Chemie im Alltag

Was Antibiotika und Virostatika unterscheidet

Warum helfen Antibiotika nicht gegen Viren wie Corona? Das mögen sich manche angesichts der langwierigen Impfstoffsuche fragen.

von Hans Joachim Wolter

· Lesezeit 1 Minute.
Remdesivir: Diese Arznei verkürzt die Krankheitsdauer bei COVID-19. Foto: picture alliance/YONHAPNEWS AGENCY

Für Apothekerin Heike Oberpichler-Schwenk, die die Redaktion der „Medizinischen Monatsschrift für Pharmazeuten“ leitet, ist die Antwort klar: „Mit Antibiotika bekämpft man Bakterien. Viren und Bakterien sind aber grundverschiedene Krankheitserreger.“ Bakterien bestehen aus je einer Zelle, haben einen Stoffwechsel, nehmen Nahrung auf, wachsen und vermehren sich selbstständig, schildert sie. „Da setzen Antibiotika an. Sie greifen etwa die Zellwand von Bakterien an oder verhindern die Vermehrung. Diese Angriffspunkte funktionieren bei Viren nicht.“

Viren bestehen nur aus Erbgut und einer Hülle, haben keinen Stoffwechsel und benötigen zur Vermehrung Wirtszellen von Tieren oder Menschen. In diese Zellen dringen sie ein und bringen sie dazu, neue Viren zu erzeugen. Ideale Wirtszellen sind die Schleimhäute der Atemwege, wo Viren Erkältungen oder Grippe hervorrufen.

Gegen Viren helfen nur sogenannte Virostatika. „Sie hindern Viren daran, an die Wirtszellen anzudocken oder in sie einzudringen“, erklärt die Pharmazeutin. „Die meisten blockieren in den Wirtszellen die Erzeugung des Virenerbguts.“ So wirkt beim Corona-Virus das Medikament Remdesivir. Es lässt Schwerkranke rascher genesen und gilt als ein Hoffnungsträger.

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