegel zu achten wie FSC- oder Bio-Siegel. Auch ein Wechsel auf Gas- oder Elektrogrill lohnt und ist gesünder, weil sich bei der Speisenzubereitung weniger Schadstoffe entwickeln. Zudem sollte man beim Feuermachen Papier und Kiefernzapfen meiden.

Grill-Innovation aus Mainz

Zwei Schülerinnen aus Rheinland-Pfalz wollen das Grillen nachhaltiger machen: Helena Dillmann und Pauline Fesser fanden im vergangenen Jahr heraus, dass ein Gemisch aus Pflaumenkernen und Laub eine leicht entzündbare Alternative zu Grillkohle ist. Mit Mehl oder Speisestärke lässt sich die Mischung zu Briketts pressen. Die beiden Mainzerinnen berechneten, dass dieser Brennstoff deutlich weniger klimaschädliches Kohlenstoffdioxid erzeugt als Holzkohle. Dafür wurden sie im Landeswettbewerb Rheinland-Pfalz von „Jugend forscht“, den BASF ausrichtet, ausgezeichnet.

Eine Frage des Geschmacks

Schmeckt Fleisch besser, wenn es mit Holzkohle statt mit Gas oder elektrisch gegrillt wird? Für viele Menschen kommt echtes Grillgefühl nur mit Kohle auf. Die Geschmacksträger sind unter anderem Röstaromen. Und die entstehen, wenn Grillgut aus Eiweißen scharf angebraten wird. Das geht auch auf Gas- oder Elektrogrills.

Mehr Gemüse, weniger Rind

Der Großteil der schädlichen Emissionen beim Grillen entsteht durch das, was auf den Grill draufkommt. Wer diese reduzieren möchte, sollte auf Rindfleisch verzichten. Besser fürs Klima sind zum Beispiel Käse und Gemüse. Es gibt viele Rezeptideen – von Peperoni mit Mozzarella-Füllung bis zu Champignons mit Kräuterbutter. Vegane Alternativen sind Produkte aus Tofu, Seitan oder Soja. Bei Fisch empfehlen sich ungefährdete Arten wie Karpfen.

Die Chemie muss stimmen

Nicht grillen sollte man gepökeltes Fleisch. Werden Räucherspeck oder Bockwurst erhitzt, können krebserregende Nitrosamine entstehen. Auch verkohlte Stellen am Grillgut sollten nicht verzehrt werden. Schwarze Krusten entstehen vor allem, wenn Fett oder Bier in die Kohlenglut tropfen und sich der aufsteigende Rauch auf das Fleisch legt. Vorsicht vor Alu-Grillschalen oder -Folie: Bei salz- und säurehaltigen Speisen wie Tomaten, Schafskäse und Co. kann das Aluminium beim Grillen auf die Lebensmittel übergehen.

Schlemmen ohne Stress

In der Öffentlichkeit ist Grillen auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Infos dazu haben die jeweiligen Gemeinden. Im eigenen Garten oder auf der Terrasse darf man jede Art von Grill nutzen. Auf Balkonen gilt: Offenes Feuer ist untersagt. Zudem kann im Mietvertrag oder der Hausordnung ein Verbot stehen. Schon häufiger mussten Gerichte entscheiden, wie oft gegrillt werden darf – und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eins befand sogar, dass Grillen nur einmal pro Monat stattfinden und zwei Tage vorher angekündigt werden sollte. Um Streit zu vermeiden: mit den Nachbarn abstimmen.

Saubere Sache

Verkrustete und eingebrannte Stellen am Grill sollten möglichst schnell gesäubert werden. Grobe Reste lassen sich mit Zeitungspapier vom Rost entfernen. Ist der Rost abgekühlt, lässt er sich mit Wasser und Spülmittel säubern. Bleiben dennoch Verschmutzungen, kann es helfen, sie mit Grillreiniger zu behandeln und anschließend mit Scheuerschwamm oder Stahlwolle zu bearbeiten. Zudem gibt es einige Hausmittel, mit denen sich Verkrustungen entfernen lassen: etwa Apfelessig oder Kaffeesatz. Auch ein Natron-Wasser-Gemisch kann helfen. Edelstahl-Roste dürfen auch in die Spülmaschine.

  • Like
  • PDF
Newsletter