Politik & Wirtschaft

Wirtschaft sind wir alle!

· Lesezeit 3 Minuten.
Ein Poster zur BDA-Kampagne "Wirtschaft sind wir alle"
Wirtschaft sind wir alle: Die Arbeitgeberverbände haben ihre Kampagne zur Bundestagswahl 2021 gestartet. Foto: BDA

Die Arbeitgeber unterstreichen angesichts des abstehenden Bundestagswahlkampfs die Bedeutung der Wirtschaft für Land und Gesellschaft. Dazu hat die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) die Kampagne „Wirtschaft sind wir alle!“ gestartet. Über Webseiten, Social Media und bei öffentlichen Auftritten werden Verbands- und Unternehmensvertreter die Kernthemen platzieren, die nach Ansicht der Wirtschaft wichtig sind, um Deutschland zukunftsfest zu machen.

 

Dabei setzen die Arbeitgeber auf gemeinsame Interessen mit der Gesamtgesellschaft: „Wirtschaft sind wir alle. Ohne Arbeitnehmerin­nen und Arbeitnehmer läuft kein Unternehmen. Ohne kluge Köpfe in den Entwicklungsabteilungen gibt es keine innovativen Produkte. Ohne Azubis haben die Betriebe keine Fachkräfte für morgen. Ohne Arbeitgeber, die das unternehmerische Risiko übernehmen, funktioniert die Soziale Marktwirt­schaft nicht. Die Sozialversicherungssysteme finanzieren sich aus Beiträgen der Arbeitgeber und Beschäftigten. Läuft die Wirtschaft schlecht, können wir uns vieles nicht leisten. Gleiches gilt für den Staat.“

 

Gemeinsam für eine stärkere Wirtschaft

 

Das gemeinsame Ziel sollte deshalb eine Stärkung der Wirtschaft sein. Deshalb haben die Arbeitgeber ihre Erwartungen an die Politik – und vor allem an eine künftige Bundesregierung nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 formuliert. Die vollständige Übersicht finden Sie hier. Wir dokumentieren einige Kernpunkte:

 

Bildung:

 

  • Digitalisierung der Schulen: Wir brauchen eine funktionierende digitale Infrastruktur, schnelles Internet und digitale Lehr- und Lernkonzepte an Schulen, aber auch an Berufs- und Hochschulen, um zeitgemäßen Unterricht zu ermög­lichen.
  • Neugierde auf Naturwissenschaften stärken: Wir brauchen einen MINT-Aktionsplan 2.0, der beginnend bei der frühkind­lichen Bildung die Neugierde und das Interesse an ma­thematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen sowie Fragestellungen, insbesondere auch im Hinblick auf digitale Anwendungen, stärkt. Ein besonderes Augenmerk muss dabei Mädchen und jungen Frauen gelten, die im MINT-Bereich noch immer deutlich unterrepräsentiert sind.
  • Duale Ausbildung: Das Matching zwischen Bewerberprofil und Berufsprofil ist eine bleibende große Herausforde­rung – regional, fachlich und persönlich. Deshalb muss die Berufsorientierung und -beratung an den Schulen intensiviert werden. Zudem braucht es einen Digitalpakt für die Berufsschule.
  • Weiterbildung: Die eigenverantwortliche Fortbildung der Beschäftigten sollte noch stärker unter­stützt und eine erhöhte steuerliche Abzugsfähigkeit in Höhe von 120 Prozent statt bisher 100 Prozent ermöglicht werden. Spiegelbildlich sollten Fortbildungskosten bei Betrieben in Höhe von 120 Prozent als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar sein.

 

Arbeitswelt

 

  • Arbeitsmarkt: Viele Personengruppen, insbesondere Frauen und ältere Menschen, sind bisher noch nicht in dem Maße am Arbeitsmarkt aktiv, wie es möglich und auch von ihnen gewünscht wäre. Hier müssen die entsprechenden Hindernisse beseitigt werden.
  • Arbeitszeiten: Die EU-Arbeitszeitrichtlinie ermöglicht es, die recht­lich zulässige Höchstarbeitszeit nicht auf den Tag, sondern auf die Woche zu beziehen. Das muss endlich auch in deutsches Recht umgesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, die Arbeitszeit auszuweiten, sondern sie im Wochenverlauf variabel und nach individuellen Bedürfnissen gestalten zu können.
  • Betriebsratsarbeit: Die befristete Einführung virtueller Betriebsratsarbeit hat sich in der Corona-Krise bewährt. Dies muss auch nach der Pandemie dauerhaft möglich bleiben. Zudem braucht es die Möglichkeit virtueller Betriebsratswahlen. Durch solche Mo­dernisierungsschritte würde sichergestellt, dass auch die Betriebsverfassung mit der fortschreitenden Digitalisie­rung Schritt hält.
  • Tarifbindung: Die Stärkung der Tarifbindung ist zuallererst die Aufgabe der Sozialpartner selbst. Dazu ist es wichtig, dass die Tarifvertragsparteien ihre Tarifverträge stärker und dauerhaft mit Öffnungsklauseln versehen und den Betriebspartnern eigene Handlungsspielräume geben. Daneben sollten Tarifverträge auch modular gedacht werden, um insbesondere Unternehmen außerhalb der Tarifbindung einen Einstieg zu ermöglichen.

 

Außerdem treten die Arbeitgeber unter anderem für Reformen in den Sozialversicherungssystemen, Entbürokratisierung und Veränderungen im Steuersystem ein.

 

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