Das Wichtigste in Kürze:
- Haltermann Carless verbindet Pioniergeist mit Nachhaltigkeit, indem das Unternehmen fossile Rohstoffe schrittweise durch erneuerbare ersetzt und bereits heute Anlagen betreibt, die beides verarbeiten können.
- Die Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf drei Säulen: Emissionen reduzieren, nachhaltige Produktlösungen entwickeln und Transparenz durch Zertifizierungen schaffen.
- Das Unternehmen verfolgt ambitionierte Klimaziele bis 2045 und unterstützt Kunden mit skalierbaren, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen — getragen von einer klaren Haltung und dem Anspruch, die grüne Transformation der Chemie aktiv mitzugestalten.
Haltermann Carless spricht von einem Pioniergeist, der tief in der Unternehmensgeschichte verwurzelt ist. Wie zeigt sich dieser heute in Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie?
Morsbach: Die Nachhaltigkeitstransformation ist längst Realität – aber sie ist nicht überall gleich angekommen. Bei Haltermann Carless zeigt sich unser Pioniergeist stets darin, dass wir den Status quo hinterfragen und zukunftssichere Lösungen entwickeln.
Bereits heute sind unsere chemischen Produktionsanlagen so konzipiert, dass sie sowohl fossile als auch nachwachsende Rohstoffe verarbeiten können.
Das verschafft uns einen echten Vorteil: Wir sind bereit, fossile Rohstoffe schrittweise durch erneuerbare zu ersetzen. Bei unseren Spezial- und Rennkraftstoffen ist das heute schon Realität. Hier beweisen wir, dass Nachhaltigkeit und Performance zusammengehen – ein Beispiel, das uns auch für andere Märkte den Weg weist.
Welche konkreten Schritte haben Sie unternommen, um Nachhaltigkeit umzusetzen?
Morsbach: Wir verfolgen einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der auf drei Säulen beruht: Emissionen reduzieren, nachhaltige Produktlösungen entwickeln und zertifizierte Transparenz schaffen. Das bedeutet, wir integrieren zunehmend biogene, zirkuläre und massenbilanzierte Rohstoffe in unsere Prozesse, um CO₂-reduzierte Alternativen mit gleichbleibend hoher Qualität anzubieten.
Gleichzeitig investieren wir in unsere eigenen Standorte: Alle großen Produktionsanlagen in Deutschland und Großbritannien werden inzwischen mit zertifiziertem Ökostrom betrieben – das spart rund 8.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Darüber hinaus setzen wir bei Haltermann Carless gezielte Programme zur Ressourceneffizienz um, etwa zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, zur Steigerung des Recyclings und zur Minimierung von Abfällen.
Transparenz ist ein zentrales Thema in Ihrer Kommunikation. Warum ist sie so wichtig – und wie setzen Sie sie in der Praxis um?
Morsbach: Transparenz schafft Vertrauen – sowohl bei unseren Kunden als auch bei unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Deshalb unterziehen wir uns regelmäßig externen Prüfungen und Audits.
2024 haben wir zum Wiederholten Mal den EcoVadis Gold Status erreicht – eine Auszeichnung, die Unternehmen für nachhaltiges Wirtschaften erhalten. Darüber hinaus sind wir ISCC EU und ISCC PLUS zertifiziert und haben von der FIA die höchste 3-Sterne-Umweltakkreditierung erhalten.
Diese unabhängigen Bewertungen bestätigen, dass unsere Nachhaltigkeitsleistungen messbar und nachvollziehbar sind. Wir stellen zudem Product Carbon Footprint (PCF)-Daten für unsere Produkte bereit, damit unsere Kunden ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele präzise steuern können.
Nachhaltigkeit muss auch wirtschaftlich tragfähig sein. Wie gelingt das?
Morsbach: Wir bieten unseren Kunden nachhaltige Lösungen dort an, wo sie einen klaren Nutzen bringen – sei es durch regulatorische Vorteile, CO₂-Einsparungen oder höhere Energieeffizienz. Zudem gehen wir realistisch mit Marktbedingungen um: Nicht alle Kunden sind sofort bereit, auf erneuerbare Rohstoffe umzusteigen. Deshalb begleiten wir sie Schritt für Schritt – mit transparenten Daten, sinnvoller Beratung und skalierbaren Lösungen.
Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht als Zusatz, sondern als Qualitätsmerkmal zu etablieren.
Wohin entwickelt sich Ihre Nachhaltigkeitsstrategie in den kommenden Jahren?
Morsbach: Wir verfolgen ambitionierte, aber realistische Ziele: Unsere Scope 1 und 2 Emissionen sollen bis 2045 auf null sinken, im Einklang mit den nationalen gesetzlichen Vorgaben. Zwischenziele sind 20 Prozent Reduktion bis 2030 und 60 Prozent bis 2040 (Basisjahr 2019).
Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf zwei UN-Nachhaltigkeitsziele, bei denen wir den größten Beitrag leisten können: SDG 12 – nachhaltiger Konsum und Produktion – sowie SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz.
Unser Ziel ist klar: Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern wollen wir die grüne Transformation der Chemiebranche aktiv gestalten. Getragen wird dieser Weg von unserer klaren Haltung und unserem unverkennbaren Pioniergeist.