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Wasserstoff: Auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft

Aktuelle Studie für die Metropolregion Rhein-Neckar: Der Bedarf an Wasserstoff ist groß. Die Chemieunternehmen arbeiten daran, ihn zu erzeugen.

von Sabine Latorre

· Lesezeit 3 Minuten.
Weltkugel mit Windrädern und Wasserstoff. Quelle: Mediaparts – stock.adobe.com
Erneuerbare Energie: Wind, Sonne und Wasser sollen die fossilen Quellen ersetzen. Quelle: Mediaparts – stock.adobe.com

Eigentlich ist Wasserstoff (H2) das Element, das im Universum am häufigsten vorkommt. Doch aktuell ist das Gas. Besonders dort, wo der Energieträger am dringendsten benötigt wird: in der chemischen Produktion, bei der Erzeugung von Prozesswärme und in der Transportbranche. Wasserstoff ist für die Energiewende unverzichtbar, denn er ersetzt vor allem Kohle und Gas, kann aber auch in der Strom- und Wärmeerzeugung oder im Verkehr eingesetzt werden. Das bestätigt auch die kürzlich vorgestellte Studie für die Metropolregion Rhein-Neckar.

Nachhaltig ist die Verwendung von Wasserstoff aber nur dann, wenn bei seiner Herstellung erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Und genau hier liegt das Problem – die hiesige Wasserstoffproduktion aus regenerativen Energien wird den wachsenden Bedarf bis 2030 nicht decken können: Maximal etwa ein Sechstel des prognostizierten Bedarfs an grünem Wasserstoff kann 2030 durch die heimische Erzeugung sichergestellt werden. Rheinland-Pfalz will nun zur Modellregion werden. Für das ehrgeizige Ziel stellt die Landesregierung 184 Millionen Euro bereit. Und die Metropolregion? Möchte zusätzlich als “Leuchtturmprojekt” vorangehen. 

Der Bedarf

Sowohl die Nachfrage wie auch das Potenzial für klimafreundliche Energie sind in der Metropolregion enorm. Das liegt an den großen Industrieverbrauchern, die einen „deutlich überdurchschnittlichen Bedarf an Wasserstoff und dessen Derivaten“ aufweisen, so die Studie. Noch wird die Nachfrage aus überwiegend konventionellen Energieträgern bedient, in Zukunft will man sie durch CO2-neutrale Energieträger ersetzen. Die genauen Werte werden derzeit ermittelt. Heißt: Die Metropolregion Rhein Neckar hat bereits heute einen hohen Wasserstoffbedarf.
Die BASF will klimaneutralen Wasserstoff in Ludwigshafen in großem Stil erzeugen – und zwar mit Hilfe der Methanpyrolyse und der Elektrolyse, Daimler Truck in Mannheim und die Freudenberg-Gruppe in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) treiben das Thema ebenfalls voran, zum Beispiel als Brennstoffzellen-System-Hersteller. Zudem haben mehrere Unternehmen ihre Wasserstoffversorgung auf grünen Wasserstoff umgestellt.

Die Verteilung

Die Region benötigt in erster Linie einen Anschluss an das geplante Wasserstoffpipelinenetz, das sogenannte „Startnetz“ der Ferngasnetzbetreiber. Ein Teil des Bedarfs kann auch über die dezentrale Produktion vor Ort befriedigt werden. Dazu kommt der Import von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten per Binnenschifffahrt über den Rhein.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien

Das ist eine elementare Aufgabe für die Wirtschaft und Gesellschaft in der Metropolregion. Neben den großen Mengen an Direktstrom für die Transformation der Industrieprozesse, die Dekarbonisierung des Verkehrs und die Wärmeversorgung der privaten Haushalte, stellt die lokale Produktion durch Elektrolyse eine weitere Option dar, wie Wasserstoffbedarfe für dezentrale Verbraucher auch ohne Leitungsanschluss versorgt werden können. Gerade ländlich geprägte Landkreise weisen hierfür ein hohes Potenzial auf. Das regionale Leitungsnetz lässt sich später mit dem Anschluss an den „European Hydrogen Backbone" erweitern und ermöglicht so Importe für größere Mengen Wasserstoff. Das große Ziel ist, bis 2040 ein europäisches Wasserstoff-Netz mit einer Länge von 40.000 Kilometern aufzubauen, das 21 europäische Länder miteinander verbindet.

Das Fazit

Heute ist klimaneutraler Wasserstoff noch sehr teuer, aber es gibt klare Bestrebungen in der ganzen Welt, diesen massiv zu senken. Das geht mit dem wachsenden Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff einher – auch bei uns. Entscheidende Faktoren sind, dass überall die passenden technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Und zum anderen, dass Bund und Land die notwendige Infrastruktur sowie Wasserstoff (und dessen Derivate) zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitstellt.  Hier kann man die Studie herunterladen.

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