Chemiestandort RLP

Rheinland-Pfalz – stark in Pharma

Ökonomische Kennzahlen wie Beschäftigung, Umsatz und Investitionen belegen: Wir gehören zu den führenden Pharmastandorten Deutschlands

von Sabine Latorre

· Lesezeit 2 Minuten.
Herstellung eines Medikaments in der Industrie
Forschung und Entwicklung: In Rheinland-Pfalz investiert die Industrie kräftig. Foto: Lubo Ibanvo – stock.adobe.com

Spritzen, Tabletten, Salben, Infusionen, Inhalationen: Rheinland-Pfalz ist stark in Sachen Gesundheit. Unternehmen wie AbbVie, BionTech, Boehringer Ingelheim, MSD Animal Health oder Novo Nordisk haben vom Mittelständler bis zum Weltkonzern hier ihren Hauptsitz oder ein Werk. Knapp 4 Prozent der hiesigen Industriebeschäftigten arbeiteten 2022 in der Gesundheitsbranche – bundesweit waren es nur 2 Prozent. „Das Land ist ein wichtiger Produktionsstandort der Pharmaindustrie in Deutschland“, bestätigt Jasmina Kirchhoff von der Forschungsstelle „Pharmastandort Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Die Volkswirtin hat die aktuellen Zahlen des Statistischen Landes- und Bundesamt ausgewertet.

Überdurchschnittliche Investitionen

Wie stark der Produktionsstandort tatsächlich ist, zeigt der Anteil an der bundesweiten Pharmaproduktion: 14 Prozent kamen 2022 aus Rheinland-Pfalz. Pharmaunternehmen tragen zum Beispiel 8,3 Prozent der hiesigen industriellen Investitionen – bundesweit sind es mit 3,7 Prozent deutlich weniger. Über 280 Millionen Euro investiert die rheinlandpfälzische Pharmaindustrie 2022 in Sachanlagen. Gemessen an der Beschäftigtenzahl ist das mehr als in jeder anderen Branche am Standort. Die Branche stellt damit in Rheinland-Pfalz 11 Prozent der bundesweiten Pharmainvestitionen – im Jahr zuvor waren es 8 Prozent.

Forschungsstandort Rheinland-Pfalz

Rund jeder 5. Euro der internen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) in Rheinland-Pfalz sind Pharma zuzuordnen – ein beeindruckender Betrag. Das Geld fließt zum Beispiel in die Medizin, die Neurowissenschaften oder die Virologie. Damit trägt die Branche über die Hälfte der internen F&E-Aufwendungen der Spitzentechnologie am Standort. Insgesamt arbeiten 14 Prozent der in der gesamtwirtschaftlichen Forschung Beschäftigten in einem Pharmaunternehmen. 

Zentrale Lage, gute Hochschulen

Was macht den Standort so attraktiv für die Branche? „Seine Einbindung in starke Forschungs- und Industrie-Cluster mit Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, aber auch Hessen und Baden-Württemberg“, erklärt Kirchhoff. Die Gesundheitswirtschaft profitiert von den vielen klugen Köpfen, also der Vernetzung mit bedeutenden universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. „Rheinland-Pfalz hat sehr gute Hochschulen, etwa die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz“, erklärt die Volkswirtin. Dazu kämen hochkarätige Institute und Forschungszentren wie das Max-Planck-Institut für Chemie und das Institut für Molekulare Biologie in Mainz, das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation oder das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Kaiserslautern.
 

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