Nachrichten aus der Chemie

Corona-Zweitimpfung: Erst zwei Spritzen schützen

Was man zur Zweitimpfung gegen Corona wissen muss.

von Stephan Hochrebe

· Lesezeit 3 Minuten.
Zweitimpfung gegen Corona: Richtig vor Corona geschützt ist man erst danach. Hier ein Blick ins Impfzentrum der BASF. Foto: BASF

Mehr Freiheiten nach Einschränkungen und langen Lockdown-Monaten, ein viel besserer Schutz vor Corona-Infektionen, nicht zuletzt vor den neuen Virusmutanten: Es gibt viele gute Gründe für die zweite Schutzimpfung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Warum überhaupt eine Zweitimpfung?

Die meisten hierzulande eingesetzten Impfstoffe bieten erst nach dem zweiten Mal einen sehr guten Schutz vor einer Covid-19-Infektion und schweren Krankheitsverläufen; für das Vakzin von Johnson & Johnson genügt eine Impfung. Hintergrund: Das Immunsystem produziert größere Mengen an schützenden Antikörpern, wenn es zweimal auf denselben Erreger „hingewiesen“ wird. Vieles spricht dafür, dass vollständig Geimpfte auch weniger ansteckend sind.

Wann sollte die Zweitimpfung erfolgen?

In der Regel nach spätestens zwölf Wochen – und frühestens nach drei bis vier Wochen. Für mRNA-Impfstoffe (zum Beispiel Biontech, Moderna) werden eher kürzere Fristen angesetzt als für Vektorvakzine (zum Beispiel AstraZeneca). Denn bei Letzteren entstehen Antikörper, die die Wirkung einer zu frühen „Booster-Impfung“ theoretisch dämpfen könnten. So oder so gilt: Zwei Wochen nach der Zweitimpfung ist voller Schutz erreicht.

Professionell organisiert: Betriebsärzte erleichtern die Pandemiebekämpfung. Foto: BASF

Was, wenn ich die Zweitimpfung verschieben will?

Um richtigen Impfschutz zu erhalten, sollte der zweite Impftermin schon aus Eigeninteresse nicht aufgeschoben werden – zumal eine Verschiebung eigentlich nicht vorgesehen ist. Wer aber mit Fieber im Bett liegt, sollte sich erst auskurieren. Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Wer also krank ist oder aus dringendem beruflichen Grund den zweiten Termin verpasst, benötigt ein Attest vom Arzt oder eine Bestätigung des Arbeitgebers. Ein triftiger Grund fürs Verschieben ist beispielsweise auch ein Trauerfall.

Kann ich die Zweitimpfung vorziehen?

Darauf sollte man sich wenig Hoffnung machen. Schließlich steht der Termin für die Zweitimpfung nicht unter so hohem Zeitdruck. Zudem warten viele andere Menschen noch auf ihre Erstimpfung. Daher verschieben Ärzte ihn eher nach hinten. So oder so sollten Sie Termine aber nicht „schlabbern“, sondern absagen. Kurzfristig geht das über die Hotline 116.117. So besteht die Chance, dass der Impfstoff jemand anderem zugutekommt.

Impfangebote im Betrieb: Bei Beschäftigten sind sie besonders gefragt. Foto: BASF

Ist eine Impfung auch nach einer Corona-Erkrankung sinnvoll?

Ja. Die Erkrankung mit dem Corona-Virus funktioniert wie die erste Impfung. Der Schutz kann durch eine Zweitimpfung verstärkt und langfristig hergestellt werden. Über den richtigen Impfzeitpunkt sollte man unbedingt mit seinem Arzt sprechen, um mögliche Risiken auszuschließen.

Wie lange hält der Impfschutz?

Dazu laufen derzeit Studien. Vieles spricht dafür, dass der Schutz nach der vollständigen Impfung mindestens für ein Jahr anhält.

Kann die Zweitimpfung auch mit einem anderen Impfstoff erfolgen?

Normalerweise werden die erste und zweite Impfung mit dem selben Impfstoff vorgenommen. Neuere Studien weisen allerdings darauf hin, dass die Kombination von zwei unterschiedlichen Vakzinen mehr als eine Notlösung sein könnte – sondern möglicherweise sogar einen stärkeren Schutz erzeugt. Abschließende Befunde dazu gibt es aber noch nicht. In Deutschland ist die sogenannte Kreuzimpfung ebenso anerkannt wie eine Impfung mit nur einem Impfstoff.

Ist die Kreuzimpfung im Ausland anerkannt?

Das hängt vom Land ab. In der EU gibt es kein Problem, sofern man etwa einen gültigen digitalen Impfpass hat, der seit 1. Juli EU-weit anerkannt ist. In den USA beispielsweise laufen dazu noch Untersuchungen.

 

Weitere Informationen: corona.rlp.de

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