Freizeit-Tipps

Wo Kinder Naturwissenschaften erleben

Die besten Angebote in Rheinland-Pfalz und im Internet.

von Sabine Latorre (Recherche und Text) und Lena Wolff (Infografik)

· Lesezeit 4 Minuten.

Kinder, die sich für Naturwissenschaften interessieren, sind in Rheinland-Pfalz genau richtig: Das Land ist ein gigantischer Naturwissenschafts-Spielplatz und bietet jede Menge Erlebnisse rund um Chemie, Technik, Mathe, Bio oder Physik. Wir haben die spannendsten Angebote gesammelt. 

Miniforscher in Unternehmen

Für kleine Tüftler öffnen Firmen gerne ihre Tore: Sie ermöglichen zum Beispiel Schülerpraktika oder den Girls’ Day – wie Renolit, Werner & Mertz oder Röchling. Evonik bietet dazu den Kinder-Workshop „Science-Camp“ an. Das größte Angebot hält die BASF in Ludwigshafen bereit: Im „Kids’ Lab“ laufen spannende Programme für Schüler und Familien. Man analysiert Obst, Gemüse und Wasser oder geht auf eine atemberaubende Chemiezeitreise. Am Erlebnissamstag (zweimal pro Monat) darf man das Werk erkunden eine multimediale Ausstellung bewundern – alles kostenlos.

Wissenschaftswettbewerbe

Bei „Leben mit Chemie“, einem Experimentierwettbewerb für Schüler in Rheinland-Pfalz, ging es 2019 um stabile Seifenblasen. 3.277 Mädchen und Jungen machten mit. Die Aufgaben für 2020 gibt’s ab September. Kniffeliger ist die Vorbereitung zur Internationalen Junior Science Olympiade an der Universität Mainz. Nicht zu vergessen der Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“: Tara Moghiseh aus Kaiserslautern holte 2019 den ersten Preis in der Kategorie Arbeitswelt.

Erlebnis-Museum

Im Mitmach-Museum Dynamikum in Pirmasens heißt es kurbeln, rennen, springen. Spielerisch kommen die Besucher naturwissenschaftlichen Gesetzen auf die Spur: Wieso bewegen sich Objekte wie von Geisterhand? Welche Kräfte wirken in einer Achterbahn? Wie hoch kann man springen? Spannend ist der Krimi im Escape-Room. Dort geht es zu wie in einem „Tatort“: Es beginnt mit Blumengießen beim Nachbarn und nimmt dann eine unheimliche Wendung. Hobbykommissare müssen den Fall in einer Stunde lösen.

Angebote für Kitas und Schulen

Woraus besteht die Farbe Schwarz? Kann Wasser bergauf laufen? Wie funktioniert eine Teebeutelrakete? Wer Drei- bis Sechsjährige beim Tüfteln beobachtet, sieht sofort ihre Begeisterung. Damit Kinder ihren Fragen nachgehen und forschend die Welt entdecken können, fördert Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ in den Kitas das Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge. Damit die Kinder auch nach dem Übergang in die Schule den Spaß an der Forschung nicht verlieren, spendieren die Chemieverbände Rheinland-Pfalz Chemiekästen für die experimentelle Praxis.

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Die Kinder-Uni

Roboter bauen, Farbexperimente, 3-D-Druck: „Spielerische Auseinandersetzung mit den Themen, gepaart mit ‚Uni-Feeling‘, sorgt regelmäßig für glückliche, zufriedene Gesichter“, berichtet Bernd Ruhland, Informatikprofessor an der Hochschule Worms. „Die Kinder-Uni ist wichtig als Einstiegspunkt in unserem Gesamtkonzept der Steigerung der MINT-Attraktivität für junge Menschen.“ Die sollen fasziniert von den Zusammenhängen unserer technischen Welt sein, sollen diese besser verstehen und für „ihre mögliche berufliche Lebensgestaltung“ angeregt werden. In Rheinland-Pfalz gibt es zwölf Kinder-Unis, etwa in Ludwigshafen, Mainz und Koblenz, aber auch in Birkenfeld oder Landau. Die Kurse für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren laufen meist in den Sommerferien.

Forschertage und Forscherferien

Ferien sind zum Forschen da. Zum Beispiel an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Die Kleinen dürfen experimentieren, die Älteren gleich mehrere Tage hintereinander eigene Projekte durchführen, etwa über „Kriminalistik“, „Farbe“ oder „Boden“. Wer lieber rechnet, ist im Felix-Klein-Zentrum für Mathematik der TU Kaiserslautern gut aufgehoben. Die Universität Koblenz-Landau lockt mit Technik-Camps. Junge Wissenschaftler dürfen übrigens auch selbstständig experimentieren, etwa in den chemischen Labors des Instituts für Integrierte Naturwissenschaften in Koblenz. Das bietet auch die Hochschule Trier an: Hier wird aus Zitronensaft Zaubertinte, aus einer leeren Plastikflasche ein Sonnenspringbrunnen, aus einem Rotkohl ein Regenbogen, oder ein Pudding wird zum Leuchten gebracht.

Online experimentieren

Im Internet steht kleinen Forschern die Labortür immer offen: Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) zum Beispiel hat tolle Materialien ins Netz gestellt wie „Mit Spaß und Neugierde Phänomene der Natur entdecken“ oder „Experimente mit Aha-Effekt“. Einfach gratis herunterladen und loslegen. Oder wie wäre es mit einem Besuch bei Dr. Blubber? In seiner BASF-Forscherwelt geht es zu wie in einem richtigen Labor. „Komm rein“, fordert der rundliche Dr. Blubber die Besucher freundlich auf – und schon geht’s los. Kleiner Tipp: Ohne Kittel und Schutzbrille kommt man nicht ins virtuelle Labor.

College-Kurse für Kluge

Fit im Kopf und wissbegierig ohne Ende? Dann ist vielleicht das Kinder-College in Koblenz genau richtig. Die außerschulische Fördereinrichtung bietet begabten Kindern – ergänzend zu Schule und Kindergarten – in Wochenendkursen intellektuelle Unterstützung sowie emotionale Wertschätzung an. Das national und inzwischen auch international bekannte Begabtenzentrum wird vom Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Derzeit bietet das Kinder-College rund 80 Kurse an. Pro Halbjahr nutzen 500 bis 900 Kursteilnehmer im Alter von 3 bis 16 Jahren das Programm an jedem zweiten Samstag.

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