Das Wichtigste auf einen Blick:
- CareFlex Chemie ist eine vom Arbeitgeber finanzierte Pflegezusatzversicherung für Tarifbeschäftigte der Chemie – ganz ohne Gesundheitsprüfung und ohne Papierkram. Die Basisabsicherung kostet den Mitarbeitenden nichts.
- Die Versicherung greift ab dem siebten Beschäftigungsmonat und zahlt im Pflegefall monatlich 300 Euro bei ambulanter und 1.000 Euro bei stationärer Pflege.
- Mitarbeitende können ihre Absicherung freiwillig aufstocken und auch Familienangehörige über CareFlex versichern lassen.
In der Chemie-Branche leisten erfahrene Mitarbeiter einen essenziellen Beitrag für die Unternehmen - und ihre Bedeutung wächst aufgrund des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels immer weiter. Mit dem Alter steigt jedoch auch die Wahrscheinlichkeit, Pflegeleistungen in Anspruch nehmen zu müssen. Deshalb haben die Sozialpartner gemeinsam die Pflegezusatzversicherung CareFlex für die Chemie-Mitarbeiter ins Leben gerufen, die seit dem 1. Juli 2021 genutzt wird. Hier gibt es alle wichtigen Informationen.
Was ist CareFlex?
CareFlex Chemie ist eine Pflegezusatzversicherung, die alle tariflichen Mitarbeiter der Chemiebranche für den Pflegefall absichert. Sie ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Sozialpartner haben die Zusatzversicherung gemeinsam in der Tarifrunde 2019 beschlossen. Die Versicherten können außerdem zusätzlich ihre eigene Absicherung individuell über das Grundniveau aufstocken und ihre Familienangehörigen versichern. Der Arbeitgeber kann freiwillig entscheiden, ob auch seine außertariflichen und Leitenden Angestellten in die Versicherung einbezogen werden sollen.
Wie hoch die Kosten im Pflegeheim sein können, zeigt die Rechnung für Rheinland-Pfalz: Zum 1. Juli 2026 ergeben sich im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.554 Euro pro Monat – rechnerisch vor dem 15-prozentigen Zuschuss der Pflegekasse zum pflegebedingten Eigenanteil. Nach diesem Zuschuss verbleiben laut vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz durchschnittlich 3.289 Euro Eigenbeteiligung pro Monat.
Auch die Regeln der gesetzlichen Pflegeversicherung könnten sich ändern. Der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz sah unter anderem vor, den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro bei Pflegegrad 1 entfallen zu lassen, die Schwellenwerte bei der Einstufung in Pflegegrade anzuheben und die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige künftig auf 70 Prozent der bisherigen Beträge zu begrenzen. Seit dem 30. September 2026 liegt auch ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Noch ist die Reform nicht geltendes Recht; ob diese Punkte im neueren Entwurf unverändert stehen, muss vor Veröffentlichung geprüft werden.
Was kostet die Pflegezusatzversicherung?
Mitarbeiter zahlen nichts für die Basisabsicherung über CareFlex. Den monatlichen Beitrag von 33,65 Euro für jeden Beschäftigten übernimmt der Arbeitgeber. Nach Angaben des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) ist dieser Beitrag seit der Einführung unverändert und bleibt auch 2027 stabil. Dies gilt sowohl für tarifliche wie außertarifliche Versicherte, wenn diese in die Versicherung einbezogen werden.
Wie mache ich mit?
Tarifliche Mitarbeiter müssen sich nicht selbst um die Teilnahme an der Pflegezusatzversicherung kümmern. Der Arbeitgeber übernimmt sowohl die Anmeldung aller Beschäftigten als auch die Beitragszahlung.
Wer ist über CareFlex versichert?
Durch CareFlex sind die tariflichen Mitarbeiter der Chemiebranche ab dem siebten Monat ihres Anstellungsverhältnisses versichert. Ausnahmen sind Auszubildende, Werkstudenten, Praktikanten, Geringverdiener und Mitarbeiter, denen entweder zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses ein Pflegegrad zugesprochen war oder rückwirkend wurde. Sollen außertarifliche und Leitende Angestellte einbezogen werden, muss der Arbeitgeber alle seine Mitarbeiter für CareFlex anmelden. Eine individuelle Versicherung einzelner außertariflicher Mitarbeiter ist nicht möglich.
Welche Leistungen bietet CareFlex?
Im Pflegefall zahlt die Versicherung den Betroffenen bei ambulantem Pflegebedarf des Pflegegrads 2 bis 4 monatlich ein frei verfügbares Pflegegeld von 300 Euro. Bei stationärer Pflege im Heim mit Pflegegraden 2 bis 5 beträgt die Zahlung 1.000 Euro im Monat. Wer die Versicherung in Anspruch nehmen muss, ist von der Beitragszahlung befreit.
Stand Juli 2026 erhielten nach laut BAVC 1.261 CareFlex-Versicherte laufend Pflegegeld; 430 von ihnen standen weiterhin in einem Arbeitsverhältnis. Das sind laufende Leistungsfälle zu diesem Stichtag, nicht die Gesamtzahl der Versicherten.
Ein großer Vorteil von CareFlex: Da alle Tarifbeschäftigten der Chemie versichert werden, entfällt die individuelle Gesundheitsprüfung. Wer sich also bisher eine Zusatzversicherung beispielsweise aufgrund des Alters nicht leisten konnte, ist dadurch ebenfalls abgesichert. Stand Juli 2026 erhielten nach Angaben des BAVC 1.261 CareFlex-Versicherte laufend Pflegegeld; 430 davon standen noch in einem laufenden Arbeitsverhältnis.
Muss ich mich über CareFlex versichern lassen?
Mitarbeiter in tarifgebundenen Chemieunternehmen müssen grundsätzlich an der Pflegezusatzversicherung teilnehmen. Ein Verzicht auf die tarifliche CareFlex-Leistung ist möglich, aber nur aus triftigen Gründen. Außerdem müssen beide Tarifparteien dem Verzicht zustimmen. Eine Ersatzleistung oder Ausgleichszahlung erhalten Mitarbeiter, die auf CareFlex verzichten, nicht.
Welche Aufstockungsmöglichkeiten gibt es?
Für die CareFlex-Versicherten gibt es die Möglichkeit, die Absicherung über den Basisschutz hinaus aufzustocken. Möglich ist beispielsweise ein höheres monatliches Pflegegeld im Fall von stationärem oder ambulantem Pflegebedarf. Dafür ist eine Mini-Gesundheitsprüfung mit deutlich weniger Fragen als bei der üblichen Gesundheitsprüfung nötig.
Wie kann ich meine Familie über CareFlex versichern?
Auch ihre Verwandten können Chemiemitarbeiter für einen Zusatzbeitrag privat über die Pflegezusatzversicherung absichern. Bei Ehe- und Lebenspartner und Kindern ist dazu nur eine verkürzte Gesundheitsprüfung notwendig. Bei Eltern, Schwiegereltern und Enkeln braucht es eine normale Gesundheitsprüfung.
Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel oder bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses?
Wer von einem tarifgebundenen Chemiearbeitgeber zu einem anderem tarifgebundenen Chemieunternehmen wechselt, für den ändern sich die Versicherungskonditionen nicht. Wer die Chemiebranche verlässt oder in Rente geht, hat die Möglichkeit, eigenfinanziert und ohne Gesundheitsprüfung weiter in der Versicherung zu bleiben. Nach Angaben des BAVC hängt die Höhe des später privat zu zahlenden Beitrags vom Alter bei der ersten Anmeldung durch den Arbeitgeber ab
Wer versichert mich?
Die Versicherungsleistung wird von einem Konsortium bereitgestellt. Dieses besteht aus der R+V Krankenversicherung und der Barmenia Krankenversicherung.