Trotz Corona an Normalität herantasten

Die Chemieunternehmen lockern ihre Infektionsschutz-Regelungen – bleiben aber auf der Hut.

von Stephan Hochrebe

· Lesezeit 3 Minuten.
Viele Betriebe – wie BASF – kamen dank vieler Schutzmaßnahmen bislang gut durch die Pandemie. Nun wird gelockert. Foto: BASF SE
Durchatmen : Viele Betriebe – wie BASF – kamen dank vieler Schutzmaßnahmen bislang gut durch die Pandemie. Nun wird gelockert. Foto: BASF SE

Auch wenn Corona längst nicht vorbei ist, gelten seit einiger Zeit Lockerungen beim Infektionsschutz. Die Betriebe müssen die Infektionsgefahr nun selbst einschätzen und ihr Hygienekonzept daran anpassen. So will es die Arbeitsschutzverordnung – zumindest bis zum 25. Mai. Wir haben bei Chemieunternehmen nachgefragt, wie sie die Sache angehen.

Die BASF  kam bis jetzt sehr gut durch die Pandemie. Wegen stetig fallender Inzidenzen und einer allmählichen Entspannung der Lage in den Produktionsbetrieben ist inzwischen die Tragepflicht von FFP2-Masken in Gebäuden und Kantinen entfallen.

Nur beim Arbeiten in engen Räumen oder wenn sich große Nähe nicht vermeiden lässt, besteht die Maskenpflicht weiterhin. FFP2-Masken werden nach wie vor ausgegeben und müssen stets mitgeführt werden. In den Kantinen ist zudem die 3G-Regel entfallen, an der lockeren Bestuhlung wird festgehalten. Am Arbeitsplatz oder in Besprechungszimmern ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Auch Dienstreisen sind wieder uneingeschränkt möglich, sofern die Führungskraft informiert ist.

Auf regelmäßige Handhygiene, den Verzicht auf Händeschütteln, die Einhaltung der Husten- und Nies-Etikette sowie regelmäßiges Lüften ist bis auf Weiteres zu achten.

Boehringer Ingelheim  führte bis zum 22. Mai an allen deutschen Standorten die Zugangskontrollen fort. Bis dahin galt: Vor Betreten des Werkgeländes muss entweder ein aktuelles negatives Testergebnis vorgelegt oder der Status „geimpft“ oder „genesen“ nachgewiesen werden. In Gebäuden ist weiterhin eine Maske zu tragen. Im Büro kann sie abgenommen werden, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Auch Präsenztermine sind möglich, wenn die Abstandsregel eingehalten wird und alle Teilnehmer einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen können.

Mit dem 23. Mai wurden dann alle Maßnahmen aufgehoben – die freiwillige Nutzung von Masken, Hygieneregeln oder Testen bleiben allerdings weiter möglich.

Auch bei Huhtamaki in Alf entfällt die Maskenpflicht in Gebäuden, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern besteht. Das Arbeiten im Homeoffice ist seit Mai wieder die Ausnahme. Das geht, weil die meisten Angestellten im Büro allein oder zu zweit sind und genügend Platz zur Verfügung steht.

Masken und Selbsttests stehen für alle Mitarbeiter täglich zur Verfügung. Eine Testpflicht besteht aber auch für Ungeimpfte nicht mehr. „Grundsätzlich denke ich, dass es für Arbeitgeber schwierig ist, zu lange an Schutzmaßnahmen festzuhalten, die die Politik schon seit Wochen zu den Akten gelegt hat“, sagt Geschäftsführer Hendrik Müller. „Zudem liegt unsere Impfquote weit über 90 Prozent, sodass wir so langsam zurück zur Normalität kommen müssen.“

Bei Thor in Speyer gilt die Maskenpflicht nur noch in der Kantine sowie für Besucher und andere Externe – und für alle, die mit ihnen zusammenarbeiten. Den eigenen Mitarbeitern werden weiterhin zwei Tests pro Woche zur Verfügung gestellt – und täglich, falls es im eigenen Haushalt einen Covid-Fall gibt. Zur zeitlichen Entzerrung wurden Schichtzeiten versetzt und in der Kantine feste Essenszeiten für feste Gruppen eingeführt.

Bleibt: Der Testcontainer bei Grace schließt zwar bald, bleibt aber stehen. Foto: Grace

Vor dem Werktor von Grace in Worms steht ein Testcontainer, vor allem für Fremdfirmen und Besucher. Für diese gilt nämlich weiter die 3G-Regel – anders als für die eigenen Mitarbeiter. Der Container schließt Ende Mai, wird aber nicht abgebaut. „Dann ist er da, falls im Herbst wieder nötig“, erläutert Thilo Eichhorn, am Standort unter anderem zuständig für Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit.

Masken und Selbsttests erhalten alle Mitarbeiter zumindest noch im Mai und, wenn gewünscht, auch im Juni. Die intensive Homeoffice-Regelung endet zum 1. Juni. Danach sind auf Antrag bis zu zwei Tage Homeoffice drin. „Ziel ist es jedenfalls, wieder mehr Anwesenheit in das Werk zu bekommen“, sagt Eichhorn.

Neue Herausforderungen haben die Wormser bereits im Blick: „Eine Betriebsvereinbarung ist in Arbeit für den Fall, dass es im weiteren Verlauf des Jahres doch pandemiebedingte Kurzarbeit gibt oder Probleme bei der Gasversorgung“, berichtet Thilo Eichhorn. Er spricht wohl für alle, wenn er sich wünscht: „Dergleichen bleibt uns hoffentlich erspart.“

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