Politik & Wirtschaft

Boehringer-Kantine zertifiziert

· Lesezeit 3 Minuten.
Die Übergabe der Zertifizierung in Ingelheim

Boehringer Ingelheim freut sich über eine weitere Würdigung seines Betriebsrestaurants in Ingelheim. Neben der Auszeichnung zur „Besten Kantine Deutschlands“ erhält das Unternehmen für sein nachhaltiges Gastronomiekonzept erstmals das Zertifikat „GreenCanteen“. Diese Zertifizierung zeichnet seit Mai 2021 Gastronomiebetriebe aus, die ihre Produkte und Prozesse laufend verbessern, um die Umwelt zu schützen und damit Lösungen für ein nachhaltiges Wirtschaften bieten. Die Übergabe dieser neuen EU-Gewährleistungsmarke fand im Beisein von Landrätin Dorothea Schäfer und der Siegelgeberin K&P Consulting in Ingelheim statt. Nur Unternehmen, die mindestens 60 Prozent der über 100 Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, erhalten diese Zertifizierung. Die Wirtschaftsbetriebe in Ingelheim konnten sich mit 87 Prozent erfüllten Nachhaltigkeitspunkten direkt qualifizieren.

 

Die Leistung von Boehringer Ingelheim für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Gastronomiebetrieben zeigte sich auf vielfältige Art und Weise. Dazu gehören die aufwendige Umstellung der Lieferantenstruktur, beispielsweise auf regionale Produzenten, die optimierte Speiseplanung nach regionaler Verfügbarkeit, die Umstellung auf zertifizierte Arbeitskleidung sowie der energiereduzierende Einsatz von Bewegungsmeldern in den Lagerräumen.

 

Optimierte Lieferanten- und Logistik-Struktur

 

Valentin Koch, Leiter der Wirtschaftsbetriebe, freut sich über die Zertifizierung: „Ich bin nicht nur für eine gesunde Ernährung von 8.500 Mitarbeitenden täglich verantwortlich, sondern auch für die Umweltverträglichkeit meiner Arbeit”, betont Koch, „denn mit den richtigen Lösungsansätzen ist gesundes und nachhaltiges Essen zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten auch in der Gemeinschaftsgastronomie möglich“. So arbeitet das Betriebsrestaurant nur noch mit Lieferanten zusammen, die Waren in Mehrweggebinden anbieten. Dadurch konnten seit dem Jahr 2019 viele Verpackungen eingespart werden, darunter über 240.000 Tetrapaks, 16.500 Joghurt- und Quarkeimer, 4.500 Öl-Dosen, 900 große Einweg-Obstkisten, 2.000 2-Liter-Kochweinflaschen sowie 350 Kanister Spülmittel und Klarspüler. 

 

Allen anderen Lieferanten steht Valentin Koch bei der erforderlichen Umstellung ihrer Warenlieferungen beratend zur Seite. Mit mehrjährigen Lieferverträgen schafft er zudem Anreize und Sicherheit für Investitionen in Mehrweglösungen. Bei der Erstellung der Speisepläne stehen regionale Produkte im Fokus. Die Effekte sind beachtlich: Nachvollziehbare Herkunft, kurze Transportwege, kurze Lagerzeiten und insgesamt deutlich reduzierte CO2-Emissionen durch circa 1.045 km eingesparte Lieferwege pro Woche. Die CO2-Bilanz konnte somit um rund weitere 10 Prozent reduziert werden.  

 

Umstellung auf (digitale) Mehrwegsysteme

 

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen setzen die Wirtschaftsbetriebe von Boehringer Ingelheim im Einkauf konsequent auf Mehrweglösungen. Seit dem letzten Jahr gibt es deshalb keine Einwegplastik-Artikel mehr. So konnten bisher 200.000 Plastikdeckel und 500.000 Einwegbecher eingespart werden. Man setzt nun auf Mehrweg-To-Go-Becher oder auf Pfandsystem-Lösungen. Außerdem hat das Unternehmen beim Verkauf von Mitnahme-Gerichten an Mitarbeitende auf ein App-gestütztes und völlig abfallfreies Mehrwegsystem umgestellt. Allein dieser Schritt spart jährlich weitere 22.000 Einwegverpackungen. 

 

„Boehringer Ingelheim zeigt sich in der Gemeinschaftsverpflegung schon seit Jahren innovativ. Nachhaltiges Wirtschaften auf Basis von Regionalität ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um Klimaschutz, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Vorteile zu verbinden. Wir sind sehr stolz auf die Zertifizierung, die die Zusammenarbeit und das Engagement unseres Umwelt- und Gastronomieteams würdigt“, sagt Christjan Knudsen, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor mit Verantwortung für Human Resources bei Boehringer Ingelheim.

 

In den kommenden Jahren wird Boehringer Ingelheim seine Umweltstrategie weiter fortsetzen. Dazu zählen beispielsweise die kontinuierliche Weiterentwicklung energieeffizienter Gebäudetechnik mit witterungsgeführter Klimaanlage, der wachsende Fuhrpark von Elektrolieferfahrzeugen sowie intelligente Logistik mit jährlich steigenden Zielsetzungen für gefahrene Anfahrtskilometer von Lieferanten.  

 

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