Faktencheck

Fakten über Weihnachtsbäume

Woher kommt eigentlich der Brauch, den Baum zu schmücken und wie weit kann man ihn werfen?

· Lesezeit 3 Minuten.

In den meisten Wohnzimmern Deutschlands steht er – der Weihnachtsbaum. Doch woher kommt der Brauch des mit Schmuck behangenen Christbaums zu Weihnachten eigentlich? Wie viele Nadeln hat ein typischer Tannenbaum? Und wie weit kann man ihn werfen? Wir haben 12 Fakten rund um den Weihnachtsbaum gesammelt.

100 Tonnen Sauerstoff produziert ein Hektar Weihnachtsbaumkultur über zehn Jahre.

Die Nadelprobe

Dass ein Weihnachtsbaum viele Nadeln hat, ist keine neue Erkenntnis. Das merkt man spätestens, wenn man regelmäßig die abgefallenen aufsaugen muss. Aber wie viele genau? Und wie findet man das heraus? In der Fernsehsendung „Frag doch mal die Maus“ haben sich 2006 mehrere Schulklassen dieser Frage angenommen – und alle Nadeln einer 1,63 Meter großen Nordmanntanne entfernt und von Hand gezählt. Ihr Ergebnis: 178.333. Eine weitere, weniger wissenschaftliche Beobachtung: Je länger man mit dem Baumkauf wartet, desto dürrer und kahler wird das Angebot – und desto weniger Nadeln können herunterfallen.

25.000 Milben, Spinnen und andere Insekten können in einem Weihnachtsbaum leben.

Der Christbaum ist regional

Lieber regional als international: Dieses Motto gilt für Deutsche auch beim Weihnachtsbaumkauf. 90 Prozent der verkauften Christbäume stammen aus Deutschland – Tendenz steigend. Von den importierten Bäumen kommen die meisten aus Dänemark. Gekauft wird immer noch am liebsten möglichst nah an der Quelle: 30 Prozent der Baumkäufer wenden sind direkt an landwirtschaftliche Betriebe, 30 Prozent an den Straßenhandel. Der Rest bedient sich im Supermarkt, Gartenzentren, Baumärkten, rückt selbst mit der Säge in den Wald aus oder klickt immer häufiger (11 Prozent) auch im Internet.

10,95 Meter beträgt der Rekord im Weitwurf eines 1,5 Meter hohen Weihnachtsbaums.

Plastikbäume: Beliebt, aber made in China

In einer Studie eines Wohnungsunternehmens gab ein Drittel der Befragten an, dass sie einen künstlichen Baum zu Weihnachten aufstellen würden. Der Rest bevorzugt einen echten Baum oder stellt gar keinen Christbaum auf. Die Vorteile der Plastikbäume liegen auf der Hand: keine Nadelhäufchen, geringere Brandgefahr – und im nächsten Jahr muss man ihn bloß abstauben. Wer allerdings mit Blick aufs Klima die Wälder schützen und deshalb lieber Plastik aufstellen will: Diese Rechnung geht kaum auf, denn der Großteil der Kunststoffbäume stammt aus China – mit der entsprechenden Umweltbilanz bei Herstellung und Transport. Zehn Jahre müsste ein Plastikbaum durchhalten, damit seine CO2-Bilanz besser wird als die eines heimischen echten Baums, hat das Magazin „Geo“ berechnet.

1419 soll eine Freiburger Bäckerzunft den ersten Weihnachtsbaum aufgestellt haben.

Fast 30 Millionen Weihnachtsbäume pro Jahr

Der Weihnachtsbaum ist aus deutschen Wohnzimmern nicht wegzudenken. Zwischen 25 und 30 Millionen festlich geschmückter Nadelbäume stehen jedes Jahr in den Häusern der Bundesrepublik – Tendenz steigend. Bei rund 40 Millionen Haushalten sind das also bis zu drei Viertel aller Wohnzimmer. Am beliebtesten (und teuersten) ist die Nordmanntanne mit rund 73 Prozent aller aufgestellten Christbäume – und das, obwohl ihre Nadeln fast gar keinen weihnachtlichen Tannenbaumduft absondern. Auf der Beliebtheitsskala folgt ihr mit großem Abstand die Blaufichte mit 12 Prozent.

1 knappe Million Weihnachtsbäume exportiert Deutschland pro Jahr.

Bis zu 50.000 Hektar Anbaufläche

Weihnachtsbäume brauchen Platz – nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch beim Anbau. Zwischen 30.000 und 50.000 Hektar Fläche sind in Deutschland mit ihnen bepflanzt, der Großteil in eigens angelegten Plantagen. Nur 5 Prozent der Bäume wurden zuletzt direkt aus Wäldern entnommen. Damit ist Deutschland Spitzenreiter in Europa. Im Vergleich der Bundesländer hat NRW die Nase vorn: Allein im Sauerland stehen auf rund 12.500 Hektar Weihnachtsbäume. Rheinland-Pfalz folgt erst auf den hinteren Rängen. Ein schöner Nebeneffekt fürs Klima: Ein Hektar Weihnachtsbäume bindet innerhalb von zehn Jahren – der Zeit, die ein Weihnachtsbaum im Schnitt bis zur Ernte steht – 145 Tonnen CO2.

8.200 Dauerarbeitsplätze sichert der Weihnachtsbaumanbau; dazu 7.500 Saisonjobs.

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