Arbeiten in der Chemie

Pilze sammeln in Rheinland-Pfalz

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Pilze sammeln in Rheinland-Pfalz

Wann Pilze wachsen

September und Oktober sind die Hauptsaison für Pilzsammler. Dann sprießen unter anderem Wiesenchampignons, Steinpilze, Pfifferlinge und Herbsttrompeten. Da der Wuchs wetter- und nicht jahreszeitenabhängig ist, kann es aber vorkommen, dass es früher losgeht.

Welche Wälder sich lohnen

In Rheinland-Pfalz bieten sich der Soonwald oder der Binger Wald zum Sammeln an. Dort wachsen viele Steinpilze, die bestens für den Verzehr geeignet sind. Aber auch andere Röhrlinge und Morcheln können Sammler mit Glück ins Körbchen legen.

Totentrompete im Wald.
Totentrompete. Foto: Adobe Stock.

Generell mögen Pilze Wärme und Feuchtigkeit und wachsen deshalb vermehrt in Mulden mit Moos oder an Baumstümpfen statt auf trockenem Boden. Außerdem ist man dort erfolgreicher, wo weniger Kräuter am Boden wachsen. Wo etwa Brennnesseln sprießen, sucht man also meist vergeblich.

Pfifferling im Wald.
Pfifferling. Foto: Adobe Stock.

Wo im Wald welcher Pilz wächst

Jede Sorte hat eigene Vorlieben:

  • Steinpilze finden Sammler tendenziell an Fichten, Buchen und Eichen. 
  • Rotkappen stehen eher an Birken,
  • Maronenröhrlinge an Kiefern und Fichten.
  • Und einige Pilze wie der Kiefern- und Eichensteinpilz, die Eichenrotkappe und der Erlengrübling verraten ihre Lieblingsorte schon im Namen.

Aufpassen müssen Sammler aber, dass sie keine Pilze mitnehmen, die unter strengem Naturschutz stehen. Dazu gehören unter anderem Kaiserlinge und Trüffeln. Auch andere Pilzarten sind geschützt, dürfen aber trotzdem für den Eigenbedarf geerntet werden – als Faustregel gilt ein Kilogramm pro Person pro Tag.

Achtung: Giftpilz-Alarm! 

Aber nicht jeder appetitlich aussehende Pilz sollte auch wirklich gegessen werden. Viele unscheinbar oder gar wie Speisepilze aussehende Pilze sind hoch giftig. 

Der wichtigste Tipp: Wissen Sie darüber Bescheid, welchen Pilz Sie sammeln wollen und wie er aussieht! Wer uninformiert alles mitnimmt, hat gute Chancen, auf der Intensivstation zu enden. Vorwissen ist die einzige Möglichkeit, eine unabsichtliche Vergiftung zu vermeiden, erklärt Wolfgang Prüfert von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. „Es gibt keinen anderen Weg, einen Giftpilz von einem essbaren Pilz zu unterscheiden, als die Art zu kennen.“ Giftpilze sehen genauso appetitlich aus, wachsen an denselben Orten wie Speisepilze – und meist schmecken sie auch gut. 

Knollenblätterpilz im Wald.
Knollenblätterpilz. Foto: Adobe Stock.

 

„Der häufigste Anfängerfehler ist, zu glauben, man wisse, was ein Champignon ist“, sagt der Pilzexperte. „Ein Champignon ist keine Pilzart, sondern eine ganze Pilzgattung mit vielen Arten, darunter giftige.“ In Rheinland-Pfalz gibt es rund 50 bis 100 gefährlich giftige Pilzarten. Die häufigsten Fälle von Vergiftungen entstünden – außer beim Verzehr von verdorbenen Exemplaren – durch giftige Champignonarten, sagt Prüfert. Sie sind nicht organschädigend, können aber heftige Vergiftungen im Magen-Darm-Bereich verursachen.

Am gefährlichsten seien aber die Grünen Knollenblätterpilze. Deren Giftstoffe sind Amatoxine wie Phalloidin, die die Leber nachhaltig zerstören können.

Amateurpilzsammler, die das vermeiden wollen, sollten also nur nach bestimmten Arten suchen, über die sie vorher viel gelesen und deren Aussehen sie sich genau eingeprägt haben. „Alles andere sollte man erst mal stehen lassen.“

Mehr Tipps für Mittagspause und Wochenende finden Sie hier.

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