Politik & Wirtschaft

Nachhaltigkeit: Weihnachten feiern und die Umwelt schonen

· Lesezeit 2 Minuten.
Geschenke verpackt in Zeitungspapier. Foto: stock.adobe.com - SoniaBonet
Zeitungs- statt Geschenkpapier: Auch so lassen sich Geschenke nachhaltig verpacken. Foto: stock.adobe.com - SoniaBonet

Orangen- und Zitronensterne statt Lametta, Zeitungs- statt Geschenkpapier: Lasst uns Weihnachten feiern, ohne der Umwelt großen Schaden zuzufügen. Das ist gar nicht so schwer: Mit diesen einfachen Tipps klappt es bestimmt:

Weihnachtsbaum vom Förster

Wer umweltfreundlich feiern möchte, holt sich am besten ein Stück Natur aus der Umgebung ins Haus: In Rheinland-Pfalz verkaufen Forstbetriebe und spezialisierte Weihnachtsbaumproduzenten über eine Million Bäume, so der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz. 90 Prozent davon stammen aus Deutschland, die übrigen überwiegend aus Dänemark und anderen Nachbarländern. Da Fichten, Tannen und Kiefern im Wald vor der Haustür wachsen, haben sie eine besonders günstige Ökobilanz: So vermeidet man lange Transportwege, die die Umwelt belasten. Übrigens sind die Bäume, die das Herkunftszeichen „Weihnachtsbäume aus Rheinland-Pfalz“ tragen, besonders frisch: Ihre Ernte erfolgt frühestens nach dem ersten Advent. Das Siegel garantiert zudem, dass die Bäume aus kontrolliertem Anbau stammen, nur kurze Transportwege zum Endkunden zurücklegen und nicht über Monate im Kühlhaus lagern. Dies ist Voraussetzung für optimale Qualität und Haltbarkeit der Bäume.

  • Tipp: Bäume mit Wurzeln lassen sich später wieder einpflanzen – dann gut wässern und nach dem Fest kühl lagern.

Baumschmuck aus der Natur

Öko-Weihnachtsschmuck lässt sich aus Natur- und Recyclingmaterial basteln. Schnell gemacht sind zum Beispiel Sterne aus Orangen- oder Zitronenschalen: Einfach mit Backförmchen aus der Schale ausstechen und im Backofen bei 50 Grad trocknen. Schön sehen auch Baumanhänger aus Zapfen oder Salzteig aus, ebenso Figuren aus Wachs und Holz. Statt Plastikkugeln bietet sich alles an, was aus der Natur kommt: selbst gebastelte Sterne aus Holz, Stroh oder getrockneten Blüten. Wer auf Lametta nicht verzichten will, nimmt die wiederverwendbare bleifreie Variante oder einfach Stoffbänder. Hübsche Schneeflocken lassen sich aus Watte zupfen. Denn mit Schnee- oder Glitzersprays behandelte Bäume können nicht mehr kompostiert werden, informiert das Landwirtschaftsministerium.

  • Tipp: Wer seinen Baum mit Äpfeln, Nüssen und Plätzchen dekoriert, kann ihn später plündern.

Zimtsterne und andere Leckereien unterm Weihnachtsbaum. Foto stock.adobe.com - photocrew
Zimtsterne und andere Leckereien unterm Weihnachtsbaum. Foto stock.adobe.com - photocrew

Umweltfreundlich schenken

Sie kostet nichts und bringt so viel: Verschenken Sie doch mal – Zeit! Ein gemeinsamer Spaziergang, zusammen kochen, spielen, sprechen, lachen. Inspirierende Ideen dazu bietet die Website www.zeit-statt-zeug.de. Sehr gut sind auch Geschenke von Hilfsorganisationen: Eine Ziege, ein Platz in der Schule, ein Brunnen machen allen Bedürftigen dieser Welt eine große Freude – und den Schenkenden gleichermaßen. Infos gibt’s zum Beispiel unter www.plan.de. Schöne und faire Geschenke „zum Anfassen“ findet man auf www.fairtrade-deutschland.de: Weine, Schokolade, Geschenksets, Kosmetik, Mode, alles fair produziert und gehandelt. Wer Schmuck kaufen möchte, wird dort ebenfalls fündig – oder sollte sich beim Juwelier eingehend nach der Herkunft der Edelmetalle und -steine erkundigen. Man kann auch ganz bewusst Dinge verschenken, die in der eigenen Region produziert werden – das spart CO2. Und wie verpacke ich meine Geschenke umweltfreundlich? Hier eignen sich wiederverwertbare Geschenktüten und Kartons. Auch Zeitungspapier kann – bemalt oder mit bunten Bändern verziert – originell aussehen. Und für den postalischen Weihnachtsgruß gibt’s Postkarten für den guten Zweck, etwa von Unicef.

  • Tipp: Die Christbaumkugeln vom vergangenen Jahr haben die falsche Farbe? Einfach in der Nachbarschaft fragen und Kugeln tauschen.

Bewusst genießen

Gans, Karpfen, Lachs oder Hummer: So liest sich das klassische Weihnachtsmenü. Hier lohnen sich unbedingt ein paar Euro mehr für ökologisch und/oder regional erzeugtes Fleisch. Häufig stammt zum Beispiel billiges Gänsefleisch aus polnischer und ungarischer Intensivmast. In Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien ist sogar die Zwangsfütterung zur Fettleberproduktion noch üblich. Am besten kauft man die Gans beim lokalen Bauern und fragt nach den Haltungsbedingungen. Gut beraten ist man besonders mit einer Bio-Gans aus der Region: Diese Tiere bekommen vorwiegend Getreide zu fressen und kein vorbeugendes Antibiotikum, informiert das Landwirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz. Verzichtet werden sollte auf Schillerlocken und tropische Shrimps sowie Thunfisch und Rotbarsch. Bedenklich sind nämlich prinzipiell die Arten, die bereits überfischt sind oder deren Zucht und Fang die Natur belasten. Ein fleischloses Weihnachtsfest ist ebenfalls eine gute Wahl.

  • Tipp: Zu den regionalen Köstlichkeiten in Rheinland-Pfalz zählen nicht nur Wein und Zwiebelkuchen: Bei uns wachsen rund 80 Sorten Gemüse sowie Obst in Hülle und Fülle. Zum Fest passen besonders gut Esskastanien, Nüsse und Feigen.

Öko-Lichterglanz

Lichterketten sind praktisch, gerade die traditionellen können aber Stromfresser sein. Vor allem, wenn sie Tag und Nacht leuchten. Da spart eine Zeitschaltuhr Geld – und steuert den Lichterglanz, zum Beispiel in den Abendstunden und morgens zwischen sechs und acht Uhr, um Schüler und Pendler zu erfreuen. Deutlich sparsamer sind LED-Ketten. Für Balkon und Garten gibt es auch viele Modelle, die ihre Energie aus Solarzellen beziehen. Und echte Kerzen? Hier eignen sich Stearinkerzen (aus Tierfett oder nachhaltig produziertem Palmöl) oder Bienenwachskerzen. Sie sind umweltfreundlicher als Kerzen aus Paraffin, einem Erdölprodukt. Kerzen, die mit schadstoffarmen Rohstoffen, Farben und Lacken hergestellt wurden, tragen oft das „RAL-Gütezeichen Kerzen“.

  • Tipp: Hochwertige Kerzen rußen weniger als billige und umweltschädlichere Produkte aus Paraffin. Zudem setzen Letztere beim Abbrennen sehr viel CO2 frei.

Das Umweltministerium Rheinland-Pfalz bietet weitere Tipps für weihnachtlichen Umweltschutz in Rheinland-Pfalz.

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