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Corona-Impfungen: Alle Fakten zu Impfstoffen und Impfkampagne

Die Corona-Impfungen in Rheinland-Pfalz laufen. Was Sie jetzt wissen müssen.

von Stephan Hochrebe

· Lesezeit 4 Minuten.
Corona-Schutzimpfung im Impfzentrum Kaiserslautern
Impfzentrum: Am 7. Januar haben die landesweit 31 Impfzentren eröffnet. Im Bild jenes in Kaiserslautern. Foto: Picture alliance/Uwe Anspach

Die Schwächsten zuerst - dieses Prinzip gilt für die Corona-Schutzimpfungen in Rheinland-Pfalz. Gesunde Menschen müssen sich noch einige Zeit gedulden. Fest steht schon jetzt: Der Pharmastandort Deutschland hat im Kampf gegen Corona seine Fähigkeit zu anspruchsvollen Erfindungen und Produktionsprozessen unter Beweis gestellt. "Wir. Hier." hält Sie zur Impfkampagne auf dem Laufenden.

Kriegen wir die Corona-Pandemie durch Impfungen in den Griff?

Überwunden werden kann Covid-19 nur mithilfe gleich mehrerer Impfstoffe. Bereits eingesetzt wird der des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. Anfang Januar 2021 wurde der Impfstoff von Moderna in der EU zugelassen, weitere sollen folgen (etwa von Astra-Zeneca, Janssen, Sanofi-GSK, Curevac und Novavax). In Deutschland laufen aktuell elf Covid-Impfstoffprojekte - ein Topwert auch international. Um Tempo zu machen, produzieren viele Hersteller schon jetzt, haben ihre Produktionskapazitäten ausgebaut und Lohnfertiger beauftragt, die Komponenten zuliefern oder einzelne Herstellungsschritte übernehmen. Mehr Infos: ihre-chemie.de

Wie war die schnelle Entwicklung des Biontech-Impstoffs möglich?

Normalerweise dauert eine Impfstoffentwicklung neun Jahre und mehr. Diesmal war es nicht einmal ein Jahr. Beispiellos Tempo gemacht werden konnte dank neuer Technologien und Vorerfahrung mit Impfstoffprojekten gegen verwandte Viren. Hinzu kommt die Leistung vieler Menschen - Spezialisten aus Unternehmen, Arzneimittelbehörden, Ethikkommissionen und Kliniken ebenso wie Verantwortliche in Regierungen und in der EU-Kommission. Nicht zu vergessen die zehntausenden Studienteilnehmer weltweit.

Wie viel Impfstoff ist verfügbar?

Auch wenn es anfangs noch geruckelt hat - im ersten Quartal 2021 sollen laut Bundesgesundheitsministerium bundesweit 11 bis 13 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Das reicht für 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen - schließlich muss das Biontech-Präparat zweimal innerhalb einiger Wochen verabreicht werden. Insgesamt hat sich der Bund für 2021 bisher 136 Millionen Impfdosen verschiedener Anbieter gesichert. Mehr Infos unter zusammengegencorona.de

Wer wird zuerst geimpft?

In Rheinland-Pfalz impfen mobile Teams bereits die Bewohner und Mitarbeiter in Einrichtungen der Senioren- und Behindertenpflege. Gleiches gilt für die ambulante Pflege. Ebenfalls Vorrang genießen über 80-Jährige sowie medizinisches Personal etwa von Covid-Stationen und Notaufnahmen in Krankenhäusern. Pro Tag plant das Bundesland mit 7.200 Impfungen nach der Anlaufphase. Die Teilnahme ist für jeden freiwillig. Alle Infos unter corona.rlp.de

 

Was kostet die Impfung?

Unabhängig davon, ob und wie jemand krankenversichert ist - die Impfung ist gratis, die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund (2021 voraussichtlich 2,7 Milliarden Euro bundesweit). Hinzu kommen Verteilung, Personal etc. Mit Gesamtkosten von bis zu 6 Milliarden Euro wird für 2021 gerechnet.

Wie erhalte ich einen Termin in einem Impfzentrum?

In Rheinland-Pfalz gibt es 31 regionale Impfzentren. Seit 7. Januar werden hier zunächst über 80-Jährige versorgt. Danach folgen weitere Risikogruppen. Breit angelegte Massenimpfungen auch von jungen und gesunden Menschen werden voraussichtlich zur Jahresmitte möglich sein. Termine gibt es telefonisch (0800-5758100) oder über impftermin.rlp.de

Welcher Impfstoff schützt am besten?

Es ist noch nicht bekannt, welche Impfstoffe am längsten schützen, welche sich auch für Minderjährige eignen und welche bei Geimpften zusätzlich das Ansteckungsrisiko für andere senken. Die nötigen Erfahrungen werden im Laufe der nächsten Zeit zusammenkommen.

Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?

Eine Reaktion des Immunsystems auf eine Schutzimpfung ist normal, schließlich soll der Körper eine wirksame Abwehr aufbauen. Häufigste Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle. Die EU-Arzneimittelagentur EMA berichtet beim Biontech-Präparat über schwache bis mäßige Verläufe, die bald abklingen. Aktuelle Informationen gibt es beim Paul Ehrlich-Institutt unter pei.de

Gibt es auch schwerere Impffolgen?

Der Impfstart in Rheinland-Pfalz verlief gut, es gab keine Rückmeldungen über schwere Impffolgen. In den USA und Großbritannien, wo zu Jahresbeginn insgesamt über fünf Millionen Menschen mit dem Biontech-Präparat geimpft wurden, gab es sehr wenige Fälle ernster allergischer Schocks. Die Behörden rieten daher von Impfungen bei Patienten ab, die bereits früher entsprechende Reaktionen auf Medikamente, Lebensmittel oder Impfstoffe zeigten. Alle beobachteten Fälle waren schnell therapiert.

Werden Nebenwirkungen überwacht?

Die Verträglichkeit des Impfstoffs wird genau überwacht. Dafür setzt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf Meldungen von Herstellern, Ärzten und Patienten. Der einfachste Weg führt über die Plattform nebenwirkungen.bund.de

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