Politik & Wirtschaft

Budenheim: Standort sichern durch Investitionen in die Zukunft

· Lesezeit 5 Minuten.
Visualisierung des neuen Analytischen Labors, Forschungs- & Entwicklungszentrums Bild: Ries+Ries Architekten Ingenieure GmbH
Blick in die Zukunft: Visualisierung des neuen Analytischen Labors, Forschungs- & Entwicklungszentrums Bild: Ries+Ries Architekten Ingenieure GmbH

Das seit nunmehr 115 Jahren in Budenheim ansässige gleichnamige Chemieunternehmen stellt sich seiner Verantwortung. Denn der Mittelstand spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Transformationsprozessen. Mit Agilität und Flexibilität reagieren mittelständische Unternehmen rasch auf Marktveränderungen. Sie treiben den wirtschaftlichen Wandel voran und erhalten Arbeitsplätze in ihrer Region. „Hier am deutschen Standort gestalten wir aktiv die Zukunft unseres Unternehmens und tragen damit auch zur Entwicklung unserer lokalen Gemeinschaft bei“, sagt Christoph Klein, einer der beiden Standortleiter bei der Chemischen Fabrik Budenheim KG. „Uns ist es ein besonderes Anliegen, in Innovation zu investieren. Durch enge Beziehungen zu unseren Kunden sind wir in der Lage, die Märkte optimal zu verstehen und für aktuelle Herausforderungen neue Wege aufzuzeigen. Unsere Verwurzelung in der Region bildet dabei das stabile Fundament.“


Moderne Analytische Labore angebunden an neue Forschungs- & Entwicklungsbereiche


In einem ehrgeizigen Schritt zur Förderung von Innovation und Wachstum hat der mittelständische Chemiebetrieb begonnen, alte Gebäudekomplexe zu sanieren. Der einstige Haupteingang weicht neuen, hochmodernen Analytischen Laboren, inklusive einem Forschungs- und Entwicklungsbereich. Im Rahmen dieses bedeutenden Bauprojekts plant das Unternehmen explizit auch weitere Ausbildungsstätten, um die nächste Generation von Talenten zu qualifizieren. Mit dieser Investition treibt der Chemiespezialist Budenheim seine Innovationskraft weiter voran und stärkt seine Fähigkeit zur Lösung komplexer Herausforderungen.


Denise Kerz, Bauprojektleiterin bei Budenheim, freut sich auf den Tag, an dem die ersten Kollegen ihren neuen Arbeitsplatz beziehen werden. „Dann kann ich sicherlich auch gelassener auf die vielen Herausforderungen und Hürden der Bürokratie, wie zum Beispiel der immer noch ausstehenden Baugenehmigung, zurückblicken“, sagt sie augenzwinkernd. Wo einst das Verwaltungsgebäude stand, hat man den notwendigen Freiraum geschaffen. Bis Mitte 2025 wird hier ein moderner Labor- und Forschungskomplex entstehen, der nicht nur äußerlich, sondern auch im Inneren höchsten Ansprüchen an Technologie, Sicherheit, Reinheit und Nachhaltigkeit gerecht werden wird.


Außerdem verpflichtet sich das Unternehmen, die umliegenden Freiflächen und die grüne Wiese vor dem Gebäude wiederherzustellen. Standortleiter Klein betont: „Unser Ziel ist es, diesen Bereich in einen lebendigen, grünen Raum zu verwandeln, der nicht nur unseren Standort, sondern auch die Gemeinschaft bereichert und als Erholungsort dient. Nach Fertigstellung möchten wir unsere Türen für Nachbarschaft und Gemeinde öffnen und sie herzlich einladen, die neuen Räumlichkeiten zu erkunden und sich ein eigenes Bild von den Laboren, Forschungs- und Entwicklungsbereichen zu machen."


Neue Produktionsstätte für hochsensible Anwendungen

Ein weiteres Zeugnis des unternehmerischen Engagements für die Zukunft und Höhepunkt der weiteren Expansion Budenheims am deutschen Standort ist das brandneue Produktionsgebäude. Denn Analytische Labore, Entwicklungs- und Forschungszentren im beschriebenen Ausmaß baut man nicht einfach so. Für den Chemiespezialisten ist seine Jahrhundertinvestition, genannt ‚proNext‘, Grund genug. In einem 25 Meter hohen Gebäude mit einer beeindruckenden Produktionsfläche von 5.400 Quadratmetern befindet sich neben einem Büroflügel mit Blick auf den Rhein, das sogenannte ‚House of Nutrition‘ sowie viel Raum für zukünftige Projekte.

Bereits im Jahr 2024 plant man, dass hier erste Kalzium-, Magnesium- und Eisenphosphate vom Band gehen werden. Hergestellt werden sie ausschließlich für hochsensible Anwendungen wie Säuglings- und medizinische Ernährung. Diese Produktion stellt demnach einen wichtigen Schritt in Sachen Angebot und Sicherung hochwertiger Produkte für die Gesundheit und das Wohlbefinden von uns allen dar.


Nachhaltigkeit als treibende Kraft: Projekte auf dem grünen Pfad

Egal welches Projekt bei Budenheim gestartet wird: Alle unterziehen sich einer detaillierten und sorgfältigen Bewertung in ihrer Übereinstimmung mit den Nachhaltigkeitszielen des Chemiespezialisten. So wird beispielsweise das kernsanierte Analytische Labor sowie das neue Entwicklungs- und Forschungszentrum zukünftig ausschließlich über eine sogenannte ‚Wasser-Wasser-Wärmepumpe‘ beheizt. Über einen Wärmetauscher entzieht diese Pumpe dem Rheinwasser, das Budenheim für seine Kühlung in der Produktion nutzt, die Wärme und beheizt damit das Gebäude. Ein Kreislauf, der weitgehend ohne Verluste auskommt, zumal sich in Ausfallzeiten auch die Gebäudenotbeheizung über die Abwärme des auf dem Gelände befindlichen Kesselhauses speisen wird.

Auch beim neuen Produktionsgebäude ‚proNext‘ sind schon heute keine Gasanschlüsse mehr verlegt. Es speist seine Produktion zunehmend über alternative Energiequellen. Daher wird es auch wenig verwunderlich sein, dass in den kommenden Monaten und Jahren sich vermehrt Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Produktions- und Lagerstätten bei Budenheim wiederfinden werden.

Neue Brückenanbindung und zukünftige Osteinfahrt

Dank der guten und engen Zusammenarbeit mit der Gemeinde beim Bau der neuen Brücke wird ein Großteil des Verkehrs aus dem Ortskern herausgezogen. Insbesondere den Lkw-Verkehr wird man vorwiegend über die neue Brücke und damit die neue Osteinfahrt auf das Werksgelände leiten. Abhängig von der Brückenfertigstellung und weiteren behördlichen Genehmigungen wird dies voraussichtlich schon 2024 möglich sein. Neben der Lkw-Zufahrt plant das Unternehmen auch eine für Pkws.

In einem noch in der Planung befindlichen eingeschossigen Empfangshaus ist auch ein Aufenthaltsraum inklusive Sanitäranlagen angedacht. Darüber hinaus wird es einen Parkplatz für Lkw geben, sodass auch in Stoßzeiten ausreichend geeignete Stellplätze für parkende Laster vorhanden sein dürften. Das Unternehmen befindet sich hier noch in der Phase der Bauantragsstellung. Mit der neuen Osteinfahrt zum deutschen Life Science-Standort verbessert der Chemiespezialist Budenheim nicht nur die Erreichbarkeit seines Geländes, sondern optimiert zugleich den Verkehrsfluss in der Gemeinde.

Auf dem noch weitgehend brachliegenden oder als Lagerstätte genutzten ehemaligen Glashüttengelände, dass seit 2010 ebenfalls zum Chemiespezialisten gehört, denkt man über die Ansiedlung eines kleinen von Start-ups geprägten Industrieparks nach. Auch wenn konkrete Pläne in diesem Fall noch ausstehen, so bekräftigen doch diese Ansätze sowie die bereits getätigten Investitionen das hohe Engagement des Unternehmens an seinem deutschen Standort und damit auch in der Gemeinde Budenheim. „Wir sind stolz, auch weiterhin innovative Lösungen und hochwertige Produkte, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Leben der Menschen haben, hier vom Standort Budenheim aus zu entwickeln und in die Welt zu tragen“, sagt Standortleiter Christoph Klein.

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