Spritze mit Impfstoff.

Faktencheck

Die wichtigsten Fakten zum Impfen

Argumente der Impfgegner im Faktencheck.

von Robyn Schmidt

· Lesezeit 3 Minuten.

Über Impfungen wird immer wieder heftig gestritten. Dabei sind die Vorteile wissenschaftlich belegt. Warum also der Ärger? Gegner halten Impfstoffe für wirkungslos oder gar gefährlich. Dabei stützen sie sich häufig auf pseudowissenschaftliche Argumentationen. 

Kein Auslöser für Autismus

Es ist das Gerücht, das sich am hartnäckigsten unter Impfgegnern hält: Impfungen würden Autismus auslösen. Entstanden ist dieser Glaube aus einer Fallbericht-Studie des britischen Arztes Andrew Wakefield, die einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff in Masern-Mumps-Röteln-Impfungen und Autismus herstellte. Mittlerweile wurde die Studie widerlegt und zurückgezogen und Wakefield verlor seine ärztliche Zulassung wegen unethischen Verhaltens. Es kam heraus, dass er Interessenkonflikte beim Erstellen der Studie hatte: Anwälte von Eltern mit autistischen Kindern hatten den Arzt bezahlt. Sie wollten einen Zusammenhang finden, um Hersteller des Impfstoffes verklagen zu können. Zahlreiche seriöse Studien, zuletzt etwa eine aus Dänemark, haben keinen Zusammenhang festgestellt.

Nicht nur Selbstschutz

Ein weiteres Argument der Impfgegner: Ihre persönliche Entscheidung betreffe andere Menschen doch gar nicht. Doch eine Impfung ist nicht bloß zum Selbstschutz da. Sie dient dazu, durch sogenannte Herdenimmunität eine Krankheit bestenfalls komplett auszurotten. Davon profitiert die ganze Gesellschaft, allen voran jene Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Verträglich für Kleinkinder

Auch Kleinkinder können bestimmte Impfungen bereits vertragen. Ein Grund ist, dass die Anzahl der Antigene in Impfstoffen stark reduziert werden konnte – bei gleicher Wirksamkeit. Die Konzentration ist mittlerweile so gering, dass die Säuglinge im Alltag mit einer weit größeren Anzahl Antigene in Kontakt kommen, als im Impfstoff enthalten sind.

Strenges Zulassungsverfahren

Bevor sie auf den Markt kommen, werden neue Impfstoffe ausführlich geprüft. Dabei muss nachgewiesen werden, dass sie wirken und nicht schädlich sind. Die Prüfung nimmt entweder national das Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) oder auf EU-Ebene die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) vor. Und auch nach der Erstzulassung werden die Stoffe weiter überprüft.

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Keine Vergiftungen

Neben Autismus fürchten sich Impfgegner vor Vergiftungen durch die in den Impfstoffen verwendeten Chemikalien. Tatsächlich sind in einigen Mitteln Aluminium, Formaldehyd oder Quecksilber enthalten. Deren Konzentration liegt allerdings unter den toxikologischen Grenzwerten. Das Paul-Ehrlich-Institut bescheinigt deshalb keine Gefährdung. Die Chemikalien werden unter anderem eingesetzt, um Impfviren abzutöten und die Immunantwort zu stärken.

Wichtig auch gegen „ausgerottete“ Krankheiten

Krankheiten wie Polio gelten in Deutschland als ausgerottet. Ist eine Impfung also überflüssig? Nein, denn Krankheitserreger machen natürlich an Landesgrenzen keinen Halt und können aus Gegenden, wo sie noch auftreten, ins Land getragen werden.

Geringes Infektionsrisiko

Infiziert man sich durch Impfungen mit den Krankheiten, vor denen sie eigentlich schützen sollen? Bei den meisten Impfstoffen ist dies nicht der Fall. Sie enthalten abgetötete Erreger oder nur einzelne Bestandteile. Diese können die Krankheit nicht hervorrufen. Bei bestimmten Impfungen kommen allerdings noch lebende Erreger zum Einsatz. Diese können aber höchstens eine sehr abgeschwächte Erkrankung verursachen. Bekanntestes Beispiel dafür sind die „Impfmasern“. Sehr wohl können Impfungen aber Fieber, Müdigkeit oder Übelkeit auslösen: Diese Reaktionen sind in der Regel gewollt und ein Zeichen eines gesunden Immunsystems.

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