Chemie einfach erklärt

Sonnencreme statt Sonnenbrand - diese Tipps sollten Sie kennen

Sonne ja, verbrutzeln nein! Sonnencreme hilft, Hautschäden zu vermeiden und den Sommer ohne Reue zu genießen. Was Sie beachten sollten, um sich und Ihre Kinder zu schützen.

von Redaktion

· Lesezeit 8 Minuten.
 Kinder haben nur eine Eigenschutzzeit von fünf Minuten. Sonnencreme für Kinder sollte daher den höchsten Lichtschutzfaktor haben. Foto: Adobe Stock nadezhda1906
Richtig schützen: Kinder haben nur eine Eigenschutzzeit von fünf Minuten. Sonnencreme für Kinder sollte daher den höchsten Lichtschutzfaktor haben. Foto: Adobe Stock nadezhda1906

Wie entsteht ein Sonnenbrand und warum ist er gefährlich?

Nicht das sichtbare Licht der Sonne bewirkt Sonnenbrände, sondern die ultraviolette (UV-)Strahlung. Sie stellt den energiereichsten Teil der optischen Strahlung dar. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz erläutert, wirkt UV-Strahlung auf unterschiedliche Weise:
•    Mögliche akute Wirkung: Sonnenbrand und Bindehautentzündung am Auge
•    Mögliche langfristige Wirkung: vorzeitige Hautalterung, Hautkrebs, Grauer Star

Jedes Jahr, so berichtet die Deutsche Krebshilfe, gibt es in Deutschland 304.000 neue Hautkrebs-Diagnosen. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko um das Zwei- bis Dreifache. Insbesondere die Haut von Heranwachsenden braucht Schutz vor der UV-Strahlung.

Was passiert beim Sonnenbrand?

Die erste Reaktion der Haut auf UV-Strahlen ist Bräunung. Dies und eine Hautverdickung schützen die Haut vor Schäden – zumindest eine gewisse Zeit lang. Bei einer Überdosis geschieht jedoch Folgendes:
•    Die Haut rötet sich.
•    Es entstehen Blasen.
•    Das Gewebe stirbt ab.

Welche UV-Strahlen sind besonders schädlich?

Je kurzwelliger die Strahlen, um so gefährlicher sind sie für die Haut. Es gibt diese drei UV-Gruppen mit unterschiedlichen Wellenlängen:

  • UV-C: 100 bis 280 Nanometer (nm) – diese werden durch die Ozonschicht, die die Erde umhüllt, ferngehalten.
  • UV-B: 280 bis 315 nm – diese gelangen teilweise durch die Ozonschicht und durchdringen die oberen und mittleren Schichten unserer Haut.
  • UV-A: 315 bis 400 nm – diese gelangen ebenfalls teilweise durch die Ozonschicht und dringen bis in die unteren Schichten unserer Haut vor.

Kurzwellige Strahlen sind energiereicher. Daher können sie unsere Haut mehr schädigen als langwellige. Was der besonders schädliche UV-B-Anteil des Lichts anrichtet, hängt davon ab,

  • wie lange man in der Sonne ist,
  • zu welcher Tageszeit man sich ihr aussetzt,
  • auf welchem Breitengrad man sich befindet und
  • wie stark die Luft verschmutzt ist – starke Verschmutzung verringert die schützende Ozonschicht.

Sonnenschutz: Sebapharma setzt auf Mehrfachschutz

Das rheinland-pfälzische Unternehmen Sebapharma möchte mit seinen Sonnenschutzprodukten mehrfach schützen:

  • Die Pflegeformel ist so konzipiert, dass sie UV-B- und UV-A-Strahlen besonders wirksam herausfiltert.
  • Vitamin E neutralisiert freie Radikale in der Haut, die durch Sonneneinstrahlung entstehen. So entsteht ein Extra-Schutzeffekt.
  • Der pH-Wert 5,5 stabilisiert den wichtigen Hautschutzmantel. Auf diese Weise stärkt er die natürliche Schutzbarriere gegen schädliche äußere Einflüsse.

„Ich wünsche mir mehr Weitsicht beim Umgang mit der Sonne: 1. Die Bräune entwickelt sich nicht am ersten Urlaubstag. 2. Es wird nichts mit der ersehnten Bräune, wenn sich die Haut nach einem Sonnenbrand schält. 3. Langzeitschäden durch Sonne an der Haut – von Falten bis Hautkrebs – werden schon verursacht, bevor sich die Haut rötet.“

Michaela Arens-Corell, Leiterin der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung bei Sebapharma. Foto: Sebapharma

Michaela Arens-Corell, Leiterin der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung bei Sebapharma. Foto: Sebapharma

Sonnenschutz für empfindliche Haut

Sebapharma entwickelt seine Sonnenschutzprodukte nach dermatologischen und pharmazeutischen Kriterien für empfindliche Haut weiter. Sorgfältig abgestimmte Rezepturen für höchste Hautverträglichkeit sollen helfen, vor sonnenbedingten Schäden und vorzeitiger Hautalterung zu schützen. Dabei achtet das Unternehmen darauf, Inhaltsstoffe zu verwenden, die weder für Menschen noch für die Umwelt toxisch sind. 

Wie schützt Sonnencreme vor den UV-Strahlen?

In Sonnencremes und -lotionen sind verschiedene UV-Filter:

  • Lösliche, chemische UV-Filter: Sie nehmen die UV-Strahlung auf und geben sie als energieärmere, harmlose Wärmestrahlung ab.
  • Unlösliche, physikalische/mineralische UV-Filter: Mikroskopisch kleine Titandioxid- und Zinkoxid-Partikel reflektieren die UV-Strahlung. Sie bilden die weiße Sonnencreme-Schicht. 

Auf diese Weise können Sonnencreme und andere Sonnenschutzmittel das Auftreten eines Sonnenbrandes verzögern. Wichtig: Sie müssen sowohl gegen UV-B- als auch gegen UV-A-Strahlung wirken. In aller Regel befindet sich in Sonnencremes eine Kombination mehrerer Filter, um die Effektivität zu erhöhen. Selbst dann gelangt immer noch etwas Strahlung durch den Schutz. Daher sollte man auch eingecremt nicht zu lange in der direkten Sonne bleiben.

Was sagt der Lichtschutzfaktor aus?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel sich die Eigenschutzzeit durch die Sonnencreme verlängert. Die Eigenschutzzeit ist die Sonnendauer, die die ungebräunte Haut ohne Schaden verträgt. Eigenschutz multipliziert mit dem LSF ist die dementsprechend durch Sonnencreme längere mögliche Sonnendauer. Zwei Beispiele:

  • Kinder haben eine Eigenschutzzeit von fünf Minuten. Bei einem Lichtschutzfaktor von 30 bedeutet dies eine Sonnenzeit von 150 Minuten.
  • Hellhäutige haben eine Eigenschutzzeit von maximal 10 Minuten. Bei einem Lichtschutzfaktor von 20 bedeutet dies höchstens 200 Minuten Sonnenzeit.

Welcher Lichtschutzfaktor für wen?

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt:

  • Für Erwachsene: mindestens Lichtschutzfaktor 20
  • Für Kinder: mindestens Lichtschutzfaktor 30
  • Am Wasser, bei starker Sonne, in Höhenlangen und im Schnee: Lichtschutzfaktor 50.

Braucht man Sonnencreme nur in der Sonne?

Selbst wenn man sich tagsüber draußen größtenteils im Schatten aufhält, sollte man nicht auf Sonnencreme verzichten. Denn auch hier bekommt man noch rund die Hälfte der UV-Strahlung der direkten Sonne ab. Durch Reflexion des Lichts von Wasser, hellem Stein oder Sand kann sich dieser Anteil sogar noch erhöhen.

Welche Arten von Sonnenschutzmitteln gibt es?

Üblich sind diese Arten von Sonnenschutzmitteln:
•    Sonnencreme
•    Sonnenlotion
•    Sonnen-Gel und
•    Sonnen-Spray. 

Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre Konsistenz. Lotionen sind flüssiger als Cremes und Gele wiederum flüssiger als Lotionen. Die Unterschiede entstehen durch das Verhältnis zwischen Wasser und Ölen beziehungsweise Fetten in den Mitteln. Cremes sind wegen des relativ hohen Fettanteils am wasserfestesten, eigenen sich also am besten zum Baden. Gele sind komplett fettfrei. 

Was muss ich bei Sonnenschutzmitteln beachten?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass Sonnencremes mit organisch-chemischen Filtern bei sensiblen Menschen Allergien auslösen können. Dies gilt auch für Duft- und Konservierungsstoffe. Einige der zugelassenen UV-Filter stehen überdies im Verdacht, unser Hormonsystem zu stören. In zertifizierter Naturkosmetik sind organisch-chemische UV-Filter verboten. 

Wie stark sollte man sich mit Sonnencreme eincremen?

Sonnencreme schützt nur dann vor UV-Strahlung, wenn man genug aufträgt. Erwachsene sollten für den gesamten Körper rund 30 Milliliter verwenden – das entspricht ungefähr drei gehäuften Esslöffeln. Nach dem Auftragen sollte man noch einige Minuten die Sonne meiden, denn es dauert einen Moment, bis sich die volle Schutzwirkung entwickelt.

Wie oft sollte man sich eincremen, und was bringt das?

Das Nachcremen ist wichtig, weil sich der Schutz durch Schwitzen oder Baden verringert. Deshalb sollte man sich etwa alle zwei Stunden und immer nach dem Schwimmen neu eincremen.

Aber Achtung: Zweimal Lichtschutzfaktor 25 aufzutragen, führt nicht zu LSF 50! Das Nachcremen verlängert nicht die Dauer, die man bedenkenlos in der Sonne bleiben kann. Es erhält nur den Schutz für die ursprüngliche Zeit aufrecht. Wer die durch den Lichtschutzfaktor verlängerte mögliche Sonnendauer ausreizt, verpasst der Haut mindestens die UV-Strahlung, die sie an einem Tag verträgt – da hilft gut gemeintes Nachcremen nicht.

Wer braucht Sonnencreme besonders?

  • Kinder brauchen Extra-Schutz – Säuglinge sollten überhaupt nicht in die direkte Sonne, Kinder und Jugendliche nur mit ausreichendem Schutz: Zu viel UV-Strahlung beschädigt die DNA der Hautzellen, wodurch sich das Hautkrebsrisiko erhöht. Kinder wachsen noch, ihre Zellen teilen sich also im Vergleich zu Erwachsenen noch deutlich häufiger. So vermehren sich durch die hohe Zellteilungsrate auch die beschädigten Hautzellen schnell – und das Krebsrisiko steigt stärker als bei Erwachsenen.
  • Hellhäutige sind besonders empfindlich: Sie brauchen mehr Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor. 
  • Seniorinnen und Senioren sollten stärker auf Sonnenschutz achten: Ab einem Alter von etwa 65 Jahren bilden sich die schützenden Hautpigmente langsamer. Darum ist die Haut entsprechend empfindlicher gegenüber der Strahlung.


Wie nachhaltig sind Sonnencremes?

Die chemischen UV-Filter können aus hormonaktiven Substanzen bestehen. Diese können das Hormonsystem von Menschen stören. Übers Wasser aufgenommen, gelangen sie auch in den Organismus von Wasserlebewesen wie Fische und Wasservögel. Hormonaktive Substanzen lassen sich nicht in Kläranlagen abbauen oder herausfiltern. 

Die mineralischen Filter wiederum sind problematisch, wenn sie Nanopartikelgröße haben. Nanopartikel kommen zum Einsatz, um die weißliche Cremeschicht zu vermeiden. Ab einer bestimmten Konzentration im Wasser schadet dies verschiedenen Umweltorganismen. Die genauen Wirkweisen sind jedoch noch nicht erforscht.

Das Umweltbundesamt rät daher:

  • UV-Schutz durch Kleidung, Sonnenschirme und durch cleveres Sonnen-Timing schaffen – dies senkt den Bedarf an Sonnenschutzmitteln.
  • Zu Hause duschen, um möglichst wenig Sonnencreme direkt in Meer, Flüsse oder Seen einzutragen. Duschwasser hingegen wird aufbereitet, sodass dadurch ein Teil der UV-Filtersubstanzen gebunden wird.

Wie wirken Nachhaltigkeitskriterien auf die Weiterentwicklung von Sonnenschutzprodukten ein?

Das ökologische Verhalten von Sonnenschutzmitteln gewinnt an Bedeutung. Für BASF heißt das, es werden UV-Filter, die früher in größeren Konzentrationen verwendet wurden, reduziert oder ganz ausformuliert und durch modernere Rohstoffe mit höherer Wirksamkeit und besserem Umweltverhalten ersetzt. Bei den meisten Herstellern führt dies dazu, dass sie ihre Rezepturen anpassen. Marcel Schnyder, Head Global Technical Center Sun Care bei BASF, erklärt: „Die Anpassung einer UV-Filterkombination bedingt auch weitere Modifikationen in einer Sonnenschutzformulierung, da die verbesserten UV-Filter ein anderes Lösungsverhalten haben. Es ist somit schwierig, bei veränderter Filterzusammensetzung die gleiche Sensorik und Leistungsfähigkeit zu erreichen.“ Er bemerkt: Die Anpassung der UV-Filter in Sonnenschutzmitteln führt auch zu einer Erhöhung der Preise für Sonnenschutzmittel mit gleichem Lichtschutzfaktor, da die Kosten der modernen Rohstoffe höher liegen. Jedoch weisen diese auch eine bessere Umweltverträglichkeit auf.

„Sonnenschutzmittel sind eine Vorsorgemaßnahme gegen Hautkrebs und andere Gesundheitsrisiken . Darum gibt es bei der Leistung - Sonnenschutzfaktor und UVA-Schutzfaktor - keine Kompromisse.“

Marcel Schnyder, Head Global Technical Center Sun Care, BASF. Foto: BASF
Marcel Schnyder, Head Global Technical Center Sun Care, BASF. Foto: BASF

Gut zu wissen

  • Sonnencreme kann UV-Strahlen nicht komplett blockieren. Daher sind auch andere Sonnenschutzmaßnahmen wichtig.
  • Wasser, Sand, Höhenlagen und Schnee verstärken die UV-Strahlung – an den nötigen Extra-Schutz denken!
  • Schatten verringert die UV-Strahlung – ein Baum mit dichter Laubkrone um ca. 20 Prozent.
  • Künstliche UV-Strahlung, etwa in Solarien, ist genauso schädlich wie natürliche UV-Strahlung.
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