Chemie einfach erklärt

Süßes oder Saures: Zahngesunde Süßigkeiten zu Halloween?

Halloween muss trotz Süßigkeiten nicht zur Horrornacht für die Zähne werden.

von Elke Bieber

· Lesezeit 4 Minuten.
Zahnfreundliche Alternativen gesucht: Durch Süßigkeiten und Säuren haben Kariesbakterien leichtes Spiel. Doch wer gute Zahnpflege betreibt, kann die Gruselparty trotzdem genießen. Foto: stock.adobe.com/Kateryna Jevtekhova

Zahnfreundliche Süßigkeiten, geht das überhaupt?

Bestimmte Zuckerarten wie Haushaltszucker, Frucht-, Trauben-, Milch- und Malzzucker sind Futter für die Kariesbakterien. Süßigkeiten mit sehr wenig dieser Zuckerarten oder mit Süßstoff oder Zuckeraustauschstoffen können zahnfreundlich sein, müssen es aber nicht. Wieviel Zucker tatsächlich in einem Produkt steckt, ist nicht immer leicht zu erkennen.

So testet die Aktion Zahnfreundlich  e.V. nach verschiedenen Kriterien, ob ein Produkt wirklich zahnfreundlich ist. Erst dann erhält es im positiven Fall das Zahnmännchen-Siegel.

Auch Saures macht den Zähnen zu schaffen

Säuren  greifen die Zahnoberflächen an und fördern Karies. Beispielsweise Säfte, Kaffee, Sprudelgetränke und Zitrusfrüchte enthalten Säuren.

Besonders aggressiv sind saure Süßigkeiten, erst recht, wenn sie an den Zähnen kleben. Je länger sie in der Mundhöhle bleiben, um so mehr Schaden richten die Bakterien an. Ein solcher Mehrfachangriff auf den Zahnschmelz muss nicht sein.

Zahnschonend in Süßigkeiten zu schwelgen, könnte zum Beispiel so aussehen:

  • zuckerarme oder zuckerfreie Süßigkeiten wählen,
  • auf zahnfreundliche Siegel achten,
  • Saures und Klebriges meiden,
  • wenn nötig, Neutralisierendes nutzen, zum Beispiel stilles Wasser oder zahnfreundliches Kaugummi und
  • Süßes nur zu bestimmten Zeitpunkten genießen, statt andauernd zu naschen.

Zahnschocker zu Halloween: Wer Klebriges wie diese Dauerlutscher meidet und seinen Zähnen ab und zu eine Pause gönnt, macht schon einiges richtig. Foto: stock.adobe.com/Ncorp

Zahnschocker zu Halloween: Wer Klebriges wie diese Dauerlutscher meidet und seinen Zähnen ab und zu eine Pause gönnt, macht schon einiges richtig. Foto: stock.adobe.com/Ncorp

Halloween: nur eine Nacht von 365

Wer in der Halloweennacht von einer erfolgreichen Sammelaktion nach Hause kommt, hat es nicht weit bis zur Zahnbürste. Und mit guter Zahnpflege lässt sich Karies verhindern. Ob sich Beläge bilden, in denen Kariesbakterien ihr Unwesen treiben, das hängt von der täglichen Zahnhygiene ab. Wenn die stimmt, muss man nicht vollständig auf Süßes oder Saures verzichten.

Man kann jeden Tag zahnfreundlich sein

Unternehmen wie M+C Schiffer aus Neustadt oder Procter & Gamble (Oral B)  aus Schwalbach entwickeln seit Jahrzehnten Produkte, die der Zahnhygiene von Anfang an dienen. Die Oral-B-Experten im Forschungszentrum in Kronberg und in der Produktionsstätte in Groß-Gerau, wo die Zahncremes hergestellt werden, arbeiten dafür eng mit führendem zahnmedizinischem Fachpersonal zusammen. Das Ziel ist, die Zahnpflege leichter und effektiver zu gestalten. Oral-B nutzt beispielsweise Künstliche Intelligenz, um die Motivation zum Zähneputzen zu steigern. So gibt die Oral-B App direktes Feedback zum individuellen Putzverhalten und zeigt, wie sich die Mundpflege durch angepasste Putzdauer und Andruck beim Zähneputzen verbessern lässt.

Schon der erste Zahn freut sich über gute Pflege 

Bereits der erste Milchzahn verdient die volle Zahnpflege. Experten zufolge können Eltern für ihre Kinder schon ab dem ersten Zahn sanft elektrische Zahnbürsten verwenden. Abwechselnd mit der Handzahnbürste macht dies den Eltern das Zähneputzen mit den Kindern leichter, und auch die Kinder haben mehr Spaß und Abwechslung beim Zähneputzen.

Das Üben der Zahnputztechnik „KAIplus“ (Kauflächen, Außenflächen und Innenflächen) ist die beste Grundlage für das Lernen einer guten Mundhygiene von Anfang an. „Plus“ ist das Nachputzen durch die Eltern, nachdem das Kind selbst geputzt hat.

Dies tun die Eltern, bis die Kids ca. acht oder neun Jahre alt sind. Das gilt auch für die Interdentalreinigung. Finden Eltern dies mit Zahnseide zu umständlich, dann bieten sich Zahnseidesticks als Alternative an – zumindest für die Bereiche, wo die Milchzähne ihrer Kinder eng zusammenstehen. Ab dem 10. Lebensjahr können Kinder die Zahnseidesticks dann selbst anwenden.

Zahngesund durch die Jugend – nicht so leicht mit einer Zahnspange!

Für Jugendliche mit einer Spange kommt es auf größte Sorgfalt bei der Zahnpflege an. Auch hier bewähren sich elektrische Zahnbürsten. Sie sollten über die Zeit des Timers hinaus verwendet werden, das heißt: Wer eine festsitzende Spange hat, sollte noch mindestens einmal drücken und eine weitere Zahnputzrunde machen. 

Oral-B hat eine neue elektrische Zahnbürste speziell für die Bedürfnisse von Jugendlichen mit kieferorthopädischen Apparaturen wie Zahnspangen und Retainer entwickelt, Oral-B iO MyWay. Sie hat zwei spezielle Aufsteckbürsten, eine mit extra-dünnen und sanften Borsten für Zähne und Zahnfleisch, eine für die gezielte Reinigung rund um die Zahnspange.

Außerdem nützlich:

  • fluoridhaltige Mundspülungen (1400 ppm Fluorid)
  • Interdentalbürsten
  • professionelle Zahnreinigungen

Gesunde Zähne: Zahnbürsten, Zahnpasta und mehr

Zu den bekannten Zahnpflege-Basics kommen neue hinzu. Gut zu wissen:

  • Zahnbürsten: alle zwei  Monate wechseln
  • Zahnpasta: Sie sollte den empfohlenen Fluoridgehalt haben, titandioxidfrei sein und frisch, aber mild schmecken
  • Apps: erhöhen die Motivation und Putzdauer
  • Zahnseidesticks, Interdentalbürsten: gegebenenfalls einfacher zu handhaben als Zahnseide – ausprobieren!
  • Zungenreiniger: entfernen Bakterien aus dem Mund, verbessern die Mundhygiene
  • Fluoridhaltige Mundspülungen: können zusätzlich helfen, gegen Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und Beläge zu reduzieren.

Gut gewappnet gegen Süßigkeiten und die Folgen

Wer seine Halloween-Beute verputzt hat, sieht bereits den Adventstellern und Weihnachtsleckereien entgegen. Für die Zahngesundheit gilt dabei dasselbe wie in der Gruselnacht: Tägliche Zahnhygiene beibehalten, Dauerattacken mit Süßem vermeiden. Dann spricht nichts gegen gelegentlichen frohen Genuss.
 

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