Eine Ölpumpe in Russland.

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Die wichtigsten Ressourcen der Chemiebranche

Ein Überblick über Chemieindustrie-Rohstoffe von Erdöl bis Platin.

· Lesezeit 2 Minuten.

Ein Containerschiff blockiert eine Woche lang den Suezkanal, die wichtigste Wasserstraße der Welt, und bringt Lieferketten durcheinander. Winterstürme in den USA legen Anlagen lahm und bremsen die Produktion wichtiger Vorprodukte für Verpackungshersteller aus. Durch Corona geht die Kautschuk-Gewinnung in Asien zeitweise zurück und macht das Naturprodukt knapp.

All das zeigt, wie verletzlich Lieferketten sind. „Die chemische Industrie ist auf eine sichere Versorgung mit Rohstoffen angewiesen“, betont Henrik Meincke, Chefvolkswirt beim Chemieverband VCI. „Die Störungen der internationalen Lieferketten stellen die Branche vor große Herausforderungen. Die Firmen arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung der Kunden mit Kunststoffen, Kautschuk oder Klebstoffen sicherzustellen.“ Doch – was sind die wichtigen Rohstoffe der Branche?

14 Millionen Tonnen Rohbenzin benötigt die Branche im Jahr

Erdöl & Rohbenzin. Öl ist klar die Nummer eins der Rohstoffe. Der ganz überwiegende Teil wird per Pipeline geliefert, aus Triest, Rotterdam oder Russland. Raffinerien gewinnen daraus Treibstoff und Rohbenzin (Naphtha). 14 Millionen Tonnen Naphtha benötigt die Branche pro Jahr. Sie erzeugt daraus in riesigen Anlagen, sogenannten Steamcrackern wie bei der BASF in Ludwigshafen, mit Dampf und Hitze die Gase Ethylen und Propylen. Sie sind Bausteine für zig Produkte, für Kunst-, Schaum- und Dämmstoffe, Waschmittel, Lacke, Klebstoffe.

Erdgas. Auch das strömt überwiegend durch Pipelines ins Land, etwa aus Russland. 2,7 Millionen Tonnen im Jahr nutzt die Chemieindustrie zum Energieerzeugen oder als Rohstoff. In Spezialanlagen (Haber-Bosch-Verfahren) setzt etwa die BASF es ein, um Wasserstoff für die Produktion von Ammoniak zu gewinnen. Das Gas wird zu 80 Prozent zu Dünger weiterverarbeitet.

Nachwachsende Rohstoffe. 2,6 Millionen Tonnen verarbeitet die Branche im Jahr. Stärke und Zucker sind bei biotechnischen Prozessen gefragt. Aus Zellulose fertigen Chemiefirmen Viskose. Und aus Fetten und Ölen erzeugen sie waschaktive Substanzen (Tenside). Hersteller Werner & Mertz (Marke „Frosch“) baut dabei verstärkt auf Tenside aus europäischem Raps-, Oliven-, Sonnenblumenöl. Etwa in Scheuermilch, Universalreiniger oder Weichspüler.

Ein Mann im Rapsfeld.

Das reaktive Chlor mischt bei der Synthese vieler Produkte mit

Salz. 16 Millionen Tonnen gewinnen Bergwerke und Salinen hierzulande im Jahr; 70 bis 80 Prozent nutzt die Chemie, um Chlorgas und Natronlauge zu erzeugen. Chlor ist sehr reaktiv und mischt bei der Synthese von Kunststoffen sowie vielen Arzneistoffen mit, wobei das Chlor im Prozess oft wieder abgetrennt wird. Der Kunststoff PVC (in Fenstern, Fußböden, Rohren) besteht zu 57 Prozent aus Chlor.

Ein Bagger in einer Salzmine.

Phosphat. Etwa 80.000 Tonnen importiert Deutschland. Vier Fünftel dienen als Dünger, ein Zehntel für industrielle Zwecke. Wie beim Unternehmen Budenheim. Das schützt mit seinen Phosphatprodukten Wasserrohre vor Ablagerungen, macht Kabel schwer entflammbar und Keramik hitzebeständig.

Platin & Palladium. Die Edelmetalle sind unentbehrlich als Katalysatoren. Sie reinigen Autoabgase und sorgen für saubere Luft in Städten. Sie helfen bei der Herstellung von 90 Prozent aller Chemieprodukte. Und in Brennstoffzellen sorgen sie für die Mobilität der Zukunft.

 

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