Die Chemie-Tarifverhandlungen endeten auch in der zweiten Bundesrunde ohne Ergebnis. Am 24./25. März nehmen die Tarifpartner die Gespräche in Bad Breisig wieder auf. Ein Knackpunkt ist laut BAVC der mögliche beiderseitige Beitrag zur Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk betonte: „In der Industrie haben sich die Rahmenbedingungen für Tarifpolitik fundamental verändert. Anders als über Jahrzehnte gewohnt, gibt es derzeit keine Zuwächse, die wir verteilen können.“
Stattdessen solle Zentrum der Verhandlungen stehen, wie die Lasten der Krise fair zu verteilen seien. Mit dem Tarifabschluss 2024 seien die Arbeitgeber massiv in Vorleistung gegangen. Darum solle sich jetzt die IGBCE bewegen.
IGBC Verhandlungsführer Oliver Heinrich kritisierte hingegen, die Arbeitgeber hätten ein Angebot vorgelegt, das zu weit von den Sorgen und der Lebensrealität der Beschäftigten entfernt sei. Wie das Handelsblatt meldet, kündigte er bundesweite Aktionen in den Betrieben an: „Ohne spürbare Fortschritte bei Jobsicherheit und Kaufkraft kann es keinen Abschluss geben.“
BAVC-Verhandlungsführer Bürk: Konstruktiv weiter arbeiten
„Wir befinden uns mitten in einer tarifpolitischen Zeitenwende“, hatte Matthias Bürk bereits zu Beginn der Gespräche gesagt. Nun appellierte er: „Wir müssen weiter verhandeln, um den Graben von beiden Seiten zuzuschütten. Am Ende brauchen wir einen Tarifabschluss, mit dem unsere Branche wettbewerbsfähiger wird.“
Es gelte, einen kühlen Kopf zu bewahren: „Wir werden weiter konstruktiv an einem Kompromiss arbeiten. Beide Seiten sind in der Pflicht, für Fortschritte in den Verhandlungen zu sorgen.“