Made in Rheinland-Pfalz

So viel Chemie steckt im Sommer

Welche Produkte uns den Sonnenalltag erleichtern.

von Sabine Latorre

· Lesezeit 3 Minuten.
© Adobe Stock

Wir lieben die Sommersonne, den blauen Himmel, die milden Abende, leichte Shirts, Eis und Grillen. Utensilien wie Badeanzug, Flip-Flops, Sonnencreme, Poolnudeln oder schicke Brillen verdanken wir auch Forschern in Chemieunternehmen der Region. Ebenso wie viele andere Dinge, die uns den Sommeralltag erleichtern:

Leckereien aus Erdbeeren und Zitrone

Wenn uns der Sommer auf der Zunge liegt, dann vielleicht in Form von Erdbeersahnequark-Torte und Zitronencreme. Beides gelingt besonders gut mithilfe von Blattgelatine (hier geht's zum Rezept). Sie wird mit einem speziellen Trocknungsverfahren aus Gelatinebahnen erzeugt, die man anschließend zuschneidet. Spezialist dafür ist Ewald-Gelatine in Bad Sobernheim an der Nahe. Hier werden geprüfte Schweineschwarten verarbeitet und nach Filtration, Eindickung und Sterilisation getrocknet und zu Pulvergelatine oder Blattgelatine verarbeitet. Letztere lässt sich besonders gut und einfach dosieren. Man nutzt sie im Haushalt, aber auch in der Gastronomie, in Hotels, Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien.

Immer aktuell informiert

Abonnieren Sie unseren Whatsapp-Newsletter und erhalten Sie Nachrichten über neue Artikel direkt aufs Smartphone.

Eiskalte Getränke

Lust auf eiskalte Cola, Bier oder Mineralwasser? Trockeneis (minus 78 Grad) sorgt in Verbindung mit Wasser für die optimale Temperatur. Trocken­eis ist eigentlich ein festes Gas (Kohlendioxid), das als Kohlensäure in Getränken blubbert. Unter hohem Druck wird es zu Schnee. Dann kann man es zu Blöcken pressen und in Scheiben schneiden – für die Gartenparty oder die Gastronomie. Das macht Praxair in Bad Hönningen. Verkauft wird das Trockeneis in Isolierbehältern, die gängigsten Größen sind so schwer wie Milchtüten. Meist liefert der Industriegas-Experte das Getränkegas aber flüssig.

Bloß nicht müffeln!

Sobald es warm wird, schwitzen wir. Eigentlich ist Schweiß geruchlos, erst wenn er mit Bakterien und Luft reagiert, entsteht Geruch. Deos enthalten deshalb antibakterielle Wirkstoffe, die das Bakterienwachstum hemmen. Und Aluminiumsalze: Sie legen sich über die Drüsenausgänge, verengen diese und sorgen dafür, dass der Körper weniger Schweiß absondert. Ohne dieses gesundheitlich umstrittene Hilfsmittel kommt Sebapharma in Boppard aus: Hier sorgt ein biologisches Wirksystem im Deo („Lemongras“) für Frische und schont dazu die Haut. Sein pH-Wert 5,5 fördert die hauteigenen Schutzfunktionen und hemmt so die bakterielle Zersetzung von Schweißbestandteilen. Für sanfte Sauberkeit und Wohlgeruch sorgen ebenso Duschgels, Seifen und Shampoos des Unternehmens.

Kühlung bei Sport und Arbeit

Strengen wir uns bei Hitze körperlich an, produzieren wir mehr als einen Liter Schweiß pro Stunde. Der verdunstet und kühlt den Körper ab. Diesen Effekt ahmt ein raffinierter Werkstoff der BASF in Ludwigshafen nach: Das Superabsorber-Vlies (Luquafleece) setzt – zum Beispiel in Form einer Weste – Verdunstungskühlung frei. Der Effekt hält bis zu 20 Stunden, Spitzenfußballer profitieren bereits davon. Zur Aktivierung lädt man das Material mit Wasser auf. Da die Fasern durch eine spezielle Technologie mit Superabsorber-Molekülen beschichtet sind, nehmen sie das Wasser in wenigen Sekunden auf und halten es fest – doch außen bleiben die Funktionstextilien trocken. Bei Hitze nehmen die im Inneren der Kleidung fest gebundenen Wassermoleküle nun die Wärmeenergie auf, verdunsten sie aus der großen Oberfläche der dreidimensionalen Vliesstruktur und kühlen so den Menschen.

© BASF

Sommerschlappen fürs Auto

Hohe Temperaturen, Gewitter mit nasser Fahrbahn, kilometerweite Fahrten? Kein Problem mit Sommerreifen, die etwa Michelin in Bad Kreuznach herstellt. Der richtige Materialmix sorgt bei warmem Wetter für gutes Lenkverhalten und festen Grip. Im jüngsten ADAC-Test schaffte das Modell „Primacy 3“ sogar mehr als 45 000 Kilometer – der schlechteste Teilnehmer gerade mal halb so viel. Der Grund: Spezielle Gummimischungen vermeiden Verschleiß und sparen Kraftstoff durch eine geringere Erwärmung im Reifen.

UV-Schutz für Kunststoffe

Nicht nur die Haut altert in der Sonne, auch Kunststoffen setzt die Strahlung mächtig zu. Die Farbe bleicht aus, die Oberfläche platzt auf, wird rau und schmuddelig. Deshalb schützt man viele Materialien mit speziellen Zusätzen, sogenannten Polymeradditiven. Die stecken in Kunststoffgranulat („Masterbatches“), auf das Clariant in Lahnstein spezialisiert ist. Es verleiht den Kunststoffen in Werkzeugen, Gartenmöbeln, Stadion­sitzen, Leitungen oder Schläuchen zusätzlich zum UV-Schutz auch Farbe und Stabilität, macht sie haltbar und bewahrt vor Verschleiß.

Mehr Chemie im Alltag gibt´s in unserer Rubrik Wissenschaffer, mehr Markt- und Innovationsführer aus Rheinland-Pfalz finden Sie in Made in Rheinland-Pfalz.

  • Like
  • Merken
  • PDF

Diesen Artikel teilen

Newsletter