Chemie einfach erklärt

Kater-Tipps: Was wirklich gegen Kopfschmerzen und Übelkeit hilft

Was passiert bei einem Kater eigentlich chemisch im Körper? Wer das weiß, kann ihn besser bekämpfen. Vier Tipps, um nach den Fastnachtstagen schneller fit zu werden.

von Fabian Stetzler

· Lesezeit 4 Minuten.
Frau mit Kopfschmerzen, Foto: stock.adobe.com/golubovy
Brummschädel, Kreislaufschwäche und Co: Durch bestimmtes Handeln kann man den Körper ein wenig bei der Erholung von unangenehmen Kater-Symptomen unterstützen. Foto: stock.adobe.com/golubovy

So schön intensives feuchtfröhliches Feiern ist. Am nächsten Morgen wartet meist ein böses Erwachen mit einem ordentlichen Kater. Brummschädel, Übelkeit und Kreislaufschwäche sind nur ein paar der Symptome, die übermäßiger Alkoholkonsum bescheren kann.

Grund für Kater-Symptome: Toxisches Acetaldehyd 

Schuld daran ist Ethanol, also Alkohol (C₂H₆O). Es entsteht bei der Vergärung von Zucker und sorgt mit seiner Wirkung auf das zentrale Nervensystem für einen Rauschzustand. Sobald man Alkohol dem Körper zuführt, wird er durch Enzyme abgebaut.

Eine dieser Reaktionen ist die Oxidation, bei der Ethanol in der Leber zuerst zu Acetaldehyd umgewandelt wird. Und genau dieses Acetaldehyd ist der Grund allen Übels.

In unseren Zellen wird das giftige Acetaldehyd in harmlose Essigsäure umgewandelt. Das geschieht mithilfe von NAD, dem Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid. Problematisch ist allerdings, dass der menschliche Körper nicht über unendlich viel NAD verfügt. Vielmehr ist der Vorrat schnell verbraucht, und so führt Alkoholkonsum zu einem signifikanten Absacken des NAD-Spiegels. Das Acetaldehyd kann so in Ruhe sein Unwesen treiben und wird nur langsam abgebaut. Acetaldehyd stört sehr viele Stoffwechselprozesse, was die unterschiedlichen Katersymptome erklärt, von Übelkeit über Kopf- und Gliederschmerzen bis hin zu bleierner Müdigkeit.

Es steht also nicht genügend NAD in den Zellen bereit, um die Folgen des Zechens zu verhindern. Das NAD muss der Körper erst wieder aufbauen. Das erklärt wiederum, warum es eine Weile dauert, bis man den Kater wieder los ist.  Wäre dann nicht das beste Katermittel, sich einfach irgendwo künstliches NAD zu besorgen, damit der jammervolle Zustand schneller vorübergeht? Leider geht das nicht. NAD würde im Magen zerstört werden und nicht in die einzelnen Zellen gelangen. 

Was hilft gegen Kater?

Das eine Wundermittel gegen Kater, wie es zuweilen im Netz angepriesen wird, gibt es nicht. Zwar heißt es oft, Vitamintabletten würden die Regeneration bei einem Kater beschleunigen. Doch dies konnte nie wissenschaftlich bestätigt werden, sondern lässt sich eher unter Placeboeffekt verbuchen. Auch das sogenannte Konterbier, auch Reparaturbier genannt, ist zweifellos ein Mythos und hat vielmehr einen gegenteiligen Effekt, weil weiterer Alkohol den Körper zusätzlich schwächt. 

Der Körper regeneriert sich im Grunde selbst. Allerdings kann man ihn durch bestimmtes Handeln ein wenig bei der Erholung unterstützen. So lassen sich die Kater-Symptome zumindest lindern. Experten empfehlen vier Maßnahmen:

  • Viel Wasser trinken. Am besten noch vor dem Schlafen gehen, um dem Kater vorzubeugen.

    Alkoholkonsum stört den Wasserhaushalt des Körpers. Das führt schon während des Trinkens zu Dehydrierung. Der Wassermangel verstärkt am Tag danach die unangenehmen Kater-Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Übelkeit. Zudem ist Wasser ein wesentlicher Bestandteil der Zellen. So unterstützt es verschiedene zelluläre Prozesse wie Stoffwechsel, Nährstofftransport und Giftstoffbeseitigung. Die Wasseraufnahme hilft also auch dabei, die Produktion von NAD in den Zellen anzukurbeln.

    Es empfiehlt sich daher, dem Körper mehr Wasser als gewöhnlich zuzuführen, besonders während Katertags. Aber auch schon vor dem Schlafengehen kann viel Wasser helfen, einen Kater zu verhindern oder zu lindern. Da Alkohol den Magen angreift, sollte man eher stilles Wasser trinken, denn Kohlensäure kann den durch Alkohol gereizten Magen zusätzlich beeinträchtigen. 
     
  • Salzig essen gegen den Elektrolytverlust.

    Ein aus dem Tritt geratener Flüssigkeitshaushalt bedeutet auch, dass es dem Körper an Elektrolyten fehlt. Elektrolyte sind nötig, damit das Nervensystem rund läuft. Auch Kopf- und Gliederschmerzen rühren oft von einem Elektrolytmangel her. Wenn man verkatert ist, kann man also ruhig salzig essen, um generell das Energielevel zu erhöhen, beispielsweise mit einer kräftigen Hühnerbrühe, Salzstangen oder eine vegetarischen Miso-Suppe. 
     
  • Den Kreislauf (vorsichtig) anregen, etwa mit einem Spaziergang.

    Den Kreislauf anzuregen kann helfen, einige der unangenehmen Symptome eines Katers zu lindern und den Genesungsprozess zu beschleunigen. Bewegung und leichte körperliche Aktivität verbessern die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung im Körper. Eine bessere Sauerstoffzufuhr zum Gehirn kann Kopfschmerzen lindern.

    Außerdem fördert körperliche Aktivität die Stoffwechselprozesse, wodurch Giftstoffe schneller abgebaut werden können. Eine Dusche oder ein Spaziergang an der frischen Luft sind bei einem Kater also ratsam. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Wenn man sehr stark beeinträchtigt ist, kann zu viel Aktivität die Regenerationszeit auch verlängern.
     
  • Schlaf und Ruhe.

    Am besten hilft man dem Körper bei der Regeneration, indem man ihm Schlaf und Ruhe gönnt. Schlaf stabilisiert den Stoffwechsel und fördert die NAD-Produktion in unseren Zellen, was schließlich dazu beiträgt, die Symptome eines Katers zu verbessern und ganz zu beseitigen.

    Außerdem wird durch Schlaf der Blutzuckerspiegel positiv reguliert, was den Körper dabei unterstützt, Giftstoffe abzubauen. In der Regel sind Katersymptome spätestens nach zwei Tagen abgeklungen.
  • Like
  • PDF
Newsletter