In der rheinland-pfälzischen Chemie-Tarifrunde trafen am 16. Januar die Verhandlungsführer Michael Müller (Arbeitgeberverband) und Roland Strasser (IGBCE) zusammen. Die Chemie-Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz sehen in der aktuellen Tarifrunde aufgrund der wirtschaftlichen Lage keinen Spielraum für zusätzliche Kosten. Verhandlungsführer Michael Müller sprach von der „schwierigsten Lage seit Jahrzehnten“. Er betonte, dass es diesmal „kein Weiter so“ geben könne.
Chemie- und Pharmabranche in schwierigem Fahrwasser
Die Branche stehe unter massivem strukturellen Druck: Die Produktion in Deutschland verliere an Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen wanderten ins Ausland ab, und insbesondere die exportstarke rheinland-pfälzische Chemie sei stark betroffen.
Viele Unternehmen hätten bereits Sparprogramme gestartet, da Werke schlecht ausgelastet seien. Müller verwies zudem auf die hohen Belastungen der vergangenen Jahre – von steigenden Energiepreisen bis zu mehr Regulierung. Weitere tarifliche Kostensteigerungen könnten Arbeitsplätze und Investitionen gefährden.
Zugleich wies er darauf hin, dass die Beschäftigten zuvor überdurchschnittlich von Tarifabschlüssen profitiert hätten. Die Arbeitgeber bekräftigten ihre Dialogbereitschaft und forderten Sachlichkeit und Realismus in den Gesprächen.
Die Tarifverhandlungen werden am 3. Februar in Hannover auf Bundesebene fortgesetzt.