Nachrichten aus der Chemie

BASF gibt Update zur Unternehmensstrategie

Der Chemiekonzern führt ein differenzierten Steuerungskonzept und neue finanzielle Leistungskennzahlen ein.

von Redaktion

· Lesezeit 5 Minuten.

Der Chemiekonzern BASF geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität und hat sich Ziele für Scope-3.1-Emissionen gesetzt. Dies gab das Unternehmen im Rahmen eines Updates für Investoren und Analysten in Ludwigshafen bekannt, bei dem Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE, und Finanzvorstand Dirk Elvermann über Fortschritte bei der Umsetzung der im Jahr 2018 kommunizierten Unternehmensstrategie berichteten.

Brudermüller und Elvermann erläuterten, wie das Unternehmen Mittel entsprechend der in der Strategie festgelegten Prioritäten verwendet hat, und stellten einen neuen Ansatz zur differenzierten Geschäftssteuerung hin zu höherer Profitabilität vor.

Attraktive Dividende

Die Unternehmensstrategie von BASF ist auf organisches Wachstum ausgerichtet. Zwischen 2018 und 2022 hat das Unternehmen rund 60 Prozent seiner Ausgaben für Sachinvestitionen sowie für Forschung und Entwicklung verwendet.

Brudermüller betonte die hohe Bedeutung der Aktionärsrendite und einer attraktiven Dividende für den BASF-Vorstand. „BASF hat die Dividende in drei der vergangenen fünf Jahre erhöht und sie aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen 2020 und 2022 auf dem jeweiligen Vorjahresniveau stabil gehalten“, sagte er. Die Gesamtausschüttung seit 2018 beläuft sich auf 15,8 Milliarden Euro, und die durchschnittliche Dividendenrendite beträgt 5,6 Prozent pro Jahr.

Differenzierte Geschäftssteuerung für höhere Profitabilität

Schlüsselelement der im Jahr 2018 vorgestellten Strategie war die Transformation von BASF in eine kundenorientierte Organisation durch die Stärkung der Unternehmensbereiche. Ziel war es, die Bedürfnisse der Kunden besser zu erfüllen. Seitdem hat BASF verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Steuerungsfähigkeiten der einzelnen Geschäfte zu erhöhen.

„Das Unternehmen geht nun einen Schritt weiter mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit von BASF durch die Anpassung der Geschäftssteuerung weiter zu steigern“, so Elvermann. „Wir kombinieren die Vorteile eines differenzierteren Ansatzes zur Steuerung einzelner Geschäfte mit den Vorteilen des Verbunds sowie unserer Aufstellung als integriertes Unternehmen.“

Mit einer differenzierten Steuerung passen Unternehmensbereiche ihre spezifischen Geschäftsmodelle und -prozesse weiter an. Dies wird durch adaptierte Prozessstrukturen, IT-Systeme und Governance-Rahmen unterstützt.

Geschäfte, die nicht so tief in den Verbund integriert sind, erhalten mehr Raum, um den Bedürfnissen ihrer spezifischen Kundenindustrien gerecht zu werden, während sie weiter die Vorteile eines integrierten Unternehmens genießen. Dieser Ansatz wird für Battery Materials und Coatings innerhalb des Segments Surface Technologies sowie für Agricultural Solutions gelten.

BASF wird ihre Verbundgeschäfte – bestehend aus den Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care – weiterhin entlang von Wertschöpfungsketten steuern und Wert schaffen durch den effizienten Einsatz von Ressourcen, die Bündelung von Nachfrage und synchronisierte, tief integrierte Produktion. In Zukunft wird das Management von Wertschöpfungsketten noch entscheidender sein, da das Unternehmen seinen Produkten Nachhaltigkeitsmerkmale wie den Product Carbon Footprint, den Anteil von Biomasse oder Rezyklat zuordnen wird.

BASF ändert Leistungskennzahlen 

Ab Januar 2024 wird BASF die Leistungskennzahlen (KPIs) ändern, die zur Steuerung der BASF-Gruppe verwendet werden. Kurz- und mittelfristig wird das Unternehmen den Schwerpunkt stärker auf das EBITDA vor Sondereinflüssen und den Cashflow legen.

BASF wird weiterhin die Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) als mittelfristigen Steuerungs-KPI verwenden, um den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit von Investitionen beizubehalten.

Mit der differenzierten Steuerung wird BASF auch neue KPIs für ihre Unternehmensbereiche einführen. Geschäfte mit Fokus auf eine einzelne Branche werden stringenter nach branchenspezifischen KPIs gesteuert, während Geschäftsaktivitäten, die tiefer in den Verbund integriert sind, entlang von Wertschöpfungsketten gesteuert werden.

BASF wird einen starken Fokus auf die Cash-Generierung in allen Geschäften legen. Darüber hinaus werden folgende EBITDA-Margen vor Sondereinflüssen angestrebt:
 Verbundgeschäfte: 17 Prozent über den Chemiezyklus
 Battery Materials: 30 Prozent oder mehr (ohne Metalle) bis 2030
 Coatings: mittelfristig 15 Prozent oder mehr
 Agricultural Solutions: mittelfristig 23 Prozent oder mehr

Im Einklang mit diesen Änderungen im Steuerungsansatz wird BASF auch ihre externe Berichterstattung und Prognose anpassen. Mit dem BASF-Bericht 2023, der am 23. Februar 2024 zur Veröffentlichung ansteht, wird BASF eine Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen und den Free Cashflow auf Konzernebene geben, anstatt eines Ausblicks für Umsatz, EBIT vor Sondereinflüssen und ROCE. Darüber hinaus wird das Unternehmen auch auf Segmentebene eine Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen und den Cashflow bereitstellen.

Nächster Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität

BASF berichtete vor den Investorenvertretern auch über ihren Fortschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität, ausgehend vom ursprünglichen Ziel der Strategie von 2018, klimaneutral zu wachsen. Im März 2021 erhöhte BASF dies und setzte Reduktionsziele für Scope-1- und Scope-2-Emissionen: eine Verringerung um 25 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2018 sowie Netto-Null bis 2050. Um diese Ziele zu erreichen, konzentriert sich BASF auf den Einsatz erneuerbarer Energien und Technologien zur CO2-Verminderung.

Angesichts des Fortschritts, den das Unternehmen bei der Beschaffung zuverlässiger Primärdaten zu den Emissionen zugekaufter Rohstoffe gemacht hat, ist BASF nun zuversichtlich, über eine ausreichend solide Grundlage für die Festlegung von Zielen zur Reduzierung ihrer Scope-3.1-Emissionen zu verfügen. Bis 2030 strebt BASF eine Reduzierung der spezifischen Scope-3.1-Emissionen um 15 Prozent im Vergleich zu 2022 über das gesamte Portfolio hinweg an – von 1,57 auf 1,34 Kilogramm CO2 pro Kilogramm zugekauften Rohstoffs.

„Wir haben ein spezifisches Ziel definiert, weil unser Fokus auf der Verbesserung des Product Carbon Footprints unserer Verkaufsprodukte liegt, den wir in Kilogramm CO2 pro Kilogramm BASF-Produkt berechnen“, so Brudermüller. „Unsere Ambitionen und Bemühungen auf kurze und auf lange Sicht sind klar: BASF wird mit Kunden und Lieferanten zusammenarbeiten, um pragmatische Lösungen zu finden, die sowohl kosteneffizient als auch umweltfreundlich sind. Unsere langfristige Ambition ist ebenfalls klar: Wir setzen uns zum Ziel, bis 2050 Netto-Null-Scope-3.1-Emissionen zu erreichen.“

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