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Das Coronavirus verändert die Arbeit

Wie Arbeitgeber der Chemie ihre Arbeitnehmer vor Corona schützen.

von Wiebke Bomas

· Lesezeit 3 Minuten.
Corona sorgt für leere Büros. Foto: AdobeStock
Leer: Die meisten Büromitarbeiter arbeiten wegen Corona von zu Hause. Foto: Sergey Nivens - stock.adobe.com

Wo immer möglich, arbeiten Arbeitnehmer wegen des Coronavirus zurzeit von zu Hause. Doch die digitale Arbeit hat Grenzen: für Arbeitnehmer mit nicht homeofficetauglichen Arbeitsplätzen wie in der Produktion, aber auch für Eltern, die neben der Arbeit die Betreuung übernehmen müssen. Wir haben uns umgehört, wie die Betriebe der Chemie- und Pharmaindustrie in Rheinland-Pfalz die Arbeit in Zeiten von Corona gestalten.

Was Arbeitgeber der Chemie gegen Corona im Betrieb tun

In vielen Unternehmen der rheinland-pfälzischen Chemieindustrie läuft die Produktion grundsätzlich weiter. Wie unsere Kurzumfrage zeigt, haben auch sie zum Schutz vor Infektionen mit Corona all die Arbeitnehmer ins Homeoffice geschickt, für deren Aufgaben das möglich ist. Für alle anderen haben die Arbeitgeber Ideen entwickelt, um auch diesen Teil ihrer Belegschaft zu schützen und für die Zeit nach der Krise zu halten.

Manche gewähren ihren Mitarbeitern bezahlte Freistellungen. Etwa Freudenberg in Kaiserslautern: Der Autozulieferer nutzt dieses Modell für die Risikogruppe der Älteren oder Vorerkrankten. Auch die Ludwigshafener ICL Fertilizers stellt Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten können und zur Vorbeugung nicht in den Betrieb kommen sollen, temporär bezahlt frei. Bei TMD Friction aus Hamm an der Sieg können Eltern von bis zu zwölfjährigen Kindern solch eine Freistellung zur Betreuung für bis zu zehn Tage in Anspruch nehmen.

Bezahlte Freistellungen für Arbeitnehmer mit Kindern und Gefährdete

Für alle, die im Betrieb gebraucht werden, gelten in den Unternehmen Sonderregelungen. So teilt Ursa Chemie in Montabaur alle Abteilungen in mindestens zwei Gruppen auf. Der Kontakt zwischen ihnen ist auf ein absolutes Minimum begrenzt. Bei einer Infizierung müsste damit nicht die komplette Abteilung in Quarantäne. Besprechungen laufen nur noch per Telefonkonferenz, Pause machen die Mitarbeiter räumlich oder zeitlich getrennt. Auch die Lahnsteiner Clariant hat ihre Abteilungen aufgesplittet und die Schichten zudem durch Änderungen bei der Übergabe zeitlich getrennt. Letztere läuft bei der BASF in Ludwigshafen nur noch per Video oder schriftlich, bei Freudenberg in sehr kleinem Kreis, um die Abstandsregelungen einhalten zu können. TMD Friction setzt den Mindestabstand über versetzte Zeiten für Schichtbeginn und -ende vor allem in Duschen, Umkleiden und Pausenräumen um.

Das Coronavirus verlangt größte Solidarität von allen

Mit Hygieneschulungen für die Produktionsmitarbeiter begegnet Wigol aus Worms der Herausforderung, den Betrieb weiterlaufen zu lassen. Und Berger in Grünstadt hat einen Krisenstab eingerichtet, der vor allem Schutzmaßnahmen im Hygienebereich eingeleitet hat und sie permanent anpasst.

Auch wenn er harte Einschnitte für Unternehmen bedeutet, unterstützen viele den Kurs der Politik. So sagt Berger-Geschäftsführer Thomas Adam: „Wir begrüßen die besonnene Politik der Bundes- und Landesregierungen und die unbegrenzten Hilfszusagen. Wir rechnen mit einer starken Eskalation der Weltwirtschaftskrise. Es wird größte Solidarität aller Beteiligten erfordern, um sie unter Bewahrung möglichst vieler Strukturen zu bewältigen.“

Lesen Sie auch, wie es um die Produktion in den Betrieben der rheinland-pfälzischen Chemie bestellt ist.

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