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Klimaschutz: VCI fordert globalen Preis für CO2

Chemieverband fürchtet Wettbewerbsnachteile für Deutschland.

von Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI

· Lesezeit 1 Minute.
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (Foto: VCI)
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (Foto: VCI)

Die deutsche Chemie hat beim Klimaschutz eine klare Marschrichtung: Wir wollen bis zur Mitte des Jahrhunderts CO2-neutral produzieren. Das geht – wenn wir ganz neue Anlagen bauen. Dazu müssen Unternehmen aber Milliarden Euro an Investitionen in die Hand nehmen.

Die EU will verhindern, dass die Industrie dabei auf der Strecke bleibt. Das Brüsseler Rezept dafür ist aber nicht bekömmlich: Importprodukte sollen mit Klimaabgaben belegt werden. Diese „Grenzausgleichsmaßnahmen“ können aber nach hinten losgehen.

Wenn die EU wie geplant bestehende Entlastungen für die Industrie streicht, würde das die Produktion verteuern. Dadurch können wir als exportabhängige Branche Exportprodukte schlechter verkaufen. Und: Unsere Handelspartner dürften schnell auf Gegenwehr schalten, wenn wir in Europa „Klimazölle“ einführen.

Eine bessere Idee: Brüssel sollte Klimaschutzgrenzen abbauen, indem es die USA, China und Co. überzeugt, einen globalen CO2-Preis einzuführen. Unsere Chemiestandorte hätten dann keine Nachteile mehr, wenn sie klimaschonende Verfahren entwickeln. Kann nicht funktionieren? Vielleicht doch. Denn China will auch mehr Klimaschutz, und die USA könnten nach der Wahl wieder an Bord kommen. Daher, liebe EU: Bitte mehr internationale Zusammenarbeit, weniger Abschottung.

Hier lesen Sie, wie Unternehmen in Rheinland-Pfalz die Klimaziele erreichen wollen und welche Anstrengungen dafür notwendig sind.

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