Arbeiten in der Chemie

Willkommenskultur: „Auf neue Teammitglieder zugehen“

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Willkommenskultur: „Auf neue Teammitglieder zugehen“
Die Belegschaften in Unternehmen werden immer vielfältiger : Rund 5 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind mittlerweile in Deutschland beschäftigt. Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com

Worauf sollten Firmen besonders achten, damit frisch nach Deutschland zugewanderte Fachkräfte sich willkommen fühlen?

Franzi von Kempis: Es geht nicht nur darum, Türen zu öffnen, sondern auch darum, Brücken zu bauen – und zwar zwischen Kulturen, Sprachen und Herzen. Ein wirklich inklusives Arbeitsklima, in dem sich jede Person voll und ganz einbringen kann, beginnt mit echtem Interesse und dem Willen, einander zu verstehen. Da helfen zum Beispiel Mentorings oder interkulturelle Workshops. Weitere wesentliche Schritte: Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und das Angebot von Sprachkursen sind unerlässlich für Menschen, die hier ankommen. Solche Maßnahmen müssen durch berufliche Angebote zur interkulturellen Sensibilisierung ergänzt werden. Hier sind auch die Unternehmen gefordert.

 

Franzi von Kempis, Geschäftsführerin der Initiative "Charta für Vielfalt"
Setzt sich für Diversity in der Arbeitswelt ein: Franzi von Kempis von der Initiative "Charta für Vielfalt"
Foto: Fionn Große

“Unternehmen müssen Strategien und Maßnahmen entwickeln, beispielsweise Sprachkurse anbieten oder ihre Stellen in verschiedenen Sprachen ausschreiben. Das schafft ein wertschätzendes Arbeitsumfeld.” 

Franzi v. Kempis

Wie bewerten Sie generell die Willkommenskultur in Deutschland?

v. Kempis: Die Integration internationaler Fachkräfte in Deutschland ist oft noch herausfordernd. Studien zeigen, dass viele Menschen sich durch sprachliche Barrieren, bürokratische Hürden und Wohnungsnot nicht willkommen fühlen. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz will Deutschland mehr internationale Talente gewinnen und unterstützt damit Unternehmen in der Gewinnung von Fachkräften. Auf die Firmen kommt es aber auch selbst an. Sie müssen Strategien und Maßnahmen entwickeln, beispielsweise Sprachkurse anbieten oder ihre Stellen in verschiedenen Sprachen ausschreiben. Das schafft ein wertschätzendes Arbeitsumfeld.

Was kann jeder persönlich dafür tun, dass sich neue Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland wohlfühlen?

v. Kempis: Ein wirklich inklusives Arbeitsumfeld hängt natürlich an jedem und jeder von uns. Aber: Unternehmen können helfen, das Umfeld zu gestalten, etwa Austauschmomente besser oder überhaupt zu ermöglichen. Indem sie zum Beispiel Netzwerke fördern, die einem offenen Austausch von Erfahrungen Raum geben. Oder Workshops zur interkulturellen Kommunikation anbieten, die uns allen helfen, einander zu verstehen. Und natürlich kann man auf neue Teammitglieder zugehen: Wir können zuhören, Empathie in Onboarding-Zeiten zeigen, Geduld beim Einarbeiten mitbringen, die neuen Kolleg*innen in Arbeitsalltagsgepflogenheiten einbinden. Sei es beim Mittagessen oder beim Schnack am Kaffeeautomaten. Wer Neuankömmlinge aktiv unterstützt und mit ins eigene Team aufnimmt, stärkt den Zusammenhalt im Team und zeigt so auch Anerkennung für das neue Gegenüber.

Weitere Infos unter www.charta-der-vielfalt.de

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